Gemeinde & Mission

Worauf ich mich freue

von Gooding David

Mitschrift einer formlosen Rede, die D. W. Gooding im Juli 1991 vor einigen Freunden hielt; abgedruckt mit freundlicher Genehmigung.

Ihr stellt mir die Frage, worauf ich mich freue, und ich werde ohne Vorbereitung antworten.

Worauf ich mich am meisten freue, ist das Angesicht unseres gesegneten Erlösers zu sehen. Vielleicht bin ich kein sehr guter Christ, aber ich bin sicher kein alter Heide! In Athen auf dem Marshügel sagte Paulus den Griechen: „Wir sollten nicht meinen, dass das Göttliche dem Gold, Silber oder Stein gleich sei.“ Das wäre ein dummer Gedanke. Warum wäre das dumm? Aus dem einfachen Grund dass wir, als Männer und Frauen, Persönlichkeit besitzen. Wir sind nicht ein Stück Holz oder ein Stück Stein, wir sind Personen. Wir wissen, was Persönlichkeit ist. Es erscheint mir als völlig irrational, wenn jemand meint, dass unsere pulsierende menschliche Persönlichkeit das Produkt von Materie sein soll, von blinder, unpersönlicher Materie.

Ich bin überzeugt, dass meine menschliche Persönlichkeit von dem göttlichen Schöpfer geschaffen ist, der Person, die hinter diesem Universum steht. Meine atheistischen Freunde sagen mir: „Das ist alles nur ein Traum, nur ein Wunschgedanke. Du machst dir einen Gott in deinem Bild, nach deiner Vorstellung! Wenn du ein Elefant mit einem Rüssel wärst, würdest du denken, dass Gott ein Elefant mit einem Rüssel ist.“ Aber nicht ich erschaffe Gott nach meinem Bild. Es ist genau umgekehrt! Die Bibel sagt, dass Gott uns in seinem Bild geschaffen hat. Das ist wunderbar für die Menschheit. Gott hat uns so gemacht, dass er sich uns offenbaren konnte – in der menschlichen Person von Jesus Christus, seinem Sohn. In gewisser Weise habe ich das Antlitz und die Herrlichkeit Gottes in Jesus Christus gesehen, sichtbar in dieser gesegneten Person, die gleichzeitig Gott und Mensch ist. Es ist wirklich so, wie Petrus sagt: Ich liebe ihn schon, obwohl ich ihn noch nicht gesehen habe. Ich vertraue ihm, obwohl ich ihn nicht sehe, und ich freue mich mit unaussprechlicher Freude, die schon von der Herrlichkeit geprägt ist.

Mein erster Wunsch, meine größte Sehnsucht ist, heim in die Herrlichkeit zu gehen, dieses wunderbare Gesicht zu sehen, und die Gemeinschaft zu erleben, für die wir Menschen geschaffen worden sind.

Außerdem freue ich mich darauf, die Schule abzuschließen und ins wirkliche Leben einzutreten. Um ehrlich zu sein machte ich mir in meiner Jugend nicht sehr viel aus der Schule. Manche Abschnitte waren schön und ich hatte Erfolg (ich denke an die Ferien). Das Übrige war gemischt – manches interessant, anderes langweilig und vieles war Plackerei. Ich war froh, herauszukommen und das richtige Leben zu beginnen. Das machte mir viel mehr Spaß als die Schule.

Die Bibel vergleicht das Leben eines gläubigen Christen mit der Schulzeit. Wir werden ausgebildet, wir werden erzogen, wir werden auf das wirkliche Leben vorbereitet, das vor uns liegt. Die Bibel teilt uns mit, dass sogar die wunderbare, herrliche Schöpfung um uns der Vergänglichkeit unterworfen ist. Bis jetzt „stöhnt sie in Geburtswehen, und wartet auf die Offenbarung der erwachsenen Söhne Gottes.“ Die Schöpfung um uns ist sogar jetzt faszinierend, trotz Fluch, Leid und Krankheit. Das Universum ist erst recht atemberaubend. Ich freue mich schon darauf, die Schule zu verlassen und das richtige Leben zu beginnen, mit dem Schöpfer über die Weiten seines Universums zu regieren, und mit Gott all die wunderbaren Pläne umzusetzen, die er sich ausgedacht hat.

Als Gott Adam erschaffen hat, hat er ihn in einen Garten gestellt. Das bedeutet, dass der Rest der Welt kein Garten war. Gott beauftragte ihn: „Du und Eva sollen darüber herrschen und etwas daraus machen. Dort unten am Fluss gibt es Gold, Adam!“ Das waren aufregende Tage, als die Erde jung war und das ganze Potential vor ihnen lag. Aber ach, die Sünde der Menschen! Sie verdarb alles. Eines Tages jedoch wird die Schöpfung von dieser „Knechtschaft der Vergänglichkeit“ befreit werden. Wenn wir Christen unsere geistlichen Lektionen gelernt haben, wenn unsere Ausbildung abgeschlossen ist und wenn die Schule vorbei ist, dann gehen wir weiter ins echte Leben. Gott sei Dank gehen wir nicht in ein himmlisches Altersheim, wo wir unsere Füße auf ein himmlisches Sofa hochlegen. Nein, wir werden mit Christus wirken und regieren.

Aus der Bibel wissen wir, dass es dann keinen Fluch mehr gibt. Diese Welt ist verflucht. Ich hoffe, dass du deine Feldarbeit genießt, und du deine Schreinerarbeit, und du deine Arbeit im Garten und du in der Küche. Trotzdem ist viel von unserer täglichen Arbeit einfach Plackerei, manches ist langweilig, und vieles frustrierend. Es ist einfach nicht der Genuss, der so eine Beschäftigung sein könnte, wenn der Sündenfall nicht gewesen wäre. Aber eines Tages wird der Fluch weggenommen, und es wird eine reine Freude sein, das Universum mit Gott weiterzuentwickeln. Darauf freue ich mich, dank dem Herrn!

Dann freue ich mich darauf, dass mir jeder richtige Wunsch erfüllt wird. Der wunderbare Erlöser verglich die zukünftige Freude mit einem Festessen, das ein König für seinen Sohn hielt. Es wurde jede mögliche Vorbereitung getroffen, um alle berechtigten Wünsche und Erwartungen völlig zufrieden zu stellen. Ich möchte dir sagen, dass Gott dich nicht enttäuschen wird. Vielleicht sieht es so aus, als ob das Leben dich enttäuscht. Du hast Wünsche und Sehnsüchte, aber manchmal wurden sie durch Krankheit oder Unglück nicht erfüllt. Du hast die Qual der inneren Sehnsucht erlebt, die niemals gestillt werden konnte. Du stellst dir etwas vor und verstehst, was das Leben hätte sein können, aber aus diesem und jenem Grund ist es nicht so gewesen. Du hast die Bitterkeit der Enttäuschung geschmeckt. Ich möchte dir in Gottes Namen erklären, dass Gott dich nicht enttäuscht. Jeden berechtigten Wunsch, den er in dich gelegt hat, wird er erfüllen. Und er wird ihn nicht auf der niedrigen Ebene erfüllen, die wir hier unten kennen, sondern auf der unermesslich höheren Ebene seines herrlichen Himmels.

Und schließlich freue ich mich darauf, die Heiligen zu sehen. Unser Herr warnte die Unbekehrten, dass ein Tag kommen wird, wo sie Abraham, Isaak und Jakob und all die Patriarchen und Heiligen sehen werden, wie sie die große himmlische Festhalle betreten und ihre Plätze an der Festtafel einnehmen, aber sie selbst werden davon ausgeschlossen sein. Durch Gottes Gnade werde ich mit den Heiligen am Tisch sitzen dürfen.

Wie herrlich wird das sein, dort zu stehen und die Patriarchen und Heiligen aller Zeiten kommen zu sehen! Wir werden diese Gemeinschaft und den Austausch die ganze Ewigkeit genießen können. Ich freue mich darauf, Sara zu treffen und sie zu fragen, wie es war, mit Abraham in seinem Zelt zu leben. Dann werde ich von Myriaden von Erlösten hören, wie wunderbar sie Gottes Gnade erlebt haben. Was für ein Paradies das sein wird, wenn wir die Herrlichkeit der Gnade Gottes in den Erfahrungen der Heiligen widergespiegelt sehen werden!

Jetzt habe ich kurz beschrieben, worauf ich mich freue. Und darüber hinaus freue ich mich auf den Stein, den ich vom Erlöser bekommen werde, mit einem Namen darauf, den niemand kennt außer dem, der ihn erhält. Ich werde den Erlöser kennen, und für alle Ewigkeit nicht nur die allgemeinen Freuden des Himmels genießen, sondern eine ganz besondere, persönliche Freude: Ich werde den Retter auf eine Weise kennen, die sehr persönlich ist, und die sich davon unterscheidet, wie andere den Herrn kennen.

Wie furchtbar wäre es, wenn seine Worte sich für irgendjemand hier erfüllen würden: „Ihr werdet Abraham, Isaak und Jakob sehen, wie sie an der Festtafel des Himmels Platz nehmen, und ihr werdet hinausgeworfen werden.“ Das muss nicht so sein. Wir können uns einen Platz in dieser Festhalle sichern. Sie ist noch nicht voll!