Meide die Sexfalle (Sprüche 5,1-23)
Fortsetzung aus: Das Buch der Sprüche
Kommentar von William MacDonald, der bei CLV erscheinen soll
Ein Tipp: Lies doch die Erklärungen am besten zusammen mit dem Bibeltext. Sie sollen helfen, den Text zu verstehen. Ohne den Bibeltext hängen sie in der Luft.
V.1 Wir haben vorgeschlagen, dass die Weisheit den Herrn Jesus Christus darstellt. Es ist ebenso wahr, dass die „unmoralische Frau“ die Welt des Menschen ohne Gott darstellt. Sie richtet sich an die Lust der Augen, die Lust des Fleisches und den Hochmut des Lebens.
V.2 Wie wir bereits gesehen haben, werden junge Männer im Buch der Sprüche insgesamt neunmal vor dieser gottlosen Frau gewarnt. Aber warum wird das so nachdrücklich wiederholt? Das geschieht deshalb, weil die sexuelle Sünde die größte Gefahr im Leben eines Menschen ist. Diese Sünde ist die Ursache für den Fall vieler mächtiger Männer des Geschäftslebens, der Politik, der Unterhaltungsindustrie und der Religion. Obwohl die Welt behauptet, dass es keine absolute Moral gibt, weiden sich die Medien weiterhin an reißerischen Schlagzeilen über die Reichen und Berühmten und ihre Skandale. Sie wissen instinktiv, dass Sex außerhalb der Ehe falsch ist.
Es ist hilfreich, wenn wir daran denken, dass die „unmoralische Frau“ nicht nur die Welt repräsentiert, sondern alle Arten von unerlaubtem Sex: Unzucht, Ehebruch, Prostitution, Bigamie, Polygamie, Pädophilie, Homosexualität, Transvestismus und gleichgeschlechtliche Ehe.
Während wir diese wiederholten Abschnitte über Unmoral lesen, sollten wir uns daran erinnern, dass keiner von uns davor sicher ist, bis wir im Himmel angekommen sind. Dieser Rat gilt uns ebenso wie Salomos Sohn. Wir sollten in gleicher Weise unser Ohr für gottesfürchtige Ratschläge offenhalten und unsere Lippen davor bewahren, leichtfertig über sexuelle Sünden zu reden. Je unbedachter wir darüber reden, umso weniger ernst wird die Sünde in unseren Augen. Jemand, der ständig über Sex spricht, zeigt damit, was in seinen Gedanken und möglicherweise auch in seinem Verhalten im Mittelpunkt steht.
Kultivierte und vornehme Menschen fühlen sich oft unwohl, wenn sie von dieser Frau lesen. Es handelt sich jedoch um Gottes Wort und wir dürfen es nicht übergehen. Junge Menschen sollten von ihren Eltern offen gewarnt werden, damit sie dagegen gewappnet sind.
Wir müssen unserem Abscheu gegen diese Frau und ihren Beruf mit der Tatsache begegnen, dass der Herr Jesus für ihre Sünden genauso starb wie für unsere. Und genau wie wir kann auch sie gerettet werden. Im Himmel wird es viele Frauen wie sie geben, die durch das kostbare Blut Christi fleckenlos rein sind. Unser Herr sagte, dass Zöllner und Huren den selbstgerechten religiösen Heuchlern vorangehen werden (Mt 21,31-32).
V.3 Der erste Eindruck von einer Hure mag positiv sein. Ihr Umgarnen wirkt süß und lieblich, angenehm und sympathisch.
V.4 Allerdings führt der Umgang mit ihr zu äußerst bitteren Erfahrungen. Ein Mann mag sogar sein Erstgeburtsrecht für einen einzigen Moment selbstsüchtiger Leidenschaft mit einer Frau wie dieser verkaufen. Hebräer 11,25 erinnert uns daran, dass die Freuden der Sünde zeitlich begrenzt sind. Der Genuss ist der Köder, der den grausamen Haken verdeckt.
V.5 Nachdem sie ihr Opfer erfolgreich verführt hat, wird der Mann durch diese Erfahrung von Schuld und Reue zerrissen werden. Wer sich mit ihr einlässt, bewegt sich auf einem schlüpfrigen Weg, der letzten Endes zu Krankheit, Schande und Tod führt.
V.6 Sei gewarnt, dass ihre Wege unbeständig, verschlagen und gerissen sind. Ihre Strategie ist unberechenbar.
V.7 Hier benutzt Salomo wie in Kapitel 4,1 wieder den Plural „Söhne“. Man kann spüren, wie der Vater fühlt; er bittet seine Söhne eindringlich, ihm gut zuzuhören und konsequent zu gehorchen, wenn er sie vor der großen Gefahr der Unmoral warnt.
V.8 Der Umgang mit einer Hure und sogar ihrem Haus nahe zu kommen, sollte gemieden werden. Die Ausnahme besteht selbstverständlich, wenn man sie mit dem Evangelium erreichen will. Das allerdings sollte eine Frau tun.
V.9 Bei Sex außerhalb der Ehe gibt ein Mann seine Zeugungskraft einer unwürdigen Fremden, einer Frau mit der Moral einer umherstreunenden Katze.
V.10 Seine Männlichkeit ist an eine Fremde vergeudet, seine gottgegebene Kraft an eine fremde Frau. Jede Frau, die nicht deine Ehefrau ist, ist in diesem Sinne eine Fremde.
V.11 Er zerfließt in Bedauern, weil sein Körper durch eine sexuell übertragbare Krankheit zerbrochen ist. Obwohl viele dieser Krankheiten gut behandelt werden können, sind sie oft unheilbar.
V.12 Zu spät erkennt der Sohn, der nicht hören wollte, seine Dummheit. Er verkaufte seine Reinheit für einen Augenblick des Vergnügens.
Einer der brillantesten Schriftsteller des 19. Jahrhunderts ist durch die Versuchung von widernatürlichem Sex gefallen. Hört, wie er in Reue ausruft:
„Die Götter haben mir fast alles gegeben. Ich aber ließ mich locken von den Zaubersprüchen von unvernünftiger und wollüstiger Ungezwungenheit … Von den Höhen, die ich erreicht habe, bin ich müde geworden und ging bewusst in die Tiefen auf der Suche nach neuen Sinneseindrücken … Ich wurde leichtsinnig in Bezug auf das Leben anderer. Ich ergriff das Vergnügen, wenn ich Lust dazu hatte, und ging weiter. Ich vergaß, dass jede einzelne Tat im täglichen Leben einen Charakter bildet oder zerstört, und deshalb wird alles, was man im geheimen Kämmerchen tut, eines Tages laut von den Dächern gerufen werden. Ich habe aufgehört, Herr über mich selbst zu sein. Ich war nicht mehr länger der Kapitän meiner Seele, und ich wusste es nicht. Ich erlaubte dem Vergnügen, über mich zu herrschen. Ich endete in entsetzlicher Schande.“[1]
V.13 Der ungehorsame Sohn der vorangegangenen Verse wies die göttliche Unterweisung zurück und bestand auf seinem eigenen Willen.
V.14 Was im Verborgenen geschehen ist, wird nun von den Hausdächern gerufen. Der Ruf des Mannes ist zerstört. Sein tiefer Fall ist Gesprächsthema in seinem Bekanntenkreis. Nun ist der Makel in seinem Leben öffentlich geworden, geschrieben mit unauslöschlicher Tinte.
V.15 Um dieses Desaster zu vermeiden, sollte der Sohn die Freuden der Ehe auf seine eigene Frau beschränken. Gott hat die Ehe für diesen Zweck ins Leben gerufen, ebenso wie für die Fortpflanzung (Verse 15-17), die Reinheit (1. Kor 7,2) und als Bild für Christus und die Gemeinde (Eph 5,32).
V.16 Es ist schändlich und auch dumm, wenn ein Mensch seine Zeugungskräfte verschwendet, als würde er sauberes Wasser auf den Straßen verschütten.
V.17 Die intimen Freuden der Ehe gehören dem Mann und seiner Ehefrau, niemandem sonst.
V.18 Er soll sich an seinen eigenen Kindern freuen und an der Liebe seiner Jugend, die jetzt seine Frau ist.
V.19 Sie sollte ihn bezaubern, sich ihm uneingeschränkt hingeben, ihm ihre Liebe ausdrücken und für ihn ein „liebliches Reh“ oder eine „anmutige Gämse“ sein, die Eine, deren Liebe ihn entzückt. Er sollte ihre Liebe genießen und sich ohne sie unvollständig fühlen.
V.20 Es ist unsinnig, wenn er sich mit einer Hure zufriedengibt oder wenn er sich von einer gottlosen Frau umarmen lässt.
V.21 Vielleicht dachte der junge Mann, dass er sündigen könnte, ohne dass es jemand bemerkt. Gott aber sieht alles, was wir tun und wo wir hingehen.
V.22 Der Herr hat gewisse Gesetze oder Prinzipien in der Welt festgelegt. Eines davon ist, dass wir nicht sündigen können und ungeschoren damit davonkommen. Derjenige, der sich mit einer unmoralischen Frau einlässt, tappt in eine Falle. Seine Sünde wird ihn binden wie ein starkes Seil.
E. Stanley Jones schrieb:
„Du kannst nicht ‚damit davonkommen‘, weil es sich in innerem Verfall festschreibt, in einer innerlichen Hölle, wenn du keine Selbstachtung mehr hast, wenn du gezwungen wirst, in blinden Labyrinthen im Untergrund zu leben“.[2]
V.23 Das Leben wird für ihn zum trostlosen Dasein, und er wird ziellos in Schande und Reue umherirren.
Wenn dir das Böse begegnet, habe den Willen, Nein zu sagen!
[1]Oscar Wilde, The Portable Oscar Wilde, New York: Penguin Group, 1981, S. 580-581
[2]E. Stanley Jones, The Christ of the Mount, Nashville: Abingdon Cokesbury Press, 1931, S. 43