Gemeinde & Mission

Auf ihren Grund und Boden – Teil 5

von Anonym

Tom Short ist Straßenevangelist und Autor von „Fragwürdig“. Hier ein Auszug aus seinem neuen Buch, worin er beschreibt, wie man das Evangelium auf die Wellenlänge der Verlorenen bringt. Der Originaltitel ist „Takin´ it to their Turf“.

Auch wenn du nicht auf der Straße oder an einer Universität predigst, wird dir Mut machen, was Tom schreibt. Du kannst das verwenden, wo auch immer du über das Evangelium redest. Fortsetzung folgt.

„Wenn ich das tue, komme ich in die Hölle“

Iowa State Universität

Auch wenn wir das oft nicht erkennen: eine Seele für Christus zu gewinnen, heißt sie aus den Klauen des Teufels zu reißen. Das ist ein geistlicher Kampf und manchmal ist es sehr offensichtlich, wenn man eine Person aus dem Machtbereich der Finsternis rettet.
Es war ungefähr um Mitternacht und meine Gastgeber waren bereits ins Bett gegangen. Ich war noch wach und unglaublich durstig. Nach einem langen, heißen und anstrengenden Tag an der Iowa State Universität brauchte ich dringend ein erfrischendes Getränk. Also zog ich meine Schuhe an und machte mich auf den Weg zum kleinen Supermarkt am Ende der Straße, um meinen Durst zu stillen. Als ich die Getränkeauswahl durchsah, kamen zwei Austauschstudenten herein – ebenfalls auf der Suche nach Getränken. Sie erkannten mich als den Prediger, den sie untertags am Campus gesehen hatten.  Sie verstrickten mich in ein Gespräch und schon nach kurzer Zeit wurde klar, dass einer von ihnen, Nahas, aus einer kleinen arabischen Nation im Nahen Osten, sehr interessiert daran war, was ich über Jesus zu sagen hatte. Er war so interessiert, dass ich ihn fragte, ob er gleich dort im Supermarkt Christ werden wollte. „Nicht jetzt“, sagte er. „Ich habe eine Sünde, die ich heute Nacht bekennen muss. Morgen werde ich Christ.“ Er hatte erkannt, dass Christ zu werden bedeutet Christus nachzufolgen. Das wollte er nicht tun, solange die Sache nicht ausgeräumt war. Er versprach mir aber, dass er um 11.00 Uhr am nächsten Tag bereit sei. Wir vereinbarten für diese Zeit ein Treffen am Campus. Und da war er auch, pünktlich wie vereinbart. Es stellte sich heraus, dass Nahas in der vorigen Nacht noch eine bestimmte Person beleidigen wollte, die ihn ein paar Tage vorher beleidigt hatte. Das hatte er getan und nun war er bereit so zu leben, wie Christus es wünscht. Ich besprach noch einmal die Grundlagen des Evangeliums mit ihm und fragte, ob er immer noch Jesus als seinen Herrn und Retter annehmen wolle. Plötzlich erschien Nahas seltsam abwesend und verunsichert. Er brachte einige lahme Ausreden vor, warum er nicht zu Christus kommen könne; es schien als würde er sie selbst nicht ganz glauben. Irgendetwas stimmte nicht, doch ich konnte nicht genau sagen was es war. Aus einem unerfindlichen Grund fragte ich: „Nahas, hörst du Stimmen in deinem Kopf, die dir sagen das nicht zu tun?“
Ziemlich erstaunt blickte er mich an. „Woher hast du das gewusst?“ Ich wusste es nicht. Um ehrlich zu sein, hatte ich diese Frage noch niemandem zuvor gestellt.
„Was sagen diese Stimmen zu dir?“, fragte ich.
„Sie schreien mich an und sagen, wenn ich das tue, komme ich in die Hölle.“
Der ängstliche Ausdruck in seinen Augen sagte mir, dass er es todernst meinte.
„Hast du diese Stimmen früher schon einmal gehört?“
„In den letzten Wochen wollte ich ein paar Mal eine Gemeinde besuchen. Doch jedes Mal, wenn ich nur in die Nähe komme, schreien die Stimmen. Es wird so schlimm, dass ich nicht hineingehen kann“, vertraute er mir an.
„Nahas“, fragte ich, „denkst du, dass du von einem Dämon besessen sein könntest?“
Er dachte lange nach, bevor er antwortete. „Als ich ein Baby war, wurde ich sehr krank. Meine Eltern wussten nicht, was sie tun sollten, also brachten sie mich zu meiner Tante, die eine Voodoo-Heilerin ist. Sie betete für mich und ich wurde gesund. Danach sagte sie mir jedes Mal, wenn sie mich sah, dass ich nun den Voodoo-Göttern gehöre.“
„Würdest du gerne von ihnen frei werden?“ Es war offensichtlich, dass er nicht glaubte, dass das möglich sei. Er sagte mir, dass er schon versucht hätte, die Stimmen loszuwerden, doch ohne Erfolg. Sie quälten ihn oft in der Nacht, hielten ihn wach und machten ihm Angst. Nach langem Hin und Her erlaubte er mir für seine Befreiung zu beten.
Ich bin kein Experte in solchen Dingen, aber ich glaube an die Macht Gottes. In Jesu Namen habe ich Satan und seine Dämonen gebunden und gefleht, dass Nahas von den bösen Geistern befreit wird. Nach intensivem Gebet blickte er mich erleichtert an – mit Frieden in den Augen und einer freien Seele. Die Stimmen hatten aufgehört. Er war von einer Macht befreit, die ihn fast 20 Jahre lang unterdrückt hatte!
Doch eine solche Erlösung ist nicht genug. Nahas brauchte Jesus als Retter. Nahas zögerte nicht. Er packte die Gelegenheit beim Schopf und übergab sein Leben Jesus. Mit großer Freude im Herzen bat er Jesus um Vergebung für seine Sünden. Er bat, dass Jesus ihn anleiten sollte, sein Leben zu leben, wie es gedacht war.
Nahas wuchs unter der Herrschaft böser Geister in einem Land auf, in dem es keine einzige christliche Kirche gibt. Er kam wegen seines Studiums an die Iowa State Universität, doch Gott hatte einen größeren Plan für ihn als er ihn nach Amerika führte. Heute ist Nahas ein aktiver Mitarbeiter, der Zeugnis ablegt und andere internationale Studenten für Christus gewinnt.

„Deswegen habe ich dich bestehen lassen …“

Miami Dade College

Gott ist ein großer Gott und er verwendet alle möglichen Dinge, um die Aufmerksamkeit einer Person zu erregen.

Pedro war Student am Miami Dade College. Seiner Erzählung zufolge kam er am Morgen als Agnostiker an den Campus und verließ ihn als gläubiger Christ. Doch nicht nur das, als ein Skeptiker meinen Glauben an Jesus hinterfragte, meldete sich Pedro mutig mit Beweisen für die Auferstehung Christi zu Wort – mit Argumenten, die er erst eine knappe Stunde vorher in einem persönlichen Gespräch mit Freddy Perez, einem begnadeten Evangelisten und guten Freund von mir, gelernt hatte. Was hatte Pedros Aufmerksamkeit geweckt und zu einem solch schnellen und bedeutenden Wandel in seinem Leben geführt?

Pedro war an unserem Büchertisch vorbeigegangen, an dem wir Informationen über die Existenz Gottes ausgestellt hatten. Der Titel „Fragen an Vertreter der Evolutionstheorie“ sprang ihm ins Auge und er dachte, dass unser Büchertisch die Evolutionstheorie bewerbe. Neugierig wie er war, beschloss er näher hinzusehen. Doch unser Büchertisch bekräftigte die Evolutionstheorie gar nicht – wir stellten diese Ansicht in Frage! Pedro hörte das erste Mal in seinem Leben Gründe dafür zu glauben, dass Gott ihn geschaffen hat. Die Info zur Schöpfung auf unseren Plakaten machte Sinn und war überzeugend, doch vor allem beantwortete sie die Fragen, die Pedro seit Jahren beschäftigt hatten: „Warum bin ich am Leben?“, „Was ist der Sinn meines Lebens?“
Du merkst schon: Pedro war kein typischer Student. Er erzählte mir, dass er mit nur fünfeinhalb Monaten zur Welt gekommen war. Während die Ärzte auf der Intensivstation um sein Leben kämpften, sagten andere seiner Mutter, dass Pedro niemals sehen, sprechen oder gehen würde. Doch da stand er vor mir – gesund und munter. Er hatte sich oft gefragt, warum er ganz ohne die vorhergesagten körperlichen Behinderungen leben konnte.
Als er unsere Plakate las und hörte, wie ich über den Schöpfergott sprach – einen Gott der wunderbaren Kraft und der unglaublichen Liebe – wurde seine Frage beantwortet. Die „Wissenschaft“ konnte nicht erklären, warum er so gesund überlebt hatte; doch in Gott fand er die Antwort!

Ich habe immer dafür plädiert, dass der Streit zwischen Schöpfungs- und Evolutionstheoretikern viel mehr bedeutet als die Frage, ob die „Wissenschaft“ das erste Buch Mose und die Unfehlbarkeit der Schrift widerlegt oder nicht. Darwinismus ist eine Idee, eine Philosophie, die komplett gegensätzlich zu einem biblischen und fundierten Weltbild steht. Beispielsweise sollte eine Person mit Ende ihrer Ausbildung die altbekannten Fragen beantworten können: „Wer bin ich?“, „Wie bin ich hierhergekommen?“, „Was ist der Sinn meines Lebens?“, „Was ist meine Bestimmung?“
Wenn man der darwinistischen Evolutionstheorie folgt, lauten die Antworten:

  • Ich bin ein Tier.
  • Ich bin hier als Ergebnis von zufälligen Mutationen und natürlicher Auslese.
  • Der Sinn meines Lebens ist es, stark und fit genug zu sein, um zu überleben.
  • Meine schlussendliche Bestimmung ist es, im Erdboden von Würmern zerfressen zu werden.

Wenn du nach der biblischen Schöpfung gehst, hören sich deine Antworten so an:

  • Ich bin ein menschliches Wesen, gemacht im Ebenbild meines Schöpfers, dem allmächtigen Gott.
  • Ich bin hier, weil Gott mich gemacht hat und mir Leben gab.
  • Der Sinn meines Lebens ist es Gott und die Menschen zu lieben.
  • So wie jeder andere Mensch werde ich meine Ewigkeit entweder im Himmel oder in der Hölle zubringen.

Das Gedankengerüst der Evolutionstheorie gaukelt uns vor, dass die Suche nach Gott unnötig ist. Nur eine schwache Person würde danach fragen. Das Leben aus der Perspektive der biblischen Schöpfung zu betrachten zeigt uns, dass die Suche nach Gott das Fundament des Lebens ist. All das erkannte Pedro an diesem Nachmittag. Sein Leben machte nur Sinn, wenn es einen Gott gab, der ihn geschaffen hatte. Nachdem diese Frage geklärt war, ging er mit Freude den nächsten Schritt: Er erhielt Frieden mit Gott durch Jesus Christus.

„Geh hinaus auf die Wege und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, damit mein Haus voll werde.“ (Lukas 14, 23)

Übersetzt von Veronika Sattlecker

Fortsetzung folgt