Der Segen des Gebens
Auszug aus dem Buch „Reißende Wölfe kommen”, das bei der Christlichen Verlagsgesellschaft erschienen ist, mit freundlicher Genehmigung des Verlags. Es ist eine lebendige Auslegung der Rede des Paulus an die Ältesten in Ephesus, aber wir denken, dass nicht nur Älteste sondern ihr alle Gewinn davon haben werdet.
„Ich habe euch in allem gezeigt, dass man so arbeitend sich der Schwachen annehmen und an die Worte des Herrn Jesus denken müsse, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als Nehmen.“ (Apg20,35)
Paulus war nicht nur keineswegs geldgierig, sondern vielmehr großherzig und mitfühlend, sehr bemüht den Armen und Bedürftigen zu helfen.
Jede Arbeit ist für Christus: Für Gläubige, in denen der Geist Gottes wohnt, bekommt Arbeit eine neue Bedeutung. Auch in allen beruflichen Angelegenheiten dienen wir dem Herrn, Christus selbst, nicht nur einem Arbeitgeber: „Was ihr auch tut, arbeitet von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen, da ihr wisst, dass ihr vom Herrn als Vergeltung das Erbe empfangen werdet; ihr dient dem Herrn Christus.“ (Kol 3,23-24). Als Arbeitnehmer sollen Sie mit folgender Haltung Ihre Aufgaben verrichten: „… in Einfalt eures Herzens, als dem Christus; nicht mit Augendienerei, als Menschengefällige, sondern als SklavenChristi, indem ihr den Willen Gottes von Herzen tut! Dient mit Gutwilligkeit als dem Herrn und nicht den Menschen!“ (Eph 6,5-7)
Paulus stellte sich auch hier bewusst als Vorbild dar, als jemand, der hart arbeitet. Dem sollen die neuen Gläubigen nacheifern. Die Formulierung „so arbeitend“ (Apg 20,35) schließt die Arbeit in seinem Beruf als Zeltmacher, seine Pflichten als Hirte und seine Verkündigung des Evangeliums ein. In allem, was er tat, diente Paulus „dem Herrn“ (V. 19) und bot anderen ein hervorragendes Vorbild christlicher Arbeitsethik.
Wir müssen helfen: Die Versorgung der Armen war für Paulus ein Herzensanliegen. Er kannte die vielen Anweisungen des Alten Testaments sehr gut, dass man in Gottes Volk für die Witwen und Waisen, die Fremden und Armen sorgen muss. Dies war kein Vorschlag, sondern ein göttliches Gebot.
Durch die Verwendung des Wortes „müssen“ und durch das Zitat des Herrn Jesus macht Paulus dies zu einer biblischen und moralischen Verpflichtung, insbesondere für die Ältesten. Ein Teil der Aufgabe der Ältesten ist es dafür zu sorgen, dass die „schwachen“ Mitglieder der Gemeinde angemessene Unterstützung erhalten: „Wir müssen uns der Schwachen annehmen.“
Als Jakobus, Petrus und Johannes den Apostel Paulus baten, an die vielen armen Gläubigen in der Stadt Jerusalem zu denken, antwortete Paulus, dass er sich dafür „auch immer eingesetzt“ habe (Gal 2,10; NeÜ). Paulus bewies dies dadurch, dass er eine Geldspende der heidenchristlichen Gemeinden für die verarmten Gläubigen in Jerusalem organisierte. Er und andere Gemeindevertreter nahmen sogar eine lange Reise in Kauf, um den Ältesten in Jerusalem die Spendengelder persönlich zu überbringen.
Der Segen großzügigen Gebens
Um seine Anweisungen zu unterstreichen, forderte Paulus seine Mitstreiter auf, sich an ein Wort Jesu zu erinnern: „Geben ist seliger als Nehmen.“ Dieser Ausspruch in Form einer Seligpreisung findet sich in keinem der vier Evangelien. Es handelt sich vielmehr um ein Zitat Jesu, das unter den Christen mündlich überliefert wurde. Das Thema des großzügigen Gebens an Bedürftige war Teil der allgemeinen Lehre Jesu über das Geld, die auch Warnungen vor der korrumpierenden Macht der Gier und dem Problem des Hortens von Vermögen enthielt.
Ein Rat Jesu bezüglich Finanzen
Da Jesus der Herr ist, sind seine Worte maßgebend und müssen beachtet und befolgt werden. Für einen Christen gibt es keine höhere Autoritätsquelle als die Worte unseres Herrn. Die gesamte Einstellung des Paulus zum Thema Geld und Spenden leitet sich direkt von den Lehren Jesu Christi ab. Jesus sagte z.B.: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben. Verkauft eure Habe und gebt Almosen; macht euch Beutel, die nicht veralten, einen unvergänglichen Schatz in den Himmeln, wo kein Dieb sich naht und keine Motte zerstört! Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“ (Lk 12,32-34; siehe auch Lk 3,11; 6,38; 10,25-37; 12,13-31; 14,12-14; 16,13; 18,22).
Schätze im Himmel
Jesus gab seiner „kleinen Herde“ den weisesten finanziellen Rat, der jemals gegeben wurde: „Investiert euer Geld (und eure Zeit) in die ewigen Schätze des Himmels, nicht in irdische Schätze, die weder sicher noch ewig sind.“ Außerdem sagte Jesus, dass dort, wo man seinen Schatz hat, auch die wahren Interessen liegen. Wo ist also der Schatz, an dem Ihr Herz hängt?
Außerdem erklärte Jesus, dass es unmöglich ist, zwei Herren – „Gott und Mammon“ – gleichzeitig zu dienen (Lk 16,13). Er sagte auch, dass wir uns nicht zu sehr um die materiellen Dinge des Lebens sorgen sollen. Stattdessen gab er folgenden Rat: „Trachtet jedoch nach seinem Reich! Und dies wird euch hinzugefügt werden.“ (Lk 12,31; auch Lk 18,29-30).
Jesus warnte seine Jünger vor allem vor der Sünde der Habgier und einer verkehrten Liebe zu irdischen Besitztümern: „Seht zu und hütet euch vor aller Habsucht [Gier]! Denn auch wenn jemand Überfluss hat, besteht sein Leben nicht aus seiner Habe.“ (Lk 12,15; siehe auch Lk 11,39; 12,16-21)
Die Tugend der Großzügigkeit: Jesus forderte dazu auf, Hilfsbedürftigen zu helfen, und warnte vor der verderblichen Macht der Habgier. Dies erklärt, warum die ersten Christen so großzügig waren: „Und sie verkauften die Güter und die Habe und verteilten sie an alle, je nachdem einer bedürftig war.“ (Apg 2,45).
Im Brief des Paulus an Timotheus und die Gemeinde in Ephesus greift er die Worte Jesu auf:
„Den Reichen in dem gegenwärtigen Zeitlauf gebiete, nicht hochmütig zu sein, noch auf die Ungewissheit des Reichtums Hoffnung zu setzen – sondern auf Gott, der uns alles reichlich darreicht zum Genuss – Gutes zu tun, reich zu sein in guten Werken, freigebig zu sein, mitteilsam, indem sie sich selbst eine gute Grundlage auf die Zukunft sammeln, um das wirkliche Leben zu ergreifen.“ (1. Tim6,17-19)
In vielerlei Hinsicht sollte sich das Evangelium auf unseren Umgang mit Geld und Besitz, auf unsere Brieftaschen und Bankkonten auswirken. Wie John Bunyan uns erinnert: „Die Seele des Glaubens ist das Tun.“ Die Lehren Christi verknüpfen unseren Glauben mit unseren Finanzen. Als Leiter und Lehrer der Gemeinde des Herrn müssen Sie die finanziellen Lebensprinzipien Jesu lehren und praktizieren. Paulus tat es!
„Einen fröhlichen Geber liebt Gott.“ (2. Kor 9,7)
Die Seligpreisung des Gebens
Kleine Kinder denken natürlich, dass es ein größerer Segen ist, Geschenke zu bekommen als Geschenke zu geben. Sie lieben Weihnachten, weil sie viele Geschenke erhalten. Aber wenn ein Mensch in Christus reift, beginnt er oder sie Gefallen und Freude daran zu finden, anderen etwas zu geben. Wenn man sieht, wie das eigene Geld Hilfsbedürftige aufrichtet und ihre Herzen glücklich macht, ist das eine Freude für die eigene Seele. Es ist wirklich wahr: „Geben ist seliger als Nehmen.“
Gott liebt einen fröhlichen Geber
Diejenigen, die den Segen des Gebens bereits erfahren haben, sollten sich weiter von Paulus ermutigen lassen, der schreibt: „Denn einen fröhlichen Geber liebt Gott.“ (2. Kor 9,7). Er liebt ihn! Das ist ein unglaublicher Gedanke. Gott sieht einen Menschen, der gerne gibt, und stimmt seiner Handlung voller Wohlwollen zu. Frohes, freiwilliges Geben kommt aus einem Herzen, das voll von Liebe zu Gott und dem Nächsten ist. Fröhliches Geben kommt auch aus einem Herzen, das voll des Heiligen Geistes ist. Geiz oder Knauserigkeit ist eine unchristliche Haltung und ein Werk des Fleisches. Es steht im Widerspruch zu Gottes „unaussprechlicher Gabe“ in Christus (2. Kor 9,15).
Wenn Sie wollen, dass Ihre Gemeinde für Großzügigkeit und christliche Barmherzigkeit bekannt ist, dann müssen Sie mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, wie gesegnet das Geben ist. Seien Sie ein Vorbild für Ihre Geschwister und verhalten Sie sich wie Jesus – barmherzig, großherzig, großzügig und aufopferungsvoll.
Wie ein Autor es treffend formuliert: „Wir müssen Habsucht durch Freigebigkeit ersetzen.“