Bin ich errettet?
Von Selbstzweifeln zur Heilsgewissheit
Eiskalt läuft es mir beim Bibellesen den Rücken hinunter: „Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt in ihm; und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist.” (1. Joh 3,9)
Da hast du’s! Ich bin also doch nicht wiedergeboren. Irgendetwas muss ich bei meiner Bekehrung falsch gemacht haben, also bekehre ich mich lieber noch einmal.
Als Kind aus christlichem Elternhaus habe ich viele Jahre der Heils-Ungewissheit, der Selbstzweifel und dutzende “Bekehrungen” hinter mir. Ich habe mein Leben Jesus nicht einmal, sondern oftmals gegeben. Aus Gesprächen weiß ich, dass ich alles andere als ein Einzelfall bin. Aus schlechtem Gewissen traut man sich meist nicht, darüber zu reden. Somit bemerken die Eltern, geistliche Vorbilder oder Freunde den inneren Kampf der Kinder und Jugendlichen oft nicht.
Im Folgenden gehe ich auf die Fragen und Zweifel ein, die mich beschäftigt und gemartert haben. Das soll einerseits denen helfen zur Heilsgewissheit zu kommen, die das Gleiche durchmachen. Andererseits soll es als Weckruf dienen, die verborgenen Nöte unserer Geschwister zu erkennen und ihnen zu helfen.
Bringe ich die richtige Frucht?
“Bringt nun der Buße würdige Frucht.” (Mt 3,8)
Ich habe mich mit etwa sieben Jahren bekehrt. Danach hatte ich viele Jahre lang Zweifel, ob ich das richtig gemacht hatte, weil mich die Sünde immer noch täglich begleitete. Ich war meinen Eltern ungehorsam, stritt mit meinen Geschwistern. Sollte der Heilige Geist mein Leben als Christ nicht verändern?
Ja, das soll er! Und die Warnung aus dem 1. Johannesbrief darf auch keinesfalls kleingeredet werden. Wenn jemand gar keine Sündenerkenntnis hat, oder sich “bekehrt” hat, aber fröhlich weiter sündigt und keine Änderung der Einstellung sichtbar wird, hätte ich ernsthafte Zweifel an der Echtheit der Buße. Allerdings ist es (leider) normal, auch als echter Christ noch zu sündigen (siehe 1. Joh 1,8). Der Weg aus diesem jahrelangen Zweifel ging für mich über Kapitel 7 des Römerbriefes.
„Denn nicht das Gute, das ich will, übe ich aus, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.” (Röm 7,19). Das große Vorbild Paulus beschreibt in diesem Zusammenhang, wie er nach seiner Bekehrung immer noch mit Sünde kämpft. Es war für mich eine riesige Erleichterung das zu erkennen.
Wo ist jetzt aber der Unterschied zwischen dem Nichtbekehrten, der unbesorgt weiter sündigt, und Paulus, der weiterhin sündigt? Er liegt im Wort “unbesorgt”! Die Pharisäer hatten kein Problem mit ihrem Lebensstil, er musste nicht geändert werden. Paulus hingegen beschreibt, dass er das tut, was er nicht will. Wenn du gegen Sünde kämpfst, sie bekennst und loswerden willst, ist das ein gutes Zeichen echter Buße.
Habe ich die Sünde gegen den Heiligen Geist begangen?
„Denke jetzt nicht an einen Weihnachtsbaum!“ Hast du soeben an einen gedacht? Ähnlich geht es einigen Menschen, wenn sie lesen: „Deshalb sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird den Menschen nicht vergeben werden.” (Mt 12,31) Ein lästernder Gedanke gegen den Heiligen Geist schießt plötzlich in den Kopf, und schon ist es zu spät. Ewige Verdammnis ist die Folge, es gibt keine Chance mehr. Oder?
Die entscheidende Frage ist, was mit “Lästerung des Geistes” gemeint ist. Und wie immer wird die Bedeutung vom Zusammenhang bestimmt: Jesus hat durch den Geist Gottes Dämonen ausgetrieben. Anstatt an ihn zu glauben, haben die Pharisäer gesagt: „Durch den Fürsten der Dämonen treibt er die Dämonen aus.“ Sie haben das eindeutige Wirken des Heiligen Geistes den Dämonen zugeschrieben. Das war eine absichtliche und bewusste Ablehnung – sie wollten ihn einfach nicht. William MacDonald schreibt: “[…] die Tatsache, dass jemand sich darüber Gedanken macht, [die Sünde begangen zu haben, ist] ein Zeichen dafür, dass er sie nicht begangen hat. Diejenigen, die sich dieser Sünde schuldig gemacht hatten, waren in ihrem Widerstand gegen Jesus verhärtet und uneinsichtig.” Wenn du dir darüber Sorgen machst, bist du offensichtlich nicht verhärtet und hast diese Sünde nicht begangen!
Ist mein Glaube echt?
“Und dann werde ich ihnen erklären: Ich habe euch niemals gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter!” (Mt 7,23)
Ein wahrer Alptraum: Ein Leben lang dem Herrn nachzufolgen, zu glauben man sei errettet, um dann am Tag des Gerichts eine böse Überraschung zu erleben! Kann mir das passieren? Nun, wenn du wirklich Buße getan hast und an den Herrn Jesus glaubst, so dass du allein auf sein Opfer zur Vergebung deiner Sünden vertraust: Nein, dann kann dir das nicht passieren. Denn der Unterschied zwischen dir und den falschen Nachfolgern ist, dass sie ihr Vertrauen auf ihre Werke gesetzt haben: „Herr, Herr, haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan?” (7,22)
Aber woher weiß ich, dass ich echten Glauben habe? Im Gleichnis vom Ackerfeld gibt es ja auch Menschen, die zunächst wie Gläubige aussehen, dann aber doch keine sind. Das stimmt, aber das sind solche, „die für eine Zeit glauben und in der Zeit der Versuchung abfallen.” (Lk 8,13) Sie erleben also nicht beim Gericht eine böse Überraschung, sondern der Herr ist so gnädig, dass er Versuchungen zulässt, damit sie schon jetzt erfahren, dass ihr Glaube nicht echt ist. Dadurch haben sie sogleich die Gelegenheit umzukehren und wirklich errettet zu werden.
Wenn du an den Herrn glaubst, aber über deine innersten Motive unsicher bist, ist mein Rat: Folge ihm einfach nach, diene ihm. Das ist so ähnlich wie bei der Google Maps Navigation. Wenn das Auto noch steht, kann man das Handy drehen, wie man will, aber oft sieht man nicht, ob das Auto in die richtige Richtung schaut. Erst wenn man losfährt, dreht sich der Pfeil nach einiger Zeit falls man falsch unterwegs ist. Wenn wir uns nur um uns selbst drehen und unsere inneren Motive prüfen wollen, führt das zu nichts. Stattdessen sollten wir uns einfach in Bewegung setzen, ihm nachfolgen, Dienste übernehmen, seinen Willen tun. Dann werden Prüfungen kommen. Wenn du irgendwann draufkommen solltest, dass du falsch ausgerichtet bist, kannst du einfach umkehren. Ansonsten brauchst du ihm nur geradlinig nachzufolgen.
Werde ich durchhalten?
„Das ist ja gerade das Problem”, sagst du vielleicht. „Ich glaube jetzt, aber woher weiß ich, dass ich nicht in der Zeit der Versuchung abfallen werde, wie der dünne Boden vom Ackerfeld?” Wenn du jetzt echten Glauben hast, wirst du den für immer haben. Der dünne Boden hat im Gegensatz dazu nämlich schon von Anfang an keine Wurzeln und wird nicht erst durch die Versuchungen so dünn. Die Versuchungen zeigen nur, was von Anfang an falsch war. Wenn der Same in deinem Herzen auf guten Boden gefallen ist, können die Versuchungen die Pflanze deines Glaubens niemals ausreißen, weil sie Wurzeln geschlagen hat.
Wenn du aus Glauben wiedergeboren wurdest, bist du ein Kind Gottes. Eine Geburt kann nicht rückgängig gemacht werden. Johannes schreibt: „Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt.” (1. Joh 5,4a) Das steht schon vom Zeitpunkt der Wiedergeburt an fest. Indem uns Gott den Heiligen Geist gibt, bestätigt er laut Epheser 1,13 auch schon wie mit einem Siegel, dass wir unversehrt am Ziel ankommen. Deshalb ist es laut Johannes möglich zu wissen, dass man ewiges Leben hat. (1. Joh 5,13) Nicht du musst den Herrn bis zum Schluss festhalten, sondern er hält dich. Das bestätigt Gott im ersten Petrusbrief: „…die ihr durch Gottes Kraft durch Glauben bewahrt werdet zur Errettung.” (1. Petr 1,5a) Wenn du den Herrn einmal durch Glauben angenommen hast, musst du nicht mit deiner Kraft durchhalten, sondern er wird dich durch seine Kraft zur Errettung bewahren.
Ist mein Glaube stark genug?
„Na gut”, sagst du nun. „Ich glaube aufrichtig an Jesus und weiß, dass ich nur durch den Glauben an ihn gerettet werde. Aber was, wenn mein Glaube nicht stark genug ist? Ich habe ja immer wieder einmal Zweifel.”
Gott sei Dank werden wir nicht durch die Stärke unseres Glaubens errettet – sonst wären sowohl die Jünger als auch wir verloren. In Johannes 13,11, also kurz vor der Kreuzigung, sagt Jesus zu den Jüngern in Bezug auf die Wiedergeburt: „Ihr seid rein, aber nicht alle”. Im nächsten Vers wird nur Judas als Ausnahme genannt. Offensichtlich waren also alle Jünger, die nach der Auferstehung noch erhebliche Zweifel hatten, schon davor gerettet! Petrus hat nur kurze Zeit später den Herrn verleugnet – obwohl er schon rein war. Sein Glaube war schwach, aber der Herr Jesus selbst hat sich im Gebet für Petrus eingesetzt, dass sein Glaube nicht aufhört (Lk 22,32). Auch heute setzt er sich Tag für Tag als Hohepriester für uns ein (Hebr 7,25). Wenn wir einen starken Glauben aufbringen müssten, wäre es ja eine Leistung, die zur Rettung notwendig ist, und nicht reine Gnade.
Die größte Erleichterung für mich war herauszufinden, dass rettender Glaube im Neuen Testament nicht ein „mit-100%-Wahrscheinlichkeit-für-wahr-Halten” von etwas ist, sondern eine Entscheidung. Es ist eine Entscheidung, sich bezüglich der Errettung von nun an nur auf den Herrn Jesus und sein Erlösungswerk zu verlassen. Es ist wie bei einer Hochzeit: Man sammelt viele Indizien über jemanden, um herauszufinden, ob die Person vertrauenswürdig ist. Irgendwann kommt man zu dem Punkt, wo man zwar immer noch nichts zu 100% beweisen kann, aber man ist so überzeugt, dass man sich entscheidet, „Ja” zu sagen. Dieses “Ja” gilt der Person und dem zukünftigen gemeinsamen Leben mit dieser Person. Man ist und bleibt dann verheiratet – egal, ob man nachher nochmal Zweifel bekommt.
Wenn zu einer Ertrinkenden ein Retter mit einem Boot kommt, muss sie nur die Hand hochstrecken. Sie muss die Hand des Retters nicht mit aller Kraft festhalten, sondern er wird sie nicht mehr loslassen, sobald er sie einmal ergriffen hat.
Stell dir vor, du stehst vor einem zugefrorenen See. Ob er dich tragen wird? Du kannst Beobachtungen anstellen, andere Leute befragen, die schon oben sind, und so weiter. Schließlich, wenn du überzeugt genug bist, machst du selber den Glaubensschritt auf das Eis. Was ist es dann, das dich trägt und nicht einbrechen lässt? Dein starkes Vertrauen oder das starke Eis? Dein Vertrauen auf das Eis muss nur so weit reichen, dass du darauf steigst. Ab dann ist es nicht dein starkes Vertrauen, das dich trägt, sondern das starke Eis. Christus ist der Retter, er trägt uns. Vertrau auf ihn!
Von Selbstzweifeln zur Heilsgewissheit
Von Timo Zikeli
Eiskalt läuft es mir beim Bibellesen den Rücken runter. „Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt in ihm; und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist.” (1 Joh 3,9) Da hast du’s! Ich bin also doch nicht wiedergeboren. Irgendwas muss ich bei meiner Bekehrung falsch gemacht haben, also bekehre ich mich lieber noch einmal.
Als Kind aus christlichem Elternhaus habe ich viele Jahre der Heils-Ungewissheit, Selbstzweifel und unzählige “Bekehrungen” hinter mir. Ich habe mein Leben Jesus nicht einmal, sondern oftmals gegeben. Aus Gesprächen weiß ich, dass ich alles andere als ein Einzelfall bin. Aus schlechtem Gewissen traut man sich meist nicht, darüber zu reden. Somit bemerken die Eltern, geistliche Vorbilder oder Freunde den inneren Kampf der Kinder und Jugendlichen oft nicht.
Im Folgenden gehe ich auf die Fragen und Zweifel ein, die mich beschäftigt und gemartert haben. Er soll einerseits denen helfen zur Heilsgewissheit zu kommen, die das Gleiche durchmachen. Andererseits soll das als Weckruf dienen, die verborgenen Nöte unserer Geschwister zu erkennen und ihnen zu helfen.
Bringe ich die richtige Frucht?
“Bringt nun der Buße würdige Frucht” (Mt 3,8)
Ich habe mich mit etwa sieben Jahren bekehrt. Danach hatte ich viele Jahre lang Zweifel, ob ich das richtig gemacht hatte, weil mich Sünde immer noch täglich begleitet hat. Ich war meinen Eltern ungehorsam, habe mit meinen Geschwistern gestritten. Sollte der Heilige Geist mein Leben als Christ nicht verändern?
Ja, das soll er! Und die Warnung aus dem 1. Johannesbrief darf auch keinesfalls kleingeredet werden. Wenn jemand gar keine Sündenerkenntnis hat, oder sich “bekehrt” hat, aber fröhlich weiter sündigt und keine Änderung der Einstellung sichtbar wird, hätte ich ernsthafte Zweifel an der Echtheit der Buße. Allerdings ist es (leider) normal, auch als echter Christ noch zu sündigen (s. 1Joh 1,8). Der Weg aus diesem jahrelangen Zweifel ging für mich über Kapitel 7 des Römerbriefes.
„Denn nicht das Gute, das ich will, übe ich aus, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.” (Rö 7,19). Das große Vorbild Paulus beschreibt in diesem Zusammenhang, wie er nach seiner Bekehrung immer noch mit Sünde kämpft. Es war für mich eine riesige Erleichterung das zu erkennen.
Wo ist jetzt aber der Unterschied zwischen dem Nichtbekehrten, der unbesorgt weiter sündigt, und Paulus, der weiterhin sündigt? Er liegt im Wort “unbesorgt”! Die Pharisäer hatten kein Problem mit ihrem Lebensstil, er musste nicht geändert werden. Paulus hingegen beschreibt, dass er das tut, was er nicht will. Wenn du gegen Sünde kämpfst, sie bekennst und loswerden willst, ist das ein gutes Zeichen echter Buße.
Habe ich die Sünde gegen den Heiligen Geist begangen?
Denke jetzt nicht an einen Weihnachtsbaum! Hast du soeben an einen gedacht? Ähnlich geht es einigen Menschen, wenn sie lesen: „Deshalb sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird den Menschen nicht vergeben werden.” (Mt 12,31) Ein lästernder Gedanke gegen den Heiligen Geist schießt plötzlich in den Kopf, und schon ist es zu spät. Ewige Verdammnis ist die Folge, es gibt keine Chance mehr. Oder?
Die entscheidende Frage ist, was mit “Lästerung des Geistes” gemeint ist. Und wie immer wird die Bedeutung vom Zusammenhang bestimmt: Jesus hat durch den Geist Gottes Dämonen ausgetrieben. Anstatt an ihn zu glauben, haben die Pharisäer gesagt: „Durch den Fürsten der Dämonen treibt er die Dämonen aus”. Sie haben das eindeutige Wirken des Heiligen Geistes also den Dämonen zugeschrieben. Das war eine absichtliche und bewusste Ablehnung – sie wollten ihn einfach nicht. William MacDonald schreibt: “[…] die Tatsache, dass jemand sich darüber Gedanken macht, [die Sünde begangen zu haben, ist] ein Zeichen dafür, dass er sie nicht begangen hat. Diejenigen, die sich dieser Sünde schuldig gemacht hatten, waren in ihrem Widerstand gegen Jesus verhärtet und uneinsichtig.” Wenn du dir darüber Sorgen machst, bist du offensichtlich nicht verhärtet und hast diese Sünde nicht begangen.
Ist mein Glaube echt?
“Und dann werde ich ihnen erklären: Ich habe euch niemals gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter!” (Mt 7,23)
Ein wahrer Alptraum: Ein Leben lang dem Herrn nachzufolgen, zu glauben, man sei errettet, um dann am Tag des Gerichts eine böse Überraschung zu erleben. Kann mir das passieren? Nun, wenn du wirklich Buße getan hast und an den Herrn Jesus glaubst, so dass du allein auf sein Opfer zur Vergebung deiner Sünden vertraust: Nein, dann kann dir das nicht passieren. Denn der Unterschied zwischen dir und den falschen Nachfolgern ist, dass sie ihr Vertrauen auf ihre Werke gesetzt haben: „Herr, Herr, haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan?” (7,22)
Aber woher weiß ich, dass ich einen echten Glauben habe? Im Gleichnis vom Ackerfeld gibt es ja auch Menschen, die zunächst wie Gläubige aussehen, dann aber keine sind. Das stimmt, aber das sind solche, „die für eine Zeit glauben und in der Zeit der Versuchung abfallen.” (Lk 8,13) Sie erleben also nicht beim Gericht eine böse Überraschung, sondern der Herr ist so gnädig, dass er Versuchungen zulässt, damit sie schon jetzt erfahren, dass ihr Glaube nicht echt ist. Dadurch haben sie sogleich die Gelegenheit umzukehren und wirklich errettet zu werden.
Wenn du an den Herrn glaubst, aber über deine innersten Motive unsicher bist, ist mein Rat: Folge ihm einfach nach, diene ihm. Das ist so ähnlich wie bei der Google Maps Navigation. Wenn das Auto noch steht, kann man das Handy drehen, wie man will, aber oft sieht man nicht, ob das Auto in die richtige Richtung schaut. Erst, wenn man losfährt, dreht sich der Pfeil nach einiger Zeit, falls man falsch unterwegs ist. Wenn wir uns nur um uns selbst drehen und unsere inneren Motive prüfen wollen, führt das zu nichts. Stattdessen sollten wir uns einfach in Bewegung setzen, ihm nachfolgen, Dienste übernehmen, seinen Willen tun. Dann werden Prüfungen kommen. Wenn du irgendwann draufkommen solltest, dass du falsch ausgerichtet bist, kannst du einfach umkehren. Ansonsten brauchst du ihm nur geradlinig nachzufolgen.
Werde ich durchhalten?
„Das ist ja gerade das Problem”, sagst du vielleicht. „Ich glaube jetzt, aber woher weiß ich, dass ich nicht in der Zeit der Versuchung abfallen werde, wie der dünne Boden vom Ackerfeld?” Wenn du jetzt echten Glauben hast, wirst du den für immer haben. Der dünne Boden hat im Gegensatz dazu nämlich schon von Anfang an keine Wurzeln und wird nicht erst durch die Versuchungen so dünn. Die Versuchungen zeigen nur, was von Anfang an falsch war. Wenn der Same in deinem Herzen auf guten Boden gefallen ist, können die Versuchungen die Pflanze deines Glaubens niemals ausreißen, weil sie Wurzeln geschlagen hat.
Wenn du aus Glauben wiedergeboren wurdest, bist du ein Kind Gottes. Eine Geburt kann nicht rückgängig gemacht werden. Johannes schreibt: „Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt” (1. Joh 5,4a). Das steht schon vom Zeitpunkt der Wiedergeburt an fest. Indem uns Gott da den Heiligen Geist gibt, bestätigt er laut Epheser 1,13 auch schon wie mit einem Siegel, dass wir unversehrt am Ziel ankommen. Deshalb ist es laut Johannes möglich zu wissen, dass man ewiges Leben hat. (1. Joh 5,13) Nicht du musst den Herrn bis zum Schluss festhalten, sondern er hält dich. Das bestätigt Gott im ersten Petrusbrief: „die ihr durch Gottes Kraft durch Glauben bewahrt werdet zur Errettung” (1. Pt 1,5a) Wenn du den Herrn einmal durch Glauben angenommen hast, musst du nicht mit deiner Kraft durchhalten, sondern er wird dich durch seine Kraft bewahren zur Errettung.
Ist mein Glaube stark genug?
„Na gut”, sagst du nun. „Ich glaube aufrichtig an Jesus und weiß, dass ich nur durch den Glauben an ihn gerettet werde. Aber was, wenn mein Glaube nicht stark genug ist? Ich habe ja immer wieder auch einmal Zweifel.”
Gott sei Dank werden wir nicht durch die Stärke unseres Glaubens errettet – sonst wären sowohl die Jünger, als auch wir verloren. In Johannes 13,11, also kurz vor der Kreuzigung, sagt Jesus zu den Jüngern in Bezug auf die Wiedergeburt: „ihr seid rein, aber nicht alle”. Im nächsten Vers wird nur Judas als Ausnahme genannt. Offensichtlich waren also alle Jünger, die nach der Auferstehung noch erhebliche Zweifel hatten, schon davor gerettet! Petrus hat nur kurze Zeit später den Herrn verleugnet – obwohl er schon rein war. Sein Glaube war schwach, aber der Herr Jesus selbst hat sich im Gebet für Petrus eingesetzt, dass sein Glaube nicht aufhört (Lk 22,32). Auch heute setzt er sich Tag für Tag als Hohepriester für uns ein (Heb 7,25). Wenn wir einen starken Glauben aufbringen müssten, wäre es ja eine Leistung, die zur Rettung notwendig ist, und nicht reine Gnade.
Die größte Erleichterung war für mich, herauszufinden, dass rettender Glaube im neuen Testament nicht das „mit-100%-Wahrscheinlichkeit-für-wahr-Halten” von etwas ist, sondern eine Entscheidung. Eine Entscheidung, sich bezüglich der Errettung von nun an nur auf den Herrn Jesus und sein Erlösungswerk zu verlassen. Es ist wie bei einer Hochzeit: Man sammelt viele Indizien über jemanden, um herauszufinden, ob die Person vertrauenswürdig ist. Irgendwann kommt man zu dem Punkt, wo man zwar immer noch nichts zu 100% beweisen kann, aber man ist so überzeugt, dass man sich entscheidet, „JA” zu sagen. Dieses “Ja” gilt der Person und dem zukünftigen gemeinsamen Leben mit dieser Person. Man ist und bleibt dann verheiratet – egal, ob man nachher nochmal Zweifel kriegt.
Wenn zu einer Ertrinkenden ein Retter mit einem Boot kommt, muss sie nur die Hand hochstrecken. Sie muss die Hand des Retters nicht mit aller Kraft festhalten, sondern er wird sie nicht mehr loslassen, sobald er sie einmal ergriffen hat.
Stell dir vor, du stehst vor einem zugefrorenen See. Ob er dich tragen wird? Du kannst Beobachtungen anstellen, andere Leute befragen, die schon oben sind, und so weiter. Schließlich, wenn du überzeugt genug bist, machst du selber den Glaubensschritt auf das Eis. Was ist es dann, das dich trägt und nicht einbrechen lässt? Dein starkes Vertrauen oder das starke Eis? Dein Vertrauen auf das Eis muss nur so weit reichen, dass du darauf steigst. Ab dann ist es nicht dein starkes Vertrauen, das dich trägt, sondern das starke Eis. Christus ist der Retter, er trägt uns. Vertrau auf ihn!