Gemeinde & Mission

Der schlechte Umgang (Sprüche 4,14-19)

von Mac Donald William

Aus: Das Buch der Sprüche; Kommentar von William MacDonald, der bei CLV erscheinen soll.

Ein Tipp: Lies doch die Erklärungen am besten zusammen mit dem Bibeltext. Sie sollen helfen, den Text zu verstehen. Ohne den Bibeltext hängen sie in der Luft.

V.14 Wieder wird davor gewarnt, sich in schlechte Gesellschaft zu begeben. Junge Gläubige müssen die Hingabe besitzen, „Nein“ sagen zu können und die Billigung Gottes für wichtiger zu erachten als die der Menschen. Natürlich soll man auch diesen Menschen das rettende Evangelium verkündigen. Doch für gewöhnlich stellen die Bösewichte den Kontakt zu dem Gläubigen schnell ein.

Die Heilige Schrift gibt uns klare Auskunft darüber, wie wir uns anderen Menschen gegenüber verhalten sollen. Zunächst einmal sollen wir sie lieben – egal ob Freund oder Feind, Heiliger oder Sünder. Wir sollen für sie beten und ihnen Gutes tun. Jesus war ein Freund der Zöllner und Sünder und auch wir sollten uns so verhalten.

Allerdings war Jesus beim Kontakt mit diesen Menschen immer seinem Vater und Gottes Wort treu. Er hat sich nie auf ihre Ebene der Sprache und des Benehmens herabgelassen. Dies ist der entscheidende Unterschied, auf den wir immer achten müssen: Freundschaft, jedoch ohne die Wahrheit zu gefährden, Liebe, jedoch ohne eine zu enge Partnerschaft einzugehen, Zeugnis geben, jedoch ohne überflüssiges Geschwätz. Diese Richtlinien gelten für unseren Freundes- und Bekanntenkreis, für unsere Ehe, für unsere Arbeit und auch für die Gemeinde.

Im Bekanntenkreis betrachten wir die anderen als wertvolle, unsterbliche Seelen und fühlen uns verpflichtet, ihnen Zeugnis zu geben. Doch wir dürfen niemals über ihren sündhaften Lebensstil hinwegsehen, sondern sollen ihn tadeln. In der Ehe ist es ein ungleiches Joch, wenn ein Gläubiger einen Ungläubigen heiratet. Gott verbietet diese Vereinigung (2. Kor 6,14).

Im Geschäftsleben gilt das Gleiche. Eine Partnerschaft zwischen einem Gläubigen und einem Ungläubigen widerspricht der göttlichen Weisheit und dem gesunden Menschenverstand.

Und wie ist es mit Kirchen, die Gläubige und Ungläubige als Mitglieder aufnehmen? Und allgemein mit anderen, die die ökumenische Bewegung unterstützen, um alle Religionen in einer Weltkirche zusammenzufassen? Gottes Antwort darauf ist deutlich: „Geht aus ihr hinaus, mein Volk, damit ihr nicht an ihren Sünden teilhabt und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt.“ (Offb 18,4).

Wenn ein Sohn oder eine Tochter wild und rebellisch wird, sollten Eltern sich gelegentlich eine der folgenden Fragen stellen:

Haben sie den Sohn oder die Tochter gezüchtigt, wenn diese(r) sich schlecht benommen hat, oder haben sie sich eher an die aktuellen Erziehungsmaßstäbe der Nachgiebigkeit gehalten?

  • Haben sie für ihr Kind weise Entscheidungen getroffen, als es selbst noch zu jung dazu war?
  • Haben sie immer darauf geachtet, mit wem er oder sie befreundet war, und haben sie ihre elterliche Autorität ausgeübt?
  • Haben sie ihr Kind darin bestärkt, gegen den Strom zu schwimmen und für die richtige Sache einzustehen?
  • Haben sie ihr Kind für das Königreich Gottes oder für die Welt erzogen?

V.15 Die Schnellstraße der Gottlosen sollte vermieden werden – koste es, was es wolle. Der Gläubige sollte sich nicht scheuen, einen unbequemen Umweg zu machen, wenn er dadurch einer Versuchung zur Sünde aus dem Weg gehen kann. Gott ist ein Gott der Absonderung. Er möchte, dass sein Volk abgesondert lebt. In 2. Korinther 6,14 macht er dies deutlich: „Seid nicht in einem ungleichen Joch mit Ungläubigen. Denn welche Genossenschaft haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Gemeinschaft Licht mit Finsternis? Und welche Übereinstimmung Christus mit Belial? Oder welches Teil ein Gläubiger mit einem Ungläubigen? Und welchen Zusammenhang der Tempel Gottes mit Götzenbildern? Denn ihr seid der Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: ,Ich will unter ihnen wohnen und wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein. Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab‘, spricht der Herr, der Allmächtige.“

V.16 Der Grund für diese deutliche Anweisung liegt auf der Hand. Böse Menschen sind erst dann zufrieden, wenn sie ihrer bösen Natur nachgeben können. Sie finden keine Ruhe, ehe sie nicht irgendjemanden ins Verderben geführt haben.

V.17 Sie kultivieren ihre Bösartigkeit, als wäre sie ihr tägliches Brot; sie wählen ihre Schlechtigkeiten wie aus einer Speisekarte aus und erfreuen sich an Gewalt, als handelte es sich um einen köstlichen Wein.

V.18 Der Unterschied ist so groß wie Tag und Nacht. Das Leben des gerechten Menschen ist wie die Morgendämmerung: Es wird immer heller, bis es seinen vollen Glanz um die Mittagszeit erreicht.

V.19 Der Weg des Bösen hingegen ist so dunkel, dass er von einer Sünde zur nächsten stolpert. Trotzdem versteht er nicht, warum er so oft hinfällt.

Unterweisung aus dem Herzen eines Vaters (Sprüche 4,20-27)

V.20 Erneut benutzt Salomo eine bekannte Einleitung, um die Aufmerksamkeit seines Sohnes zu gewinnen. Er bittet diesen, die Belehrungen sorgfältig zu beachten.

V.21 Der Sohn sollte sich die Ermahnungen des Vaters immer vor Augen halten und sie wie einen kostbaren Schatz in seinem Herzen bewahren.

V.22 Durch Gehorsam gegenüber den Worten der Weisheit erlangt man ein langes Leben und Gesundheit. Dies ist eine weitere Erinnerung daran, dass ein enger Zusammenhang zwischen unserer geistlichen Gesundheit und unserem körperlichen Wohlbefinden besteht. In der psychosomatischen Medizin besteht daran kein Zweifel mehr.

V.23 Wenn Salomo seinen Sohn ermahnt, sein Herz zu behüten, dann meint er damit nicht das Organ, das Blut durch unseren Körper pumpt, sondern vielmehr den Kern unseres Lebens und den Ort, an dem wir unsere Entscheidungen fällen. Das Herz ist die Quelle, von der unsere Handlungen ausgehen (siehe Spr 23,26). Hier entspringt unser Lebensstrom. Ein Geist, der mit Pornografie gespeist wird, wird zwangsläufig zu einem sündigen und schändlichen Leben führen. Wenn wir lange genug über eine Sünde nachdenken, werden wir sie irgendwann auch begehen.

V.24 Es folgt eine Aneinanderreihung von Imperativen, die alle die gleiche Kernaussage haben: Wende dich ab von der Sünde und wähle den göttlichen Weg! Er benennt mehrere unserer Körperteile, was uns an Römer 6,13 erinnert: „stellt … eure Glieder Gott zu Werkzeugen der Gerechtigkeit (zur Verfügung).“ Als Erstes geht es um die Sprache. Sein Sohn soll unehrliches und verschlagenes Reden vermeiden (stelle dies der „bösen Rede“ in 6,12-19 gegenüber).

V.25 Als Nächstes kommen die Augen. Halte deine Augen immer geradeaus auf den Weg der Heiligkeit gerichtet. Sei vorsichtig damit, was du dir in Zeitschriften, im Fernsehen oder im Internet anschaust. Durch die Augen kommt man mit einer Menge Schmutz in Berührung und die moderne Technologie hat diese Sünde einfacher als je zuvor gemacht.

V.26 Den Füßen wird geraten, von Orten fernzubleiben, die unserer alten Natur entsprechen. Lass dich durch nichts vom Weg der Reinheit und des Anstandes weglocken.

V.27 Denke über jeden deiner Schritte betend nach. Die Welt ist wie ein Minenfeld. Geh vorsichtig und vermeide jede Sündengefahr. Achte darauf, wohin deine Füße dich tragen. Lass dich nicht vom Pfad der göttlichen Weisheit abbringen. Nimm keine geistlichen Abkürzungen oder Umwege. Benutze nur Wege, von denen du weißt, dass sie sicher sind.

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Titel des englischen Originals: Proverbs, a Devotional Commentary