So kannst du Missionaren helfen
(Wir begannen eine Serie von „Briefen von Missionaren, die nie abgeschickt wurden“ aus dem Buch von Fred Kosin, das bei CLV erscheinen wird. Der Titel des Originals ist „Letters Missionaries Never Write.“ Diese Briefe sollen uns Einblick in das Leben und die Probleme der Missionare geben, und uns zum Gebet für sie anregen. Unter www.gemeindeundmission.de findet ihr andere Artikel von Fred Kosin, worin es um die Vorbereitung zur Mission geht. In diesem Artikel sind Vorschläge erwähnt, wie man Missionaren helfen kann.)
Erlaube mir, ein paar Vorschläge zu machen, die wir überdenken können, wenn wir unseren Missionaren als Partner beistehen wollen. Viele Missionare hätten gerne jemanden, der einfach zuhört ohne zu richten, was sie sagen. Die Hauptsache in der Seelsorge ist, einen Menschen erst mal zu akzeptieren wie er ist, ohne zu urteilen, auch wenn seine Worte sehr bedenklich sind. Ein Missionar braucht jemanden, der zuhört, wie alle anderen Menschen auch. In unserer Gesellschaft lernt man nicht zuzuhören. Die meisten von uns hören sich lieber selbst reden als anderen zuzuhören!
Ein Besuch!
Man sagt oft: „Wie geht’s?“, und meint damit: „Wir wollen es gar nicht wissen!“ Wenn ein Missionar gefragt wird: „Wie geht’s?“, verhält es sich oft nicht anders. Dennoch ist das der Schlüssel um Missionaren zu helfen. Wenn du so eine Frage zwischen Tür und Angel stellst, kann sie schlecht beantwortet werden. Aber wenn du den Missionar zum Mittagessen in ein ruhiges Restaurant einlädst, hast du die Möglichkeit ihm zuzuhören. Damit er weiß, dass es dich wirklich interessiert, musst du die Einladung wiederholen.
Du denkst vielleicht: „Falls wirklich Probleme zur Sprache kommen, kenne ich die Lösung nicht.“ Du musst die Antworten nicht wissen, sondern du sollst Interesse zeigen. Missionare sind wie andere Menschen und wollen akzeptiert werden. Deshalb können sie keine Briefe schreiben, wie sie in diesem Buch stehen. Ein Missionar wird vorsichtig ein paar Probleme ansprechen und beobachten, wie du reagierst. Wenn du nicht mit Angst und Verurteilung reagierst, wird er immer mehr erzählen, bis er dir völlig vertraut, dass du ihn annimmst und bedingungslos liebst. Das kann sehr lange dauern, aber es ist ein sehr wichtiger Dienst.
Eine weitere Hilfe ist Bestätigung. Jeder von uns braucht Bestätigung von jemandem, dem man nahe ist. Als Kind ist man viel motivierter, wenn man gelobt wird, als wenn man verurteilt wird. Ein Missionar braucht die Bestätigung, dass das, was er tut, wichtig ist. Er braucht Lob. „Du leistest großartige Arbeit!“, wird viel länger in Erinnerung bleiben als „Warum machst du das so?“ Wir können nicht immer alles loben, was ein Missionar uns aus tiefstem Herzen anvertraut. Aber suchen wir nach etwas, worin wir ihn bestätigen können, ein besonderer Teil des Dienstes oder der Einsatz, den wir für wichtig halten und loben können. Das ist nicht schwer, wenn wir bedenken, was für ein Opfer es ist, ins Ausland zu gehen.
Ein Missionar braucht jemanden, der ihn wirklich versteht. Einfach zu sagen: „Wir verstehen dich“, ist in den meisten Fällen eine oberflächliche Äußerung und entspricht oft nicht ganz der Wahrheit. Während wir zuhören, müssen wir versuchen einen Bereich zu finden, der geeignet ist, die Lücke zwischen unserer Unwissenheit und seiner Erfahrung zu überbrücken. Das ist vielleicht unsere Familie, unsere Gemeinde, unser Dienst oder unser Beruf – ein Bereich, der etwas mit den Problemen gemeinsam hat, mit denen der Missionar konfrontiert ist. Was ein Missionar durchmacht ist nichts Einzigartiges, andere Menschen erleben das auch, sogar Ungläubige. Um sich verstanden zu fühlen muss die Person wissen, dass seine Situation nicht ungewöhnlich ist und dass der Herr und andere schon so etwas bewältigt haben.
Der Missionar sollte jemand gegenüber verantwortlich sein. So eine Verantwortlichkeit ist wahrscheinlich der wichtigste Einzelfaktor, um einem Missionar beizustehen, der so handeln will, wie es in diesem Buch beschrieben wird. Damit ist nicht gemeint, dass man mit allem einverstanden sein muss, was der Missionar macht. Aber man sollte die Möglichkeit und die Freiheit haben, Korrektur, Rat oder Vorschläge zur Veränderung zu geben. So eine Art Verantwortlichkeit entwickelt sich über lange Zeit und ist nur auf der Basis gegenseitigen Vertrauens möglich. Wenn ein neuer Problembereich angesprochen wird, beobachtet jeder von uns den anderen, wie er darauf reagiert. Die Beziehung wächst, wenn man für den anderen da ist – auch wenn dabei klar ist, dass man nicht mit allem übereinstimmt. Eine haltbare Beziehung braucht auch andere Grundlagen, nicht nur Übereinstimmung.
Wenn ein Missionar auf Heimatbesuch ist, dann ist es eine große Hilfe, wenn du ihn wöchentlich triffst, oder eben jedes Mal, wenn er in der Stadt ist. Das ist nicht immer so einfach, aber dadurch entsteht eine Beziehung, die auch weiterbesteht, wenn der Missionar wieder auf dem Missionsfeld ist. Dann kann die Beziehung per E-Mail oder Telefon weiter gepflegt werden.
Echte Hilfe braucht Zeit, Hingabe, ein hörendes Herz, Vertrauen und Ehrlichkeit. Wenn man mit jemand Zeit verbringt, zeigt man seine Wertschätzung. Ein entmutigter Missionar denkt, dass er niemandem etwas bedeutet. Wenn du mit einem Missionar Zeit verbringst, drückst du ihm gegenüber deine Wertschätzung aus und öffnest Türen wirklich zu helfen. Durch den Wert, den ein Missionar in deinen Augen hat, wird ihm auch bewusster, wie wertvoll er in Gottes Augen ist. Der Dienst für den Herrn und für Menschen ist wirklich wertvoll, aber das wird oft übersehen, und der Missionar braucht auch Wertschätzung von dir.
Verschwiegenheit ist ein Schlüssel zu einem wirksamen Dienst in der Ermutigung. Die Ansichten und Gefühle, die dir anvertraut werden, sind ein heiliges Vermächtnis und dürfen nicht an andere weitererzählt werden. Auch wenn wir mit den verrücktesten Situationen konfrontiert werden, sollen wir weiterhin Verschwiegenheit darüber wahren. Gelegentlich kann man zur Vorsicht ermutigen oder ermahnen, aber in weiten Abständen. Manche Missionare fragen: „Was meint ihr, wie es uns geht?“ Nach unserer Einschätzung geht es ihnen meistens gut. Die Missionare, die „versagen“, fragen selten und denken oft, dass sie die beste Arbeit leisten.
Manche Missionare werden lange brauchen, bis sie sich öffnen können. Ein Mann braucht einen Mann und eine Frau braucht eine Frau zum Reden. Für Ehepaare ist es ideal, wenn sie mit einem Ehepaar austauschen, damit beide Partner Heilung erfahren. Dein Zuhause sollte für sie offen sein, wenn sie Hilfe brauchen.
Was Missionaren nicht hilft, ist, wenn man sie anpredigt. Sie kennen die Bibel und haben wahrscheinlich schon mehr Predigten gehalten als die meisten von uns gehört haben. Gemeinsames persönliches Gebet und ein Gedanke aus der Bibel sind hilfreich und angebracht. Es kann sein, dass Missionaren das Gebet mit anderen als Zeichen einer tiefen Beziehung fehlt. Verbindlich füreinander mit ehrlichem Geständnis zu beten vertieft eine Beziehung. Gebet ohne Ernsthaftigkeit ist nur ein Herunterrasseln von Phrasen, die wir alle oft hören und gut aufsagen können. Wenn man einen Vers liest und ein offenes Gebet spricht, verbindet und heilt das viel mehr als eine Predigt.
Ein Brief?
Aber du hast vielleicht einen Brief vor dir liegen, keinen persönlichen Besuch von einem Missionar. Du starrst auf einen Brief, der den Briefen in diesem Buch ähnlich ist. Es mag wahrscheinlicher sein, dass du einen Missionar besuchst und er dir seine Probleme erzählt, statt dass er sie in einem Brief schreibt. Obwohl ich viel mit Missionaren in Kontakt bin, habe ich noch nie einen Brief gelesen, der auch nur annähernd das ausdrückt, was du hier gelesen hast. Aber ich habe mit vielen gesprochen und sie haben ihr Herz ausgeschüttet, wie in diesen Briefen. Die meisten von uns werden nie die Möglichkeit haben, einen Missionar an seinem Küchentisch zu fragen: „Wie geht es dir?“ Deshalb habe ich dieses Buch geschrieben. Wenn du jedoch so einen Brief erhalten solltest, was schreibst du dann zurück?
Beantworte den Brief auf jeden Fall. Wenn jemand offen seine Schwierigkeiten bekennt und du nicht antwortest, verurteilst du ihn damit scharf. Eine Antwort ist notwendig, um den Missionar zu ermutigen. Eine ehrliche und echte Anerkennung für ihn als Menschen und für seine Arbeit für den Herrn wäre angebracht. Interessiere dich für seine Briefe und vergiss das Gelesene nicht. Es ist sehr entmutigend für einen Missionar, wenn man gerade einen ausführlichen Brief an eine Gemeinde geschickt und sich für eine Gabe bedankt hat, und kurz darauf dort einen Besuch macht und von jemandem gefragt wird, was man eigentlich macht oder wo man dient.
Du musst in deinem Brief auf etwas Bezug nehmen, das er in seinem Brief verwendet hat, damit der Herr dich leiten kann, was du schreiben sollst. Bringe zum Ausdruck, dass du ihn bis zu einem gewissen Grad verstehen kannst, ohne so zu tun, als ob du alles genau verstehst, was er gerade durchmacht. Das wird ihm helfen. Lass ihn wissen, dass es dich kümmert und dass du ihm zuhörst oder seinen Brief liest. Dein Brief muss zeigen, dass du dich um ihn sorgst und ihn und seinen Dienst unterstützen möchtest. Eine finanzielle Gabe wird ihm zeigen, dass du ihn für seine Ehrlichkeit nicht verurteilst.
Es wird zusätzlich helfen, wenn du von einer Erfahrung erzählst, wo der Herr oder jemand anderer dir in einer schwierigen Zeit geholfen hat. Wenn der Missionar sich aus irgendeinem Grund als Versager fühlt, bringt es nichts, wenn er von jemandem hört, der niemals gefallen ist oder niemals entmutigt worden ist. Ehrlichkeit muss mit Ehrlichkeit beantwortet werden, auch wenn das Versagen in einem anderen Bereich ist. Der Herr hilft durch andere, wenn wir Hilfe wünschen.
Der Brief sollte auch einen Bereich des Dienstes des Missionars loben, mit einem passenden Vers über den Dienst oder das Opfer, das der Missionar auf sich genommen hat, um zu dienen. Ein Vers der dich angesprochen hat, als du entmutigt warst, kann dem Missionar helfen.
Schlage dem Missionar vor, mit dir in Kontakt zu bleiben und biete ihm an, verschwiegen für das spezielle Problem zu beten, das er dir genannt hat. Wenn er nicht zurückschreibt, dann schicke einen kurzen Brief, um ihn wissen zu lassen, dass du gerne hören möchtest, wie es ihm geht und ob die Gebete erhört werden.
Ob bei einem Besuch oder per Brief, dränge dich nicht auf, um solche Probleme zu erfahren, die in diesem Buch geschildert werden. Die Missionare müssen die Tür dazu öffnen. Aber es ist unsere Aufgabe auszuprobieren, ob die Tür offen ist. Wir sollten bereit sein, hereinzukommen und im Rahmen einer guten und engen Beziehung Grüße, Lob, Probleme und Korrektur auszutauschen.
Wir sind dazu berufen einander zu dienen und das beinhaltet einander zu helfen, zu ermutigen, beizustehen, zu ermahnen, zurechtzuweisen, zu tragen und füreinander zu beten. Der Dienst für den Leib Christi sollte für Missionare nicht anders sein als für die Glieder des Leibes Christi in unserer eigenen örtlichen Gemeinde. Menschen aus jeder Kultur und jeder geistlichen Reife müssen wissen, dass sie geliebt sind und wir sind dazu da, um ihnen das zu zeigen. Der Abschnitt in 1. Korinther 13 stellt unsere Verantwortung füreinander dar, und besonders für die, die so viele Bequemlichkeiten des Lebens hinter sich gelassen haben, um Völkern Gottes Liebe zu bringen, die wir womöglich nie sehen werden.
Eine Mutter
Möglicherweise ist eine Mutter auf dem Missionsfeld die Person, der durch einen Besuch oder einen positiven Brief am besten geholfen werden kann. Es gibt wenige, die sich beruflich so unerfüllt fühlen wie eine Mutter, die dem Ruf in die Mission folgte, aber vollzeitlich „als Mutter“ arbeitet.
Die Schrift sagt klar, dass man mit der Entscheidung zu heiraten seinen Ehepartner vor seinen Dienst stellt. 1. Korinther 7,32-34 ist eindeutig: „…aber der Verheiratete ist um die Dinge der Welt besorgt, wie er seinem Mann/seiner Frau gefallen kann …“. Es ist schwierig das Ausmaß dieser göttlichen Aussage anzunehmen. Wenn eine Frau als Ledige vom Herrn in die Mission gerufen wurde, ist sie oft wirklich vom Wunsch getrieben zu dienen, koste es was es wolle. Diese Einstellung wird dann beibehalten, wenn der „Richtige“ ins Leben der Frau kommt. Er ist in gleicher Weise hingegeben.
Dann dienen sie zusammen und erleben ein gewisses Maß an Zufriedenheit, bis sie Kinder bekommen. Trotz der zusätzlichen Verantwortung für die Kinder möchte eine Mutter oft weiterhin ihre völlige Hingabe und all ihre Kraft in die Missionsarbeit stecken. Der Konflikt im Herzen und Denken beginnt, wenn die Kinder nicht als wichtigstes Missionsfeld gesehen werden. Da der Großteil der Fürsorge für die Kinder zumindest in den ersten Jahren von der Mutter übernommen wird, kann sie nicht mehr alles tun, was sie vorher getan hat. Deswegen trägt sie die Last mit sich herum, dass sie ihre Aufgabe in der Mission nicht mehr erfüllt. Ein weiser Vater wird versuchen, der Mutter so viel wie möglich von dieser Last abzunehmen, damit sie nach und nach erkennt, dass ihre vorrangige Aufgabe ihre Kinder sind.
Unzählige Eltern haben diesen Kampf erlebt, weil sie oft ihren Dienst über ihre Kinder stellen, so wie sie den Dienst auch über ihre Ehe gestellt haben. Wenn Paulus lehrt, dass durch eine Ehe der Dienst an die zweite Stelle verschoben wird, dann ist es vernünftig daraus zu schließen, dass die Kinder auch vor dem missionarischen Dienst kommen. Viel zu oft überlässt der Vater die Freude an den Kindern der Mutter, weil er sich um den „Dienst“ kümmern muss. Das verbannt die Mutter noch viel weiter in die dunkle Höhle der Nutzlosigkeit im geistlichen Dienst, sogar was ihre Kinder angeht.
Natürlich ist unsere Beziehung zu Gott wichtiger als alle anderen Beziehungen. Aber die Beziehung zum Ehepartner steht höher als die Beziehung zu den Verlorenen, die ich erreichen will, oder zu den Gläubigen, die ich weiterführen oder ausbilden will.
Der Konflikt wird oft noch schlimmer, weil der Ehemann und Vater normalerweise seine Arbeit in der Evangelisation, Lehre, Predigt, Jüngerschaft und der Ausbildung der Gläubigen fortsetzen kann, während die Ehefrau und Mutter fast alle ihre Aufgaben aufgeben muss, um ihren Kindern zu dienen. Und wenn sie dann die meiste Zeit den Kindern widmet, kann sich der Ehemann vernachlässigt fühlen. Viele Ehen werden wirklich auf die Probe gestellt, wenn ein Kind kommt und so der Ehepartner, meist der Mann, weniger Aufmerksamkeit erhält. Gott hat die Mutter körperlich und emotional so geschaffen, dass sie die Bedürfnisse der Kinder besser stillen kann als der Vater. Diese Aufteilung der Aufgaben ist eine Herausforderung für die Ehe.
Auch auf dem Missionsfeld führt das dazu, dass der Vater in seinem Dienst noch aktiver wird. Er sucht darin die Erfüllung, die er in der Familie nicht mehr findet. Während er sich in das Werk des Herrn stürzt, fühlt sich die Mutter an die Kinder gebunden. Sie hat den Eindruck, dass sie damit die unwichtigere Rolle spielt. In unserer feministischen Welt wird dieser Zwiespalt noch verstärkt, weil Frauen die Möglichkeit haben, in einer Karriere Erfüllung zu finden. Das gibt eine Mutter auf, wenn sie heiratet und Kinder bekommt.
Der Rat aus der Bibel ist der Philosophie der Feministinnen entgegengerichtet, indem er sagt, dass die Ehe an sich Erfüllung bringt. Es ist eine höhere Berufung eine Mutter als eine Missionarin zu sein. Wenn du dich entscheidest zu heiraten und der Herr Kinder schenkt, so ist die Verantwortung deines Dienstes verschoben. Wenn Gott Kinder schenkt, verschiebt er die Prioritäten im Dienst von sich selbst auf die Kinder (1. Korinther 7, 32-33).
In unserer Welt der Selbstverwirklichung ist es schwer, die klare Aussage der Bibel anzunehmen, dass der Herr die Veränderung akzeptiert, wenn du heiratest und Kinder bekommst: Jetzt dienst du ihm, indem du deiner Familie dienst. Das wichtigste Missionsfeld einer Mutter (und eines Vaters) sind ihre Kinder, die von Gott gegeben sind.
Viele Missionare einer vergangenen Generation haben sich gesträubt, das anzunehmen und widmeten sich weiterhin der Missionsarbeit, als ob sie keine Kinder oder Ehepartner hätten. Manche Missionare haben ihre Ehepartner alleine gelassen, „um dem Herrn zu dienen“ und dabei 1. Korinther 7 missachtet. Viele Missionare haben ihre Kinder ins Internat gesteckt, damit die Kinder aus dem Weg sind und sie freie Hand haben, dem Herrn zu dienen. Diese Worte haben wir von Missionaren selbst gehört. Diese Einstellung führte dazu, dass manche „die Welt gerettet, aber ihre Kinder verloren“ haben.
Auf der anderen Seite gibt es Missionare, die so viele Kinder bekommen als ob sie keinen Dienst hätten. Manche dienen als „Missionare“ im Ausland, haben aber sehr wenig Zeit für Missionsarbeit, weil sie ihr Leben für ihre Kinder einsetzen. Für ein Paar mit vielen Kindern scheint es vernünftiger zu sein, wenn sie nach Hause kommen und ihre Kinder hier erziehen, statt ihre Mittel zu verbrauchen (und die des Herrn). Man sollte nicht einfach Kinder am Missionsfeld erziehen und dabei behaupten dem Herrn zu dienen. Viele Eltern würden sich gerne unterstützen lassen und ihre Kinder in einem exotischen Land erziehen, weit weg von der Heimat.
Wenige Missionare können 40 Stunden pro Woche in die Missionsarbeit investieren, wenn sie eine so große Familie haben, die ihre Zeit und Kraft in Anspruch nimmt. Deshalb finden es sogar die Eltern von viel kleineren Familien weise, für ein paar Jahre nach Hause zu kommen, bis ihre Kinder eigenständig sind. Danach können sie sich wieder der Arbeit widmen, die sie als Paar begonnen haben.
Wir sollten einer Mutter beistehen, deren Herz deswegen zerrissen ist. Das ist notwendig, damit es ihr gut geht. Es ist nicht unsere Aufgabe, ihr vorzuschreiben, was die Familie tun soll, wenn der Herr diese Verantwortung dem Vater gegeben hat. Aber es ist eine große Hilfe einer jungen Mutter zu zeigen, dass die Investition ihrer Zeit und Kraft in ihre Kinder biblisch ist. Wir sollten ihr helfen, in der Rolle Zufriedenheit zu finden, die der Herr ihr gegeben hat. Ihre wichtigste Beziehung ist die zum Herrn, als Kind Gottes. Dann folgt die Beziehung zu ihrem Mann und als drittes die zu ihren Kindern. Wenn sie ihre Aufgaben in diesen Bereichen so gut erfüllt hat wie sie kann, kann sie einen weiteren missionarischen Dienst ausführen, wenn er nicht zu viel Engagement fordert.
Es scheint unmöglich zu sein, dass eine Frau in so vielen Aufgaben völlig erfolgreich ist, auch wenn es heutzutage so viele Hilfen gibt, Zeit zu sparen. Es scheint unmöglich, eine Vollzeitehefrau, Vollzeitmutter und Vollzeitkarrierefrau zu sein, auch wenn es sich dabei um die Karriere einer Missionarin handelt.
Die gottesfürchtige Mutter findet ihren Trost im Herrn und in der Ordnung, die der Herr in seinem Wort gibt. Wenn sie in Gottes Anweisungen ruht, hat sie die Freiheit, biblisch zu dienen. Die Leute zu Hause werden es möglicherweise nicht verstehen und werden sich fragen, was sie am Missionsfeld macht. Aber ihr Herz ist ruhig und gefestigt im Dienst, den der Herr ihr gegeben hat. Später werden ihre Kinder aufstehen und sie loben und ihr Mann sollte sie öffentlich für ihren Einsatz auf ihrem wichtigsten Missionsfeld loben (Spr. 31,28).
Wir haben mit Missionaren gesprochen, deren Kinder den Herrn nicht kennen oder ihm nicht folgen, da die Eltern sich mehr darum gekümmert haben, die Nationen ins Reich Gottes zu führen als ihre Kinder. Dieser Schmerz wird sie bis zum Grab begleiten und die Traurigkeit wird zweifellos bis vor den Richterstuhl Christi getragen werden.
Wir teilen den Missionaren ständig mit: Ihr leistet eine großartige Arbeit! Der wichtigste Teil dieser Arbeit führt hoffentlich dazu, dass eure Kinder in der Wahrheit wandeln, weil ihr euch opferbereit für sie hingegeben habt, und weil das für ihre Herzen und ihr Leben sehr wichtig war. Es ist eine größere Freude, wenn die eigenen Kinder zur Familie Gottes gehören, als wenn ihr von der Welt gelobt werdet oder sogar von der Gemeinde oder dem Missionsausschuss.
Unsere Kinder
Sie sind unsere wertvollsten Gaben auf Erden. Aber sie wachsen in einer fremden Kultur auf. Sie sehen unseren Lebensstandard, unseren Kleidungsstil und die ganz andere Zivilisation, in der sie leben. Wenn wir auf Heimatbesuch sind, müssen sie viel mitmachen. Sie kennen die populären Sportarten oder Hobbys ihres Heimatlandes nicht. Sie müssen zu den Versammlungen mitgehen, wenn wir zu Hause sind, und fühlen sich dabei von allen beobachtet. Sie müssen sich sehr gut benehmen, weil wir als Eltern wissen, dass wir oft an dem Verhalten unserer Kinder gemessen werden. Aber das ist schwer für sie.
Du könntest sie positiv beeinflussen, indem du Interesse an ihnen zeigst und dich mit ihnen identifizierst. Wenige zeigen wahres Interesse an unseren Kindern. Du könntest uns helfen, wenn du Zeit mit ihnen verbringst, und indem du deine Kinder dazu ermutigst, sich mit unseren Kindern anzufreunden. Du kannst Interesse zum Ausdruck bringen, indem du an ihren Geburtstag denkst. Lade sie mal ein bei euch zu übernachten, während wir auf Heimatbesuch sind. Nimm sie mit, wenn du mit deinen Kindern essen gehst. Schenke Jungs ein Sportmagazin oder den Mädchen ein passendes Magazin. Informiere sie, wenn ihr auf ein Zeltlager fahrt, das ihnen körperlich und geistlich gut tut.
Sucht euch eine Missionarsfamilie aus, deren Kinder ungefähr gleich alt sind wie eure und nimm dir vor, sie kennen zu lernen. Versucht, euch ihr Leben und eures vorzustellen. Wo gibt es Ähnlichkeiten und wo sind Unterschiede? Betet mit euren Kindern für die Missionarskinder. Lasst eure Kinder den Missionarskindern eine kleine Summe Geld senden, die sie verwenden können wie sie wollen. Sendet kleine Päckchen mit Dingen, über die sich die Kinder freuen. Wenn ihr auf diese Weise eine Beziehung aufbaut, werden sie sich verantwortlich fühlen, euch und eure Familie zu besuchen, wenn sie auf Heimaturlaub sind.
Liebt einander
Wir sind dazu berufen einander zu dienen und das beinhaltet einander zu helfen, zu ermutigen, beizustehen, zu ermahnen, zurechtzuweisen, zu tragen und füreinander zu beten. Der Dienst für den Leib Christi sollte für Missionare nicht anders sein als für die Glieder des Leibes Christi in unserer eigenen örtlichen Gemeinde. Menschen aus jeder Kultur und jeder geistlichen Reife müssen wissen, dass sie geliebt sind, und wir sind dazu da um ihnen das zu zeigen. Der Abschnitt in 1. Korinther 13 stellt unsere Verantwortung füreinander dar, und besonders für die, die so viele Bequemlichkeiten des Lebens hinter sich gelassen haben, um Völkern Gottes Liebe zu bringen, die wir womöglich nie sehen werden.