Gemeinde & Mission
Vorwort

Vorwort 129: „Licht im Schatten“

von Lindner Andreas

Wo begann der Herr seinen Dienst? In Galiläa, im Schatten des Todes, bei dem „Volk, das in der Finsternis saß.“ Dadurch ist ihnen „ein großes Licht aufgegangen“ (Mt 4,15.16). Welch großen Segen der Herr doch in die Finsternis gebracht hat, wo es gefährlich war, wo es keine Hoffnung gab!

Manche meiner Bekannten wissen, dass sie in Gefahr leben, und dass sie keine Hoffnung haben. Andere sind noch blind oder schon abgestumpft: Sie leben in Gefahr, sie haben keine Hoffnung, aber sie wissen es nicht oder es ist ihnen egal. Wie furchtbar!

Ich frage mich, ob wir da nicht irgendwie helfen können. Immerhin hat der Herr ja gesagt: „Ihr seid das Licht der Welt.“ (Mt 5,14). Aber da fällt mir auch ein, in welcher Situation wir uns befinden.

  • „Meine Arbeitskollegen haben überhaupt kein Interesse. Da kann man nichts machen.“
  • „Wenn du wüsstest, welche Ansichten meine Bekannten haben, da herrscht totale Finsternis.“
  • „Meine Verwandten haben ganz verdrehte Vorstellungen von Gott.“
  • „Leider leben meine Freunde in geistiger Umnachtung. Sie wollen nichts von Gott wissen.“
  • „Meine Nachbarn haben keine moralische Orientierung. Wenn du eine Ahnung hättest, was sie für richtig und falsch halten. Total verdreht!“

Beschreibt das die Situation, in der auch du dich befindest? In der Finsternis? Ja? Gut!

Dann bist du wahrscheinlich genau am richtigen Platz. Denn Paulus schreibt: „… Kinder Gottes, inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter welchem ihr scheint als Lichter in der Welt …“ (Phil 2,15).

Man braucht Licht in der Finsternis. Vielleicht hat der Herr uns absichtlich dorthin gestellt, wo wir sind, dass wir dort ein Licht sind.

Der Herr begann seinen Dienst in der Finsternis. Ich lebe in der Finsternis am richtigen Platz. Dort können wir ein Licht sein. Nur in der Dunkelheit braucht man Licht, tagsüber nicht.

Deswegen bete ich: „Herr, zeige mir, wie ich ein Licht sein kann, dort wo du mich hingestellt hast. Was soll ich sagen, was kann ich tun, damit die Menschen sehen, dass ich sie liebe und dass du sie liebst?“

Andreas Lindner