Licht und Finsternis
Das Böse in dieser Welt zeigt sich immer deutlicher. Leider wirkt sich das auch auf uns Christen aus. Ein Bruder aus der Gemeinde in Sofia hat eine sehr gute Predigt darüber gehalten, dass wir Kinder des Lichts sind, Bürger des Reiches unseres Herrn Jesus und Ausländer in dieser Welt. Diese Welt und ihre Herrscher sind aber teils im Licht und teils in der Finsternis, man kann ihnen nicht trauen und sagen, dass die einen „die Guten“ und die anderen „die Bösen“ sind. Es ist nicht unsere Aufgabe, uns einer „guten Sache” in dieser Welt anzuschließen und für sie zu kämpfen. Wir sollten das Evangelium unseres Herrn verbreiten und die Not der leidenden Menschen lindern, das ist unsere Aufgabe.
Sdravko Nenov
Licht und Finsternis
von Andrej Wladimirov, Sofia
In den allerersten Versen der Bibel lesen wir: „Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war; da schied Gott das Licht von der Finsternis. “ (1. Mose 1,3–4).
Sehr ähnlich beginnt auch das Johannesevangelium: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen.“ (Johannes 1,1–5).
Überall in der Bibel, wie übrigens auch in unserem alltäglichen Sprachgebrauch, ist das Licht ein Symbol des Guten und die Finsternis ein Symbol des Bösen. Aus dem Johannesevangelium und dem gesamten Neuen Testament erfahren wir, dass das Licht der Herr Jesus Christus selbst ist – der Retter, der das Zentrum des gesamten Heilsplans Gottes ist. Er ist Gott selbst, der als Mensch geboren wird, um uns das Licht zu bringen, unsere Sünden auf sich zu nehmen, für sie am Kreuz zu bezahlen und am dritten Tag aufzuerstehen nach den Schriften. Deswegen können wir nun eine lebendige Hoffnung auf einen lebendigen Gott und Retter haben – den menschgewordenen Gott Jesus Christus, der jetzt zur Rechten Gottes, des Vaters sitzt. Er ist „das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet…“ (Johannes 1,9). Johannes sagt aber, dass „die Finsternis es nicht begriffen hat“. Das zeigt eine sehr scharfe Trennung zwischen Licht und Finsternis.
Als die obersten Priester, die Hauptleute des Tempels und die Ältesten mit einer bewaffneten Rotte kommen, um Jesus im Garten Gethsemane zu verhaften, sagt er zu ihnen: „Dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis“ (Lukas 22, 53). Mit diesen Worten erklärt ihnen der Herr: „Ihr seid von der Finsternis.“ Das sind die Gegner von Gottes Plan, die Menschen, die nicht wollen, dass Christus über die Erde regiert. Sie wollen nicht, dass es Christus überhaupt gibt. Im Gleichnis von den Weingärtnern sagen sie: „Das ist der Erbe! Kommt, lasst uns ihn töten, so wird das Erbe uns gehören!“ (Markus 12,7).
Zu jener Zeit waren diese Gegner die religiösen Führer Israels – die obersten Priester, die Schriftgelehrten, die Ältesten. Sie waren gegen Jesus feindlich gesinnt und suchten einen Weg ihn umzubringen. Auch heute gibt es Gegner Gottes, klare Feinde des Christus, Menschen, die man „Finsternis“ nennen kann.
Der Graubereich
Es gibt aber auch eine andere Kategorie von Menschen, und das sind nicht nur einzelne Menschen, sondern man kann es eine gesamte Gesinnung, einen Zeitgeist nennen; diese Leute haben Merkmale vom Licht und von der Finsternis. Wir können sie uns als einen Graubereich vorstellen. Diese Menschen sind keine offenen Gegner von Christus. Es sind nicht sie, die den Widerstand gegen Gott und Gottes Plan initiieren. Aber sie stellen sich auch nicht auf die Seite Jesu und widersetzten sich damals nicht der Verschwörung zu seinem Mord. Vielleicht sind sie gleichgültig oder verfolgen eigene Ziele, von denen sie sich Gewinn erhoffen.
Damit wir besser verstehen, wer und wie diese Menschen sind, wollen wir uns Pontius Pilatus genauer ansehen. Er ist das Paradebeispiel für diesen Zeitgeist, den Geist der Grautöne, der Schatten – etwas Licht und etwas Dunkelheit.
Im Johannesevangelium, Kapitel 18 und 19 ist die Konfrontation zwischen Pilatus und Jesus ausführlich beschrieben. Als sie Jesus zu Pilatus bringen, gehen die Juden nicht ins Prätorium, damit sie nicht vor dem Passah unrein würden. Offensichtlich bereitete ihnen der geplante Mord keine Sorgen, aber sie waren darauf bedacht, den Kontakt mit einem heidnischen Gebäude strikt zu vermeiden! Wegen diesem Umstand geht Pilatus im Lauf des sogenannten Prozesses ständig zu ihnen hinaus und dann wieder hinein, um mit Jesus zu reden. Das ist sehr interessant. Der Apostel Johannes hat es sicher nicht zufällig so beschrieben. Pilatus ist in Zweifel. Mal geht er hinaus, mal geht er hinein. Mal scheint das Licht etwas, mal kommen die Wolken und es wird wieder finster. Dieses Bild von Pontius Pilatus zeigt Merkmale des Phänomens, das wir auch in der heutigen Zeit beobachten können.
Anklage als Methode
„Da ging Pilatus zu ihnen hinaus und fragte: Was für eine Anklage erhebt ihr gegen diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre er kein Übeltäter, so hätten wir ihn dir nicht ausgeliefert!“ (Johannes 18,29–30)
Schaut! Das ist die Methode der Finsternis. Die Vertreter der Finsternis zeigen gerne mit dem Finger und klagen an. Das ist sehr interessant. Sie sagen: „Wäre er kein Übeltäter, so hätten wir ihn dir nicht ausgeliefert. Du brauchst gar nicht zu überlegen! Du brauchst ihn gar nicht zu beurteilen. Wir sagen dir, dass er ein Übeltäter ist!“
In den letzten Jahren haben wir sehr viel Ähnliches gehört, im Alltag, in den Nachrichten, überall. Die Welt macht das gern. Sie zeigt mit dem Finger auf dich und sagt: „Ihr seid ungerecht! Und wir sind es nicht!“ „Ihr seid von der Mafia! Und wir sind es nicht!“ Ach so? Warum eigentlich? „Ihr seid Faschisten!“ „Ihr seid Nazis!“ Und so weiter. Ständig zeigt der Finger anklagend auf jemanden und man erklärt, wer wo dazugehört. Das ist eine sehr bezeichnende Methode.
Dann kommt Pilatus zu Jesus und fragt ihn: „Bist du der König der Juden?“ (18,33) Jesus antwortet ihm mit einer Gegenfrage: „Redest du das von dir selbst aus, oder haben es dir andere von mir gesagt?“ (18,34) – „Ist das dein eigenes Urteil oder wiederholst du nur, was dir jene gesagt haben, die mich anklagen?“
Nicht von dieser Welt
Weiterhin sagt Jesus zu Pilatus: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde; nun aber ist mein Reich nicht von hier“ (18,36). Das war vollkommen unverständlich für Pilatus. Eigentlich verstanden es auch die Jünger Jesu sehr lange nicht, sie erwarteten ein messianisches Königreich auf dieser Erde. Aber ich glaube, wir verstehen es heute sehr gut. Das Königreich unseres Herrn ist nicht von dieser Welt. Die Zeit wird kommen, wenn es auch von dieser Welt sein wird, aber diese Zeit ist noch nicht da. Wir gehören jedoch schon jetzt dem König, der uns mit seinem Blut erkauft hat. Wir gehören schon jetzt seinem Himmelreich an, das noch nicht von dieser Welt ist.
Aus diesem Grund halte ich es für sehr gefährlich für Christen, sich jetzt auf eine Seite zu stellen, die „das Gute“ auf der Erde vertritt. Es ist gefährlich für uns zu versuchen, uns mit einer „guten Sache“ dieser Welt zu identifizieren – im Sinne von einer politischen, humanitären oder ideologischen guten Sache. Natürlich sind die Menschen dieser Welt zu vielem Guten fähig und wir sollen das nicht herunterspielen. Es geht dabei um eine gute weltliche Sache, der wir uns in dieser Welt anschließen würden und für die wir bereit wären zu kämpfen. Wir gehören aber nicht zu dieser Welt. Wir gehören zum Reich des Lichts, das nicht von dieser Welt ist. Es ist nicht nötig, sich in Konflikte und Streitereien einzumischen oder das „gute Reich“ und das „böse Reich“ dieser Welt zu definieren. Es ist nicht nötig, uns mit etwas Irdischem zu identifizieren, es als „das Unsere“ anzunehmen, das uns gefällt und das wir verteidigen. Lasst uns bei allen Betrachtungen, die wir machen, immer dieses Warnlicht vor Augen haben!
Die „Wahrheit“ wird benutzt
Der klassische Vertreter dieser Welt war Pontius Pilatus. Lasst uns sehen wie ihn Johannes im folgenden Gespräch mit Jesus darstellt:
Der Herr Jesus sagte Pilatus die Wahrheit ziemlich direkt: „Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe; jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme“ (18, 37). Pilatus antwortete mit einer Gegenfrage: „Was ist Wahrheit?“
Es ist nicht schwierig, die Ironie in dieser Frage herauszuhören. Das klingt nicht wie eine ehrliche Suche nach der Wahrheit. Wie wir schon gesehen haben, wird die Wahrheit einfach für eigene Ziele benutzt. Mit ihr wird spekuliert, sie kommt auf den Markt, es wird mit ihr gehandelt, sie wird manipuliert. So handhaben die Reiche dieser Welt die Wahrheit. Und so tat es auch Pilatus.
Wir sollen das wissen und uns ab und zu daran erinnern. Wenn die Reiche dieser Welt uns mit der „Wahrheit“ bombardieren, sollen wir wissen, dass sie damit herumspielen.
Der Herr Jesus sagt: „Ich bin dazu in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe.“ Die Wahrheit, die er uns zeigt, ist kein Mittel zum Zweck.
Momentan sehen wir ein ganz ähnliches Bild. Es wird ein Informationskrieg geführt. Die einen sagen: „Die Dinge sind so, wie wir sie sehen und darstellen. So muss es sein, weil es uns so gefällt.“ Von der anderen Seite wird eine andere „Wahrheit“ dargestellt: „Nein, nein! Die Dinge stehen gar nicht so! Es ist ganz anders. Wir haben Bilder, wir haben Videoclips. Da, seht die zerstörten Wohnblöcke, die kaputten Häuser.“ Wie im einen so auch im anderen Fall sehen wir Wohnhäuser von Raketen zerstört, friedliche Menschen getötet, Frauen und Kinder, ihre Leichen liegen auf den Straßen.
Na gut, wo ist dann die Wahrheit? Es ist gar nicht nötig, dass wir uns mit der Lösung dieser Frage beschäftigen. Wir brauchen nicht die Wahrheit zu suchen, mit der die Reiche dieser Welt herumspielen. Unsere Wahrheit ist der Herr Jesus Christus. Sie ist unerschütterlich und völlig ausreichend für uns. Wir gehören seinem Reich an.
Der Mensch wird benutzt
Pilatus verstand sehr wohl, dass Jesus unschuldig ist. Er verstand sehr wohl, dass ihn die Juden aus Eifersucht verklagten. Und obwohl Pilatus ganz klar erkannte, dass sie ihn für ihre eigenen politischen und religiösen Ziele benutzten, ließ er Jesus geißeln und verurteilte ihn zum Tod.
Das ist ein Verhalten, das sehr typisch für die Reiche dieser Welt ist. Das ist der Geist dieser Welt. Die Herrschenden – Könige, Präsidenten, Kriegsherren und was sie sonst sein mögen – verstehen sehr gut, was die Wahrheit ist, wie es auch Pilatus verstanden hat. Aber für diese Reiche sind Menschen nicht mehr als ein Instrument oder Kanonenfutter. Die Menschen sind einfach ein Mittel zum Erreichen ihres großen Ziels – zum Aufbau des Imperiums, zur Erhaltung der Macht, zum Erreichen bestimmter Interessen.
Ein klares Beispiel dafür ist der sogenannte „Winterkrieg“. Er wurde kurz vor dem zweiten Weltkrieg in den Jahren 1939/40 geführt. Die Sowjetunion griff Finnland an, mit dem Ziel es von der Weltkarte zu löschen. Sie haben sich natürlich einen Vorwand ausgedacht, spielten ein wenig mit der Wahrheit; das war kein Problem. Sie dachten sich ihre eigene Wahrheit aus. Eine große sowjetische Armee wartete den Winter ab, weil Finnland voller Sümpfe ist. Die sowjetischen Panzer waren riesig und schwer und wären dort versunken. Deshalb warteten sie den Winter ab, damit alles einfriert. Dann zogen riesige Horden von Soldaten gegen Norden. Aber sie hatten schwere logistische Probleme. Sie schafften es nicht so, wie sie es beabsichtigt hatten, und die Finnen waren ein Wunder an Tapferkeit. Letztendlich hatte die Sowjetunion gewisse Erfolge, schaffte es aber bei weitem nicht ihr Ziel zu erreichen, nämlich ganz Finnland einzunehmen und es von der Weltkarte auszulöschen. Es wurde ein Friedensvertrag unterzeichnet und die karelische Landenge wurde Finnland weggenommen; sie ist bis heute russisch. Aber Finnland existiert immer noch!
Das Interessante ist aber Folgendes: Für den Oberbefehlshaber der sowjetischen Armee, Marschall Timoschenko, zählten die Menschen gar nichts – weder die Finnen noch die sowjetischen Soldaten. Er sah sehr wohl, dass er seine Truppen in eine Falle führte, aber das machte ihm nichts aus. Der einzige Befehl war: „Vorwärts!“ Dadurch erlitt die sowjetische Armee sehr schwere Verluste. Einige Monate später, als Timoschenko vor Stalin erscheinen musste, zitterten seine Knie. Er erwartete, dass Stalin ihn einen Kopf kürzer machen würde, weil er enorme Opfer zugelassen und Finnland doch nicht eingenommen hatte. Stalin nahm aber seine Pfeife aus dem Mund, klopfte ihm auf die Schulter und sagte: „Gut gemacht! So ist es richtig. Mach dir keine Sorgen, welche Opfer es gekostet hat. Einfach nur vorwärts!“
Was ist der Wert des menschlichen Lebens? – Null. Absolut Null. Später, als die sowjetischen Truppen in der Nähe von Berlin waren und auf Minenfelder stießen, machten sie sich auch keine Sorgen. Die Panzer waren für die Befehlshabenden wertvoller als die Menschen. Darum befahlen die Offiziere den Infanteristen vorwärtszugehen, um so das Minenfeld zu „räumen“. Wie viele Menschen sterben würden war egal. Dadurch konnten die Panzer, die in ihren Augen mehr wert waren als die Menschen, durch die entminten Flächen nachfolgen.
Das ist der Wert des menschlichen Lebens für die Imperien dieser Welt. Und lasst uns noch einmal unterstreichen: Es ist vollkommen überflüssig, unnötig und unrichtig, dass wir als Christen versuchen, das Gute in dieser Welt zu suchen und uns damit zu identifizieren. Das Gute ist das Licht, das unser Herr Jesus Christus persönlich ist. Ihm gehören wir.
Das Reich, dessen Bürger wir sind, gibt dem Menschen einen anderen Wert. Hier wird dieser Wert beschrieben: „… Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war! Ich sage euch, so wird auch Freude sein im Himmel über einen Sünder, der Buße tut…“ (Lukas 15,6–7)
Das sind die Werte unseres Reiches. Natürlich ist nicht der Mensch im Zentrum des Reiches Gottes, sondern Gott selbst. Aber Gott hält den Menschen für so kostbar, dass er ihn sucht und für ihn stirbt. Marschall Timoschenko hat seine Soldaten nicht für so wertvoll gehalten – geschweige denn, dass er für sie sterben würde oder auch nur versucht hätte ihr Leben zu bewahren! Weder Stalin noch die heutigen Machthaber halten den Menschen für so kostbar. Aber Gott tut es! Das sind die Werte unseres Reiches. Das sind die Werte unseres Königs, unseres Herrn.
Die Rolle von Werten und Religion
Die Juden sagen dann zu Pilatus: „Wir haben ein Gesetz, und nach unserem Gesetz muss er sterben, weil er sich selbst zu Gottes Sohn gemacht hat! Als Pilatus dieses Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr, und er ging wieder in das Prätorium hinein und sprach zu Jesus: Woher bist du?“ (Johannes 19,7–9).
Warum fürchtete sich Pilatus? Als er die Worte „Gott“, „Gottes Sohn“ und dergleichen hörte, erschrak er plötzlich. Das bedeutete etwas für ihn, aber er wusste selber nicht genau was. Etwas ließ ihm keine Ruhe. Das Gewissen von Pilatus war nicht tot. Aber die meiste Zeit war es dunkel, die Wolken verdeckten das Licht. Pilatus hatte ein? gewisse religiöse Empfindlichkeit, wie die meisten Menschen – sie wissen, dass es „etwas“ gibt. Es gibt irgendwo eine gewisse Kraft.
Das ist ein Merkmal, das wir auch heute bei den Imperien dieser Welt sehen, die sich im Graubereich befinden – weder Licht noch Finsternis. Sie spielen mit der Religion. Sie vertreten Werte wie Gerechtigkeit, Wahrheit und Recht. Manche von ihnen sind auch religiös und es bedeutet etwas für sie, dass Gott eines Tages richten wird, oder dass Gottes Sohn auf die Erde gekommen ist. Ja, für manche bedeuten diese Dinge etwas. Sie bedeuten ihnen aber nicht genug, dass sie Buße täten und errettet würden. Sie bedeuten ihnen genauso viel wie die Wahrheit – sie spielen damit herum, ihren Interessen entsprechend. Viele spielen mit dieser Karte. Aber dass sie es tun, bedeutet noch lange nicht, dass wir Christen ihnen glauben und vertrauen sollen und in ihren Worten und Ansprüchen unser Reich des Lichts erkennen sollen. Keinesfalls! Für sie sind diese Themen eine Frage der Politik. Für uns aber sind sie eine Frage unseres Lebens, unserer Zugehörigkeit, unserer Verbindung mit unserem Herrn und König.
Pilatus erkannte sehr wohl, dass Jesus unschuldig war. Und trotzdem entschied er sich für die Politik. Er entschied sich für seine Karriere. Er meinte, dass es in dieser ohnehin schwierigen Provinz zu keinen Unruhen kommen dürfe. Und dafür opferte er den Herrn Jesus.
Sehen wir nicht die gleichen Erscheinungen in großer Fülle in der gesamten Menschheitsgeschichte? Die Reiche dieser Welt und ihre Herrscher spielen mit der Wahrheit, der Mensch bedeutet ihnen gar nichts, er ist nur etwas, das ihren Interessen dienen soll. Sie spielen mit der Religion. Und letztendlich geht es einzig und allein um Politik. Wie ein Brite gesagt hat: „Es gibt keine ewigen Freunde, es gibt nur ewige Interessen.“
Die richtige Sicht
Lasst uns eine richtige Sicht auf diese Dinge haben! Wir gehören zum Reich unseres Herrn. Wir gehören zum Reich des Lichts. Das ist das Licht der Welt. Die Finsternis sind die offenen Gegner des Herrn. Natürlich gehören nicht alle der Finsternis an, aber das letzte Weltreich, das kommen wird, gehört absolut zur Finsternis. Die heutigen Reiche sind genau wie Pilatus – teils im Licht, teils in der Finsternis, im Graubereich. Die Menschen haben ein Gewissen, man gibt vor, sich an gewisse Werte zu halten, Menschenliebe hochzuhalten. Das ist nicht immer heuchlerisch, oft gibt es ehrliche gute Vorsätze. Aber es sind nicht diese Reiche, mit denen wir uns identifizieren sollen. Nicht ihnen gehört unsere Loyalität, unsere Treue. Sie gehört einzig und allein dem ewigen Reich des Lichts!
„Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die oben auf dem Berg liegt, kann nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht eine Lampe an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Lampenständer, und sie leuchtet allen, die im Haus sind. Ebenso lasst euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen.“ (Mt 5,14-16)