Gemeinde & Mission

Corona-Pandemie – was sollten wir jetzt tun?<sup><a href="#edn1">1</a> </sup>

von Wörz Reiner

Reihe „Biblisch lehren glauben leben“, Heft 9

Herausgeber: Verein zur Stärkung des biblischen Glaubens e. V., Baden-Baden

(Trägerverein der Quartalsschrift „Aufblick und Ausblick“)

Wie viele Jahre wir noch vom Finale der Weltgeschichte entfernt sind, weiß ich nicht. Es kann alles sehr schnell gehen, es kann sich aber auch hinziehen.

Gerade die Wiederkunfts-Gleichnisse Jesu (Matthäus 25) zeigen uns, dass es länger dauern kann als viele meinen; lies z.B. Matthäus 25,5: „Als nun der Bräutigam auf sich warten

ließ, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein.“

Bitte geben wir nicht ständig Fehlalarm! Der größte Feind des Alarms ist der Fehlalarm, weil dann, wenn es wirklich ernst wird, alles schläft und niemand mehr hören will!

Was sollen wir tun? Und was nicht?

Wir sollten nicht …

* … Panik, Weltuntergangs- und Katastrophenszenarien verbreiten, ohne den Ernst der Situation zu verschweigen, sondern Hoffnung und Zuversicht zeigen, weil Jesus Christus der Herr ist.

* … so viel vom Gericht Gottes reden, sondern von der Chance, sich auf das Wesentliche, auf Gott, neu einzulassen und sich bei Ihm zu bergen. Von selber ergibt sich dann für den, der sich darauf einlässt, die Konsequenz, dass Gott auch durch Nöteredet. Wir sind „Botschafter an Christi statt“ und nicht Gerichtsprediger im Stil eines alttestamentlichen Propheten. Der Herr und die Apostel sprechen vom kommenden Gericht und wir sollten es auch tun, aber nicht vorrangig, sondern das Evangelium mit der Frohen Botschaft verkünden: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn errettet werde.“

 (Joh3,16 f.).

* … irgendwelche Theorien über geheime Pläne verbreiten, die niemand recht prüfen kann, sondern vielmehr die feste biblische Botschaft vom Heil durch Umkehr. Peter Hahne wünschte sich zu Weihnachten eine „Botschaft der Zuversicht von den Kanzeln. Denn derWeihnachtsengel verkündete „große Freude“, nicht große Probleme!“ Das gilt auch jetzt.

* … zu den ständigen Nörglern und Kritikern gehören, die alles besser wissen, sondern zu denen, die vor Gott als Priester für eine schuldige Welt einstehen, in dem Wissen, dass Regierende und Entscheider auch vom Geist des Widersachers missbraucht werden können, um seine Pläne umzusetzen. Nur Gebet zum Herrn der Herren kann den kosmischen Finsternis- und Chaosmächten wehren, nicht der Kampf wider „Fleisch und Blut“(Epheser 6,10 ff.).

Wir sollten …

* … als Christen vorbildlich und gehorsam sein. Auch dann, wenn wir manches anders sehen oder anders handeln würden. Solange wir nicht gegen Gottes Gebote verstoßen oder ihn verleugnen müssen, haben wir uns der staatlichen Gewalt unterzuordnen (Römer 13).

* … umso treuer und konsequenter unseren Weg gehen. Petrus mahnt: „Es wird aber der Tag des Herrn kommen […] Da dies alles so aufgelöst wird, was für Leute müsst ihr

dann sein in heiligem Wandel und Gottseligkeit […]“ (1. Petrus 3,10 f.).

* … besonders treu im Gebet für die Gemeinde Gottes und ihre Leiter, ja für alle Menschen einstehen. Gerade dieses Gebet und das Gebet für die politischen Verantwortungsträger wird uns von den Aposteln als vorrangig und besonders wichtig ans Herz gelegt, ja geboten (1.

Timotheus 2,1 ff., 1. Petrus 2,13 ff.).

* … in unserer Umgebung offene Augen für die Not anderer haben. So wird von den Christen der alten Kirche berichtet, dass sie ausgestoßene Pestinfizierte trotz Ansteckungsgefahr aufgenommen und liebevoll gepflegt haben. So etwas gibt es auch heute: „Die Welt“ berichtet in ihrer Ausgabe vom 25.3.2020 davon, dass Pater Giuseppe Berardelli, 72-jährig, in einer Klinik in Italien zugunsten eines Jüngeren auf einen Intensivplatz mit künstlicher Beatmung verzichtete. Er ist kurze Zeit später an Covid-19 gestorben.

* … uns auf den Herrn freuen, dem es mit riesigen Schritten entgegengeht. Er spricht: „Wenn aber diese Dinge anfangen zu geschehen, so blickt auf und hebt eure Häupter empor, weil eure Erlösung naht.“ (Lukas 21,28).


1 Fußnote: Mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers; Auszug aus: „CORONAKRISE – Ein Ruf zur Umkehr. So kann die Krise zur Chance werden!“