Gemeinde & Mission
Vorwort

Ich, ein Schriftsteller?

von Lindner Andreas

Wer würde denn lesen, was ich schreibe? Unzählige Leser werden die ganze Ewigkeit Christus in denen betrachten, denen du das Wort ins Herz geschrieben hast. Wenn wir mithelfen, dass Menschen vom Herrn Jesus geprägt werden und ihm nachfolgen, wird er in ihrem Leben sichtbar. Dann hast du dadurch „Christus“ auf ihr Herz geschrieben, und andere können werden ihn lesen.Dem Apostel Paulus war das bewusst, als er sprach: „Ihr seid unser Brief, gekannt und gelesen von allen Menschen, … ein Brief Christi … geschrieben … mit dem Geist des lebendigen Gottes … auf die … Tafeln des Herzens“ (2. Kor. 3,2.3).

Mose hat die zehn Gebote auf Steintafeln geschrieben. Andere haben auf Papier wichtige Briefe geschrieben. Wir schreiben auf die Herzen der Menschen, indem wir ihnen helfen, das Wort in ihr Leben zu integrieren. Mit Gottes Wort können wir Herzen anrühren und verändern. Was geschrieben ist, ist bleibend und wird gesehen.

Mose hat einen Meisel benutzt, um zu schreiben, andere Schriftsteller benutzen Tinte. Wir schreiben mit dem Geist des lebendigen Gottes. Das bewirkt eine bleibende Veränderung im Herzen. Der Heilige Geist wirkt und verändert die Menschen und macht sie dem Herrn Jesus ähnlich. Das geschieht, wenn wir anderen helfen, das Wort Gottes zu verstehen und es anzuwenden.

Wenn wir anderen das Wort Gottes nahe bringen, so sind wir Schriftsteller, die in einem Team mit dem Apostel arbeiten. Schließlich sind es ja unter anderem seine Briefe, die wir anderen nahe bringen. Dann sind wir wie er Diener des Neuen Bundes, und die Geschwister, denen wir in der Nachfolge helfen, sind „unser Brief“.

Wenn wir anderen das Wort Gottes ins Herz säen und es auf fruchtbaren Boden fällt, wird es vielfältige Frucht bringen. Die Auswirkungen sind unüberschaubar.

Als der Apostel über diese immense Aufgabe und ihre weitreichende Wirkung nachdachte, wurde ihm fast schwindlig. Er fragt sich: Wer kann so was bewirken? Wer kann die Herzen verändern? Wer kann andere trösten? Wer sie ermutigen? Wer sie in Christi Ebenbild umformen? „Wer ist dazu tüchtig?“ (2. Kor. 2,16). Christus selbst wird das bewirken, und das Ergebnis wird ein Brief Christi sein. Der Herr selbst hat uns für die Aufgabe ausgerüstet, solche Briefe zu schreiben! Durch unser Verhalten und unsere Worte wird Christus anderen Menschen bekannt, so wie der Duft eines Parfüms sich ausbreitet.

Goethe unterstrich, dass man sich beim Schreiben Mühe geben soll und sagte deshalb, wer nicht eine Million Leser erwartet, soll erst gar nicht schreiben. Wenn so viele Menschen lesen, was man schreibt, lohnt es sich, sich dieser Aufgabe zu widmen. Wie viel mehr werden über Christus lesen, was in den Herzen der Menschen von uns geschrieben wurde?

Schon jetzt sehen die Engel die Weisheit Gottes in den Gläubigen, weil der Herr sich durch die Gemeinde offenbart (Eph. 3,9). Schon jetzt gefällt es dem Herrn, sich durch Menschen bekannt zu machen, durch die Gläubigen, die alle mit Paulus sagen können: „Gott hat es wohlgefallen, seinen Sohn in mir zu offenbaren“ (Gal. 1,15). Schon jetzt wird der Brief, den wir schreiben, von allen Menschen gekannt und gelesen (2. Kor. 3,2). Aber wer kann sich die Auswirkungen unseres Schreibens vorstellen, die bis weit in die Ewigkeit hinein reichen?

Vergiss also nicht, dass du ein Schriftsteller bist. Schreibe Christus auf die Herzen!