Gemeinde & Mission
Vorwort

„What in the World are you doing?“

von Colvin Fred

What in the World are you doing? Anders gesagt: Warum hat der Herr uns auf dieser Erde zurückgelassen?Der größte Lehrer aller Zeiten gibt seinen Jüngern in der Bergpredigt Antwort: „Ihr seid das Licht der Welt; eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht eine Lampe an und setzt sie unter den Scheffel sondern auf das Lampengestell, und sie leuchtet allen, die im Hause sind. So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen.“ (Matth. 5,14-16).

Erstaunlich ist, dass der Herr uns als „das Licht der Welt“ überhaupt betitelt, denn Er sagte: „So lange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt“ (Joh. 9,5). In der Zeit seiner Abwesenheit übernehmen wir, die Jünger Jesu, seine Rolle, vor den Menschen dieser Welt zu leuchten. Während die Sonne eine Zeitlang verborgen bleibt, leuchtet der Mond am Himmel. O, welche Würde wird unserem kleinen Leben dadurch verliehen!

Das „Ihr seid das Licht der Welt…“ steht in der Bergpredigt mit der Zwillingsaufgabe der Jünger im Gespann: „Ihr seid das Salz der Erde.“ Das Salz wirkt im Verborgenen, aber sein Einfluss fällt auf! Das Licht darf nicht verborgen bleiben! Um wirksam zu sein, muss es dargestellt werden.

„Ihr seid… Ihr seid…“ Was wir für Gott in Christus in dieser Welt sind, das ist das Entscheidende, nicht unsere Leistung, noch unsere Predigten. Wir haben es schon einmal formuliert: „Was du bist, ist wesentlicher als was du tust, denn wenn du das bist, was du sein sollst, wird deine Arbeit für Gott schon in Ordnung sein!“

Das wird mittels der Metapher Licht deutlich. Wir sind Licht im Herrn. Gott setzte die Sonne und den Mond an den Himmel, um die Erde zu beleuchten. Was die physischen Lichtkörper am Himmel sind, sind wir geistlich gesehen in dieser Welt. Weil wir als das Licht von Gott in diese Welt gesetzt sind, sollen wir hier vor den Menschen leuchten! Aber wie funktioniert das? Als der Schöpfer das Leben ins Dasein rief, „war das (erschaffene) Leben das Licht der Menschen“ (Joh. 1,4). Ebenso soll unser Dasein, unser Leben (wie wir leben) den Menschen als Lichtquelle dienen.

Zwei Beispiele für unser Zeugnis in dieser Welt führt unser Lehrer an – ein großes, ein kleines. Das Volk Gottes (im kommenden Reich Gottes und schon heute) leuchtet wie eine Stadt auf dem Berg, und es kann nicht verborgen bleiben. Wie im Großen so im Kleinen: Gott hat dich persönlich als Lampe auf das Lampengestell (meistens ein vorspringender Stein im Mauerwerk in den einfachen Häusern von damals) in deinem Haus gesetzt, um allen Menschen in deiner unmittelbaren Umgebung, in deinem Einflussbereich zu leuchten.

Eine Schwester klagte: „Ich verstehe, was ich zu tun habe. Ich wünschte nur, dass ich nicht in diesem finsteren Seitental wohnte!“ Eigentlich sollten wir uns geehrt fühlen, wenn der Herr uns dort hinstellt, wo das Licht am nötigsten ist.

„Also lasst euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen….“ Es reicht nicht, das Licht zu besitzen. Das Sein wird im Tun offenbar. Wie unser Herr seinen Zeitgenossen viele gute Werken göttlichen Ursprungs zeigte (Joh. 10,32), so auch wir. Gott hat uns zu guten, von Gott verordneten Werken in Christus erschaffen, damit wir in ihnen wandeln (Eph. 2,10). Unser Heiland gab sich selbst für uns! Seine Zielvorstellung? Er wollte „ein Eigentumsvolk, eifrig in guten Werken“ (Tit. 2,14). Wie die Jüngerin Tabitha sollen auch wir „voll guter Werke und Almosen“ sein (Apg. 9,36). Paulus Ermahnung an die Wohlhabenden, „Gutes zu tun, reich zu sein in guten Werken, freigebig zu sein, mitteilsam…“ gilt auch uns (1. Tim. 6,18).

Wir leuchten doch nicht, um die Aufmerksamkeit auf uns selbst zu lenken (Matt. 6,1ff), sondern um unsere Mitmenschen an den eigentlichen Ursprung aller guten Dinge zu erinnern, denn „niemand ist gut, als nur einer, Gott“ (Lk. 18,19). Unser Leben dient als Rampenlicht auf die Lebensquelle. Wir scheinen, damit Menschen Gott suchen, sich ihm öffnen, ihn kennen lernen, damit sie ihn jetzt als Lichter verherrlichen, oder spätestens dann „am Tag der Heimsuchung“ (1. Pet. 2,12).

Aber manchmal wird unser Licht durch eine unangebrachte Bescheidenheit oder eine falsche Rücksichtnahme dem Blick unserer Mitmenschen entzogen. Und der Herr nennt drei andere Gegenstände, die das Licht verbergen, auch wenn es widersinnig klingt (und ist). Sie sind der Scheffel, das Bett und das Verborgene oder Keller (Matth. 5,15; Mk. 4,21; Lk. 11,33).

Der Scheffel wurde als eine Maßeinheit im Handel verwendet. „Der Scheffel des Berufs“, d.h. eine falsche Beziehung zur Arbeit und falsche Prioritäten (Matth. 6,24-33) verbergen das Zeugnis vieler Christen. „Das Bett der Bequemlichkeit“ löscht das Licht anderer. Und das Verborgene, „der Keller der Schande“ setzt eine Anzahl außer Gefecht. Was für eine Tragödie, wenn wir noch in dieser Welt leben, und solche Dinge unsere Daseinsberechtigung hier vereiteln!

Während Jesus in dieser Welt war, war er das Licht der Welt. So ist das auch bei uns. Eines Tages, wahrscheinlich sehr bald, werden wir, das Salz der Erde, weggenommen. Das Licht wird urplötzlich verschwinden! Nur die erdrückende Finsternis des Verderbens, die Gesetzlosigkeit, wird bleiben, die Nacht, wo niemand wirken kann (Joh. 9,4-5).

What in the world are you doing here? Nochmals, aber diesmal in der Umgangsprache: „Lasst mich’s euch sagen, warum ihr da seid. Ich lasse euch hier als Meeressalz, das den Gott-Geschmack auf dieser Erde hervortreten lässt. Verliert ihr aber einmal eure Salzkraft, wie werden die Leut‘ auf den Geschmack für Gott kommen? Eure Brauchbarkeit und somit eure Achtung bei den Leuten ist dahin. Oder man kann es auch anders ausdrücken. Ihr seid als Licht da, um die Gott-Farben in dieser Welt leuchten zu lassen. Gott hält man doch nicht unter Verschluss! Wir gehen an die breite Öffentlichkeit, wie eine Stadt oben auf dem Gaisberg gebaut. Wenn ich euch zu Lichtträgern mache, meint ihr wirklich, dass ich euch unter einem Korb verstecke? Ich setze euch doch oben auf den Berg, auf das Lampengestell. Jetzt leuchtet, Leute! Habt ein offenes Haus. Öffnet ihr euch einmal den Leuten, werden sie sich vielleicht einmal Gott öffnen, dem großzügigen Vater im Himmel!“