Den ganzen Ratschluss Gottes verkündigen
Auszug aus dem Buch „Reißende Wölfe kommen“, das bei der Christlichen Verlagsgesellschaft erschienen ist, mit freundlicher Genehmigung des Verlags. Es ist eine lebendige Auslegung von der Rede des Paulus an die Ältesten in Ephesus, aber wir denken, dass nicht nur Älteste sondern ihr alle Gewinn davon haben werdet.
Und nun siehe, ich weiß, dass ihr alle, unter denen ich umhergegangen bin und das Reich gepredigt habe, mein Angesicht nicht mehr sehen werdet. Deshalb bezeuge ich euch am heutigen Tag, dass ich rein bin vom Blut aller; denn ich habe nicht zurückgehalten, euch den ganzen Ratschluss Gottes zu verkündigen. (Apg 20,25-27)
Die Formulierung „Und nun siehe“ markiert einen weiteren Wendepunkt in der Rede. Hier kündigt Paulus unmissverständlich an, dass er keinen seiner geliebten Mitarbeiter mehr wiedersehen wird. Diese Männer liebten Paulus sehr, und die Nachricht, dass sie ihn nicht wiedersehen würden, zerriss ihnen das Herz.
Lukas hat ihren liebevollen und bewegenden Abschied aufgeschrieben: „Es entstand aber lautes Weinen bei allen; und sie fielen Paulus um den Hals und küssten ihn, am meisten betrübt über das Wort, das er gesagt hatte, sie würden sein Angesicht nicht mehr sehen. Sie geleiteten ihn aber zu dem Schiff.“ (Apg 20,37-38)
Die Worte, „dass ihr alle … mein Angesicht nicht mehr sehen werdet“, prägen die Stimmung der gesamten Ansprache. Der Inhalte dieser Rede entspricht dem Wesen nach einer Abschiedsbotschaft des Gründers und Apostels dieser Gemeinde. Dies war ein entscheidender Moment in der Geschichte der ersten christlichen Gemeinde in Ephesus, die zu einer der einflussreichsten Gemeinden des 1. Jahrhunderts wurde.
Das Reich Gottes verkündigen
Die Männer, die vor Paulus saßen, hatten das außerordentliche Privileg genossen, dass ihnen wiederholt von Paulus „das Reich gepredigt“ worden war. Das Verb „predigen“ bedeutet „bekannt machen“, „laut verkündigen“. Tatsächlich bezeichnet sich Paulus als „Herold“, der von Christus persönlich dazu berufen worden ist, den Weg zum Eintritt in Gottes ewiges Reich öffentlich und unüberhörbar zu verkünden. In einem älteren Kommentar heißt es: „Der Ausdruck … ist aus einem Guss: Paulus fühlt sich als Herold eines Königs und seines Reiches.“66 Die öffentliche Verkündigung des Reiches Gottes sowohl Ungläubigen als auch Gläubigen gegenüber war ein zentraler Aspekt von Paulus’ Verkündigung. Dazu gehörten sowohl das Wesen des Reiches Gottes als auch die Bedingungen für den Eintritt.
Wieder sieht man den Schwerpunkt des Dienstes des Paulus: die Lehre und Verkündigung. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf dem Lehr- und Verkündigungsdienst des Paulus. Sein Leben war der Aufgabe gewidmet, Gottes Botschaft vom Erlösungswerk Jesu durch dessen Tod und Auferstehung allen zu verkünden, die hören und glauben wollten.
Der Zugang zum Reich Gottes
Das Reich Gottes ist ein zentrales Thema in der Bibel. Das Predigen des Reiches Gottes beinhaltet, dass man sowohl verkündigt, dass allein in Christus die Erlösung zu finden ist, als auch die großartige Wahrheit über das Programm des Reiches Gottes vermittelt.
Man muss sich eine grundlegende, aber zentrale Frage stellen, wenn man das Reich Gottes verkündigt: Wie kommt man in Gottes Reich? Sowohl Jesus als auch Paulus lehrten, dass dies durch die neue Geburt geschieht. Es geschieht nicht durch die natürliche Geburt, durch Familienzugehörigkeit, Ethnie oder durch das Halten der Gebote. Wie Paulus es ausdrückte: „Dies aber sage ich, Bruder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht erben können“ (1Kor 15,50). „Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird“, erklärte Jesus, „kann er das Reich Gottes nicht sehen“ (Joh 3,3). Die Botschaft des Evangeliums beschreibt den einzigen Zugang, um in das „Reich Christi und Gottes“ (Eph 5,5) hineinzukommen und es zu erben.
Aber es gibt auch eine ernste Warnung, dass diejenigen, die sich zu Jesus bekennen, aber weiterhin die Werke des Fleisches tun, „das Reich Gottes nicht erben werden“ (Gal 5,21; auch Eph 5,5; 1Kor 6,9).
Die Liebe des Paulus zur Wiederkunft des Herrn
Das Predigen des Reiches Gottes umfasst sowohl die Heilsbotschaft des Evangeliums als auch das umfassendere Thema Eschatologie. Paulus sprach und schrieb sehr gern über die siegreiche Wiederkunft Jesu Christi und darüber, wie diese Wahrheit unsere täglichen Gedanken und Entscheidungen beeinflussen sollte.
Neuen Gläubigen Eschatologie vermitteln: Wenn Paulus Menschen lehrte, die noch jung im Glauben waren, lies er das Thema Eschatologie nicht einfach aus. Eschatologie ist die Lehre von den letzten Dingen, den endzeitlichen Ereignissen der Menschheitsgeschichte.
Er hielt nichts zurück, das für sie nützlich war, um ein vollständiges Verständnis des christlichen Glaubens zu erlangen. Als er z. B. neue Gläubige in Thessalonich lehrte – Gläubige, die erst seit wenigen Wochen oder Monaten Christen waren –, unterwies er sie in eschatologischen Fragen. Er schreibt: „Wir wollen euch aber, Bruder, nicht in Unkenntnis lassen“, und zwar in Bezug auf endzeitliche Ereignisse (1Thes 4,13).
Prophetische Wahrheiten für junge Christen
Paulus lehrte neue Gläubige über die Wiederkunft des Herrn Jesus aus dem Himmel in Herrlichkeit (1Thes 1,10; 2,19; 3,13; 4,15f.; 5,23; 2Thes 1,7; 2,1); dass sie beim Herrn bei seiner Wiederkunft „vom Himmel her mit den Engeln seiner Macht“ (2Thes 1,7; auch 1Thes 3,13; 4,13; 2Thes 1,10; 2,1) dabei sein würden; dass sie dem Herrn bei der Auferstehung in der Luft begegnen würden (1Thes 4,17-18); dass sie vom zukünftigen Zorn Gottes errettet würden (1Thes 1,10; 5,9).
Er lehrte auch die leibliche Auferstehung der Gläubigen aus den Toten (1Thes 4,16-17); unsere ewige Zukunft beim Herrn (1Thes 4,17; 5,10); das Gericht über Ungläubige bei seinem Kommen (1Thes 5,3; 2Thes 1,8; 2,1-12); die letztliche Verherrlichung der Gläubigen (2Thes 2,14); den Tag des Herrn (1Thes 5,2; 2Thes 2,2); das Endgericht (2Thes 1,9); das Kommen des Antichristen und seine völlige Zerstörung durch Christus (2Thes 2,3-9). Wie Paulus ihnen später in Erinnerung rief: „Erinnert ihr euch nicht, dass ich dies zu euch sagte, als ich noch bei euch war?“ (2Thes 2,5).
Die folgenden prophetischen Worte an die Thessalonicher und an die Korinther sollten uns allen eine Gänsehaut bereiten. Gott garantiert diese Verheißungen:
„Denn der Herr selbst wird beim Befehlsruf, bei der Stimme eines Erzengels und bei dem Schall der Posaune Gottes herabkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen; danach werden wir, die Lebenden, die übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein“. (1Thes 4,16-17)
„Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, in einem Nu, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune; denn posaunen wird es, und die Toten werden auferweckt werden, unvergänglich sein, und wir werden verwandelt werden. Denn dieses Vergängliche muss Unvergänglichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen. Wenn aber dieses Vergängliche Unvergänglichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen wird, dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: ,Verschlungen ist der Tod in Sieg.´ ,Wo ist, Tod, dein Sieg? Wo ist, Tod, dein Stachel?´“ (1Kor 15,51-55; auch Rom 8,11.23)
Dies ist gewiss: Der Herr möchte, dass alle seine Kinder wissen, dass sie Himmelsbürger sind. Er möchte, dass sie sich auf sein Wiederkommen aus dem Himmel freuen, wenn Jesus unseren irdischen Körper so verwandelt, dass er seinem herrlichen Auferstehungsleib ähnlich wird:
„Denn unser Bürgerrecht ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Retter erwarten, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird und seinem Leib der Herrlichkeit gleichförmig machen wird, nach der wirksamen Kraft, mit der er vermag, auch alle Dinge sich zu unterwerfen.“ (Phil 3,20-21; siehe auch Rom 6,5.9)
Seien Sie bereit, die endzeitlichen Ereignisse zu erklären
und zu verkünden
Sie sollten in der Lage sein, die prophetischen Schriften zu nutzen, um Menschen zu ermahnen, zu trösten und zu ermutigen. „So ermuntert nun einander mit diesen Worten!“ (1Thes 4,18).
Wenn wir Menschen helfen, ihrem eigenen Tod ins Angesicht zu sehen oder den Tod eines geliebten Menschen zu verarbeiten, können wir mit Gewissheit sagen, dass wir als Gläubige „nicht betrübt [sind] wie die Übrigen, die keine Hoffnung haben“ (1Thes 4,13). Wir haben eine herrliche Hoffnung in der Verheißung des Wiederkommens Jesu, in der leiblichen Auferstehung und im „Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Retters Jesus Christus“ (2Petr 1,11).
Evangelisation
Paulus machte die gute Nachricht vom Reich Gottes zu einem festen Bestandteil seiner evangelistischen Botschaft. Menschen sind von Natur aus neugierig auf die Zukunft, insbesondere auf das Leben nach dem Tod. Viele Menschen sind Christen geworden, weil man ihnen anhand der Bibel gezeigt hat, was Gott in der Zukunft vorhat.
Liebe zur biblischen Prophetie
Haben Sie keine Angst vor biblischer Prophetie oder vor den kontrovers diskutierten Aspekten dieses Themas. Es ist das Wort des Herrn! Dieses Thema gehört zum „ganzen Ratschluss Gottes“. Wir sollten keine biblischen Analphabeten sein oder gar Desinteresse an Gottes prophetischen Plänen haben. Sie sollten wissen wollen, was Gott für seine Kinder in der Zukunft geplant hat. Wer die Bibel liebt, sollte die biblische Prophetie lieben und bereit sein, sie zu verkünden, so wie es Paulus und Jesus taten. Es ist klar, was die Grundzüge der Prophetie sind. Dazu gehören die Wiederkunft des Herrn Jesus, die leibliche Auferstehung, das Endgericht, die Niederlage Satans und die neue Erde und der neue Himmel: „Siehe, ich mache alles neu“ (Offb 21,5).