Gemeinde & Mission

Erweckung

von Mac Donald William

Von William MacDonald [1]

»Willst du uns nicht wieder beleben, dass dein Volk sich in dir erfreue?« (Psalm 85,7)

Der Zustand geistlichen Rückfalls ist oft wie Krebs: Wir wissen nicht, dass wir daran erkrankt sind. Es ist möglich, auf so langsame Weise geistlich kalt zu werden, dass uns gar nicht bewusst ist, wie fleischlich wir in Wirklichkeit schon geworden sind. Manchmal ist ein Unglück, ein Krisenerlebnis oder die Stimme eines Propheten Gottes nötig um uns unsere verzweifelte Not deutlich vor Augen zu führen. Nur dann können wir Gottes Verheißung in Anspruch nehmen: »Denn ich werde Wasser gießen auf das Durstige und Bäche auf das Trockene.« (Jesaja 44,3).

Ich habe Neubelebung dringend nötig, wenn ich meinen begeisterten Eifer für das Wort Gottes verloren habe, wenn mein Gebetsleben zu einer eintönigen Routine geworden (oder ganz ausgefallen) ist, wenn ich meine erste Liebe verlassen habe. Ich muss von Gott ganz neu angerührt werden, wenn ich mehr am Fernsehprogramm als an den Zusammenkünften der örtlichen Versammlung interessiert bin, wenn ich zur Arbeit pünktlich, zu den Zusammenkünften aber zu spät komme, wenn ich im Beruf zuverlässig bin, in der Versammlung aber nur vereinzelt auftauche. Ich brauche Belebung, wenn ich für Geld Dinge tue, die ich für den Herrn nicht tun will, wenn ich mehr Geld für mein eigenes Wohlergehen als für das Werk des Herrn ausgebe.

Wir brauchen Erneuerung, wenn wir in unserem Herzen Neid, Groll und Bitterkeit beherbergen. Wenn wir uns Verleumdung und übler Nachrede schuldig gemacht haben. Wenn wir nicht mehr bereit sind Unrecht zu bekennen oder anderen zu vergeben, wenn sie uns ihre Fehler bekennen. Wir brauchen Belebung, wenn wir zu Hause wie Hund und Katz sind, aber dann in der Versammlung erscheinen, als wäre alles in bester Ordnung. Wir brauchen Erneuerung, wenn wir uns der Welt angepasst haben in unserem Reden, unserem Wandel und unserem ganzen Lebensstil.

Wie groß ist unsere Not, wenn wir uns der Sünden Sodoms schuldig gemacht haben – »Hoffart, Fülle von Brot und sorglose Ruhe« (Hesekiel 16,49)!

Sobald wir uns unserer Kälte und Armut bewusst werden, können wir uns auf die Verheißung von 2. Chronik 7,14 stützen: »… und mein Volk, welches nach meinem Namen genannt wird, demütigt sich, und sie beten und suchen mein Angesicht und kehren um von ihren bösen Wegen: so werde ich vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen.«
Bekenntnis ist der sichere Weg zur Neubelebung!

Herr Jesus Christ, Belebung kommt von Dir;
Sende eine Erneuerung – beginn Dein Werk in mir.
Dein Wort sagt, dass Du uns´re Bedürfnisse stillst.
So fleh’ ich demütig, dass Du mit Deinem Segen mich erfüllst.
Herr Jesus, Erweckung einzig kommt von Dir.
Sende doch Erweckung – fange an bei mir!
Du hast ja versprochen, Herr, uns beizusteh´n,
Gib uns Deinen Segen, wir demütig fleh´n.

[1] Aus „Licht für den Weg“ Andacht zum 4. Juli