Worauf es im Leben ankommt
Das Leben ist wie eine Münze. Wir können sie ausgeben, wofür wir wollen. Aber wir können sie nur ein Mal ausgeben. Deswegen ist es äußerst wichtig, dass wir immer wieder innehalten und darüber nachdenken, worauf es im Leben ankommt. Ich habe versucht, einige Überlegungen anzuführen, die in dieser Hinsicht grundlegend sind.
Ist es mir wirklich gelungen, zwischen meiner täglichen Arbeit und meiner Berufung zu unterscheiden? Für die meisten Menschen sollte der Beruf ein Weg sein, um Brot auf dem Tisch und ein Dach über dem Kopf zu haben, und um Geld für das Werk des Herrn zu geben. So eine Arbeit ist nötig und ehrbar, aber sie ist nicht die Hauptsache. Der Herr Jesus war Zimmermann, aber das war nicht seine Berufung. Das große Ziel seines Lebens war zu suchen und zu retten, was verloren ist. Paulus war Zeltmacher, aber er war zum Apostel Jesu Christi berufen. Gott hat nie beabsichtigt, dass jemand als Mensch geboren wird und als Kaufmann stirbt. Wir sind zu Höherem berufen.
Ein Missionar bekam von einer großen Ölgesellschaft das Angebot, ihre Landesvertretung zu übernehmen. Sie verstanden sein Zögern nicht. Sie erhöhten das Angebot dreimal, und dreimal lehnte er ab. „Was hält Sie ab? Ist das Gehalt nicht hoch genug?“, fragten sie. Er antwortete: „Der Preis ist in Ordnung, aber die Arbeit ist zu klein. Der Herr hat mich dazu berufen, Missionar zu sein.“
Ich sollte mich fragen: „Hat die Stoßrichtung meines Lebens Auswirkungen in der Ewigkeit?“ Henry Bosch schrieb: „Die Menschen der Welt werden von hundert Dingen gefangen genommen, nach denen sie jagen, angefangen vom Wunsch, berühmt zu werden bis hin zur Sehnsucht nach zeitlichem Genuss und Reichtum. Der Gläubige wird ermahnt, sich davon abzuwenden. Stattdessen soll er sich dem Herrn hingeben und ewigen Schätzen nachjagen.“ Die Pläne des Narren enden am Grab.
Dr. Barnhouse sagte: „Unser Leben sollte im Licht der Ewigkeit geführt werden. Wo werden du und ich in hundert Jahren sein? Wir sollten unbedingt lernen, wie man nicht für die Dunkelheit dieser nebligen Momente lebt, sondern für das klare und alles offenbarende Licht. Dieses Licht wird all unsere Motive und unser Wesen durchleuchten, viel deutlicher als Röntgenstrahlen durch das Gewebe unseres Körpers scheinen.“
Jenny Lind, die berühmte Opernsängerin, bekehrte sich in New York und beschloss bald darauf, die Bühne für immer zu verlassen. Eines Tages fand sie ein Freund am Strand mit einer offenen Bibel im Schoß. Der Freund fragte, warum sie so eine leuchtende Karriere aufgegeben hatte. Jenny antwortete: „Durch das Showgeschäft dachte ich jeden Tag weniger an die Bibel, und gar nicht mehr an das, was nach diesem Leben kommt. Was hätte ich denn tun sollen?“
Man kann es auch so ausdrücken: Wird mein Leben bleibende Spuren hinterlassen, wenn ich weg bin? Jemand sagte, dass jeder es sich selbst schuldet, dafür zu sorgen, dass er einer ehrbaren Arbeit nachgehen kann, während sein Leib im Grab liegt. Wenn ich die Bühne verlasse, sei es durch Tod oder Entrückung, wird man von mir sagen: „Es ist, als hätte er nie gelebt.“ ???
Ich sollte mich fragen: „Raubt mir meine Arbeit so viel Zeit und Kraft, dass die Interessen des Herrn zu kurz kommen?“ Es kann in meinem Beruf einen Punkt geben, an dem ich sagen muss: „Bis hierher kommst du und nicht weiter, und hier soll aufhören der Stolz deiner Wellen“. – wenn ich eine Beförderung und Gehaltserhöhung ablehnen muss, um meine Aufgabe in der örtlichen Gemeinde zu erfüllen.
Von Zeit zu Zeit sollte ich das überprüfen: Werde ich im Geschäft von Habsucht motiviert, dem unersättlichen Wunsch nach Mehr, nach einem höheren Lebensstandard? Viele sind längst nicht mehr damit zufrieden, mit den Nachbarn mitzuhalten – sie wollen sie ausstechen. Es ist eine Falle, die uns damit zufrieden sein lässt, unwichtige Figuren in einem bald endenden Spiel zu sein. Wir sind damit zufrieden, Experten in Unterwasserfotographie zu werden, während über uns die Vision von Christus am Kreuz brennt. Jedes christliche Ehepaar sollte sich hinsetzen und entscheiden, welcher Lebensstandard für sie reicht, damit alles darüber hinaus in das Werk des Herrn gehen kann. Das ist Leben im Glauben.
Manchmal werden wir durch Ruhm abgelenkt. Ich frage mich: „Werde ich von der Ehre der Welt motiviert?“ Rudyard Kipling hielt die Abschlussansprache an der McGill Universität und er riet den Studenten, sich nicht zu viel um Geld, Macht und Ruhm zu kümmern. „Eines Tages werden Sie vor einem Mann stehen, dem all diese Dinge nicht wichtig sind, und dann werden Sie erkennen, wie arm Sie sind!“ Dieser Mann ist der Herr Jesus, ob Kipling das bewusst war oder nicht. Der Retter machte sich selbst zu nichts. Wer für den Ruhm der Welt lebt, verkauft sein Erstgeburtsrecht für eine Schale voll Linsen. Stell dir vor, Leute geben ihr Bestes für ein Band, eine Plakette oder einen Pokal! Ein Mann, der für diese Dinge lebte, sagte als seine Sonne unterging: „Der Traum der Verwirklichung war besser als die Verwirklichung des Traumes.“
Ein ehemaliger Athlet sagte: „Die packendste Erregung meines Lebens war, als ich das erste Mal das entscheidende Tor in einem großen Spiel schoss, und ich den Aufschrei der tobenden Menge hörte. Aber in der Stille meines Zimmers überkam mich an diesem Abend ein Gefühl der Sinnlosigkeit. Was ist denn das schon wert? Gibt es denn nichts Besseres, wofür man leben kann, als Tore zu schießen?“
Eine andere Frage lautet: Bringt mich meine Arbeit zu etwas, das gesetzlich oder moralisch fraglich ist? Ein Christ kann jeder Beschäftigung nachgehen, aber sie muss ehrbar sein. Man kann nicht mit den hervorragenden Eigenschaften eines Produkts werben, wenn das Produkt diese Eigenschaften gar nicht hat. Der Herr hasst falsche Maße und Gewichte. Der Chef von Adam Clark verlangte von ihm, die Seide zu dehnen, wenn er sie für einen Kunden abmaß. Clark antwortete: „Ihre Seide kann sich dehnen, aber mein Gewissen nicht.“ Später verwendete der Herr Adam um einen Kommentar zur Bibel zu schreiben. Wir stehen vor unzähligen Versuchungen zum Kompromiss, besonders, wenn es um Geld geht. Wie kann ich Lotterielose verkaufen, wenn ich damit der Habsucht im Herzen der Menschen diene?
Schließlich frage ich mich: „Bin ich frustriert von der Sinnlosigkeit dessen, womit ich mein Leben verbringe?“ Als Dr. Martin Lloyd-Jones die Medizin verließ um das Evangelium zu verkünden, konnten seine Freunde das nicht verstehen. Hören wir seine eigenen Worte dazu: „Die Menschen sagten zu mir: Warum geben Sie eine gute Arbeit auf, einen guten Beruf, den Beruf als Mediziner, warum verlassen Sie das? Wenn Sie zum Beispiel in einem Wettbüro gearbeitet hätten, und Sie das aufgeben würden um das Evangelium zu predigen, dann würden wir zustimmen und Sie dafür loben. Aber Medizin, einen ehrbaren Beruf, die Kranken heilen und Schmerzen lindern! Ein Mann sagte sogar: Wenn Sie ein Hausierer wären und das aufgeben würden, würde ich Ihnen anerkennend auf den Rücken klopfen, aber Medizin! Nun, ich wollte am liebsten sagen: Wenn Sie mehr von der Arbeit eines Arztes wüssten, würden Sie es verstehen. Wir verwenden unsere meiste Zeit damit, die Menschen zusammenzuflicken, damit sie wieder zu ihrer Sünde zurückkehren. Ich sah Menschen im Krankenbett, ich sprach mit ihnen über ihre unsterbliche Seele, und sie versprachen große Dinge. Dann erholten sie sich und gingen sofort zurück zu ihrer alten Sünde! Ich erkannte, dass ich den Menschen half zu sündigen, und entschied mich, damit aufzuhören. Ich möchte Seelen heilen. Wenn jemand einen kranken Körper hat, und seine Seele ist in Ordnung, dann geht es ihm gut bis zum Ende. Aber einem Mensch mit einem gesunden Körper und einer kranken Seele mag es für sechzig Jahre oder so gut gehen, und dann steht er vor einer Ewigkeit in der Hölle. O ja! Manchmal müssen wir etwas Gutes aufgeben für das, was am Besten ist, für die Freude der Rettung und der Neuheit des Lebens.“
Ich muss immer schmunzeln, wenn ich daran denke, was die Freunde von C. T. Studd zu ihm sagten, als der Herr ihn auf das Missionsfeld rief. „Du bist verrückt, den Sport aufzugeben und Missionar zu werden. Kannst du nicht warten, bis deine Kricket-Karriere zu Ende ist? Kannst du als Sportler nicht mehr für Gott erreichen? Warum solltest du als Missionar in ein Land gehen, wo sie von Kricket noch nie etwas gehört haben?“ Aber Studd war bereit, das Bedeutungslose aufzugeben, um das Bedeutende zu finden. Er verließ die Phantasie um die Realität zu finden.
Als Diener Christi haben wir kein Recht, unser Leben damit zu verbringen, Bilder in einem brennenden Haus gerade zu hängen, oder die Stühle auf der Titanic zu ordnen. „Wenn die Welt in großer Gefahr ist, können Beschäftigungen, die an sich nicht sündig sind, ganz verkehrt sein“ (Corrie ten Boom).
Ich schließe mit einer bohrenden Frage von Michael Griffith: „Was werden wir am Ende unseres Lebens vorzeigen können? Werden wir dann an kleinen Belohnungen und Erfolgen gemessen, ein paar Zeugnissen aus der Schulzeit, ein paar Pokalen als Erinnerung an athletische Geschicklichkeit, Medaillen, Zeitungsausschnitten, Beförderung im Beruf, Ansehen in unserem Wohnort, einer gravierten Uhr beim Ausscheiden aus dem Betrieb, einer schönen Todesanzeige, einem gut besuchten Begräbnis? Ist das alles, was dein Leben ausgemacht hat?“
Um das zu vermeiden, sollte ich mich wirklich den obigen Überlegungen stellen. Sie zeigen, worauf es im Leben ankommt.