Beispiele für Weisheit (Sprüche 4,1-13)
Aus: Das Buch der Sprüche
Kommentar von William MacDonald, der bei CLV erscheinen soll
Titel des englischen Originals: « Proverbs, a Devotional Commentary »
Ein Tipp: Lies doch die Erklärungen am besten zusammen mit dem Bibeltext. Sie sollen helfen, den Text zu verstehen. Ohne den Bibeltext hängen sie in der Luft.
V.1 Salomo erinnert sich an seine eigene Jugend und an die Ermahnungen seiner Eltern. Dieses geistliche Erbe möchte er an alle seine Kinder weitergeben. Er drängt sie, ihm aufmerksam zuzuhören und alles daranzusetzen, die Lehre zu verstehen.
V.2 Seine Lehre ist von so hohem Wert, dass seine Kinder niemals davon abweichen sollen. Im Französischen gibt es den Ausdruck „Noblesse oblige“(Adel verpflichtet). Er verdeutlicht, dass Menschen von adligem Geschlecht oder Rang verpflichtet sind, sich entsprechend zu verhalten. Salomos Kinder waren Mitglieder der königlichen Familie. Daher wurde von ihnen erwartet, dass sie sich ihrem Stand gemäß verhielten. Er wollte sie bestmöglich auf ihre Verpflichtungen vorbereiten. Dies schloss Weisungen zu Kleidung, persönlichem Auftreten, Höflichkeit, Gesetzestreue und Traditionen ein.
Christliche Eltern sollten die Erziehung ihrer Kinder darauf ausrichten, dass ihre Söhne und Töchter eines Tages durch den Glauben an Jesus Christus Kinder des ewigen Gottes sein werden. Sie werden zur königlichen Familie gehören. Aus diesem Grund wird man von ihnen erwarten, dass sie sich von anderen unterscheiden, und diese Erwartung sollte nicht enttäuscht werden. Ihr Verhalten sollte stets tadellos sein im Hinblick auf Heiligkeit, Liebe und Reinheit.
V.3 Salomo blickt auf die Zeit seiner Jugend zurück und erinnert sich, dass seine Eltern alles dafür getan haben, ihn nach göttlichen Maßstäben zu unterweisen. Er war ihnen so wichtig, dass sie keine Mühen gescheut haben, ihn auf seine königlichen Aufgaben vorzubereiten.
V.4 Er erinnert sich noch gut an die Worte seines Vaters und daran, dass dieser stets die Bedeutung der Weisheit für ein gottesfürchtiges Leben betont hatte. Durch aufmerksames Zuhören, treues Festhalten an dem Gelernten und ständigen Gehorsam würde er ein sinnvolles und reiches Leben führen.
V.5 Letztendlich läuft alles darauf hinaus, Weisheit – und damit die Zugehörigkeit zu Christus – zu erwerben. Der Sohn sollte lernen, gute Entscheidungen zu treffen und so die bestmöglichen Ergebnisse auf die bestmögliche Weise zu erzielen. Er sollte immer das Richtige tun. Sofern er dies niemals vergisst und nicht von der Lehre seines Vaters abweicht, wird er alles richtig machen.
V.6 In Offenbarung 2,4 hat die Gemeinde ihre erste Liebe verlassen. Hier besteht die Gefahr darin, die Weisheit zu verlassen. Dies geschieht durch Leichtsinn, Nachlässigkeit und schlechte Entscheidungen. Eltern mögen ihre Kinder gut erziehen, doch wenn die Kinder sich nicht an das halten, was sie gelernt haben, ist die Erziehung nutzlos. Betrachtet man die Weisheit als einen geliebten Gefährten, so wird sie einen davor bewahren, Schiffbruch zu erleiden. Gleiches gilt für uns: Wenn wir uns entscheiden, ein Leben für den Herrn zu führen, so wird er uns vor Unheil bewahren.
V.7 Weisheit ist die Hauptsache. Da der Herr Jesus unsere Weisheit ist, kann man sagen, dass unsere wichtigste Lebensaufgabe darin besteht, ihn als Herrn und Erlöser anzunehmen. Der Gläubige sollte sich von nichts und niemandem davon abhalten lassen, Jesus zu vertrauen und sein kostbares Wort zu studieren.
V.8 Indem wir ihn im Glauben annehmen und ihm damit unser Leben übergeben, wird er uns neue geistliche Höhen erschließen und uns ehren.
Ken war kein besonders erfolgreicher Autoverkäufer, denn er war nicht bereit, unehrliche Verkaufsmethoden anzuwenden. Sein Chef rief ihn zu sich und sagte: „Ken, wenn du für mich arbeiten willst, muss die Firma in deinem Leben den wichtigsten Platz einnehmen.“
Ken antwortete: „Sir, die Firma wird niemals den wichtigsten Platz bei mir einnehmen. Der Herr steht bei mir an erster Stelle. Dann kommt meine Familie und erst als drittes kommt die Firma.“
Ken verlor daraufhin seinen Arbeitsplatz, doch schon bald fand er eine neue Anstellung, bei der er seinen Glauben nicht verraten musste. Der Herr ehrte ihn, weil er dem Herrn Ehre erwiesen hatte.
V.9 Treue zu Jesus Christus führt hier auf der Erde zu moralischer Schönheit und zu einem edlen Charakter. Im Himmel wird sie mit einer Krone der Ehre und des Lebens belohnt werden.
V.10 Nachdem er die Ermahnungen seines eigenen Vaters zusammengefasst wiedergegeben hat, bekräftigt Salomo sie nun mit seinen persönlichen Ratschlägen. Wenn sich sein Sohn belehren lässt, wird Gott ihn dafür mit einem guten und langen Leben (oder mit etwas noch Besserem) belohnen.
V.11 Der Vater hat seine Pflicht erfüllt, wenn er den Sohn den rechten Weg der Weisheit lehrt. Dies ist das Privileg, aber auch die Verantwortung von Eltern: den Kindern ein gutes Fundament zu geben und sie von Anfang an auf den rechten Weg zu führen.
V.12 Ein Sohn, der sich an das Gehörte hält, wird niemals stolpern und kann ungehindert seinen Weg gehen.
V.13 Wenn er die Weisheit niemals aufgibt und um jeden Preis an den Ratschlägen des Vaters festhält, wird er feststellen, dass diese ihm ein erfülltes Leben ermöglichen, ein Leben, das lebenswert ist.