Gemeinde & Mission
Vorwort

Die Grundlagen der Jüngerschaft

von Lindner Andreas

Ohne gewisse Voraussetzungen von Gottes Seite aus können wir keine Jünger sein. Wie sollen wir einen Jünger des Herrn Jesus beschreiben? Nun, es ist jemand, der dem Herrn nachfolgt, der sich nach Gemeinschaft mit dem Herrn sehnt und ihn liebt. Ein Jünger ist jemand, der Gott kennt.Durch Biographien von Männern, die Gott kennen, wird in uns der Wunsch geweckt, auch so einen vertrauten Umgang mit Gott zu haben. Oder durch Bibellesen oder durch Vorbilder: Menschen, die mit dem Herrn leben und uns durstig darauf machen, ihn zu kennen. Zweifellos, ein Jünger ist jemand, der Gott kennt. „Wenn aber jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt.“ (1. Kor. 8,3). Am allerwichtigsten ist dabei aber nicht die Tatsache, dass ich Gott kenne, sondern die größere Tatsache ist, dass er mich kennt. Ich bin in seine Hände gezeichnet. Er vergisst mich nie, keinen Augenblick. Mein gesamtes Wissen über Gott hängt von seinem Entschluss ab, mich zu kennen. Ich kenne Ihn, weil er mich zuerst gekannt hat und nie damit aufhört. Er kennt mich als seinen Freund. Es ist befreiend, dass Gott mich kennt. Er weiß schon alles Schlechte über mich und kann nicht mehr überrascht werden. Er kann nicht enttäuscht werden, denn er hat sich nie getäuscht. Und er will, dass wir ihn kennen, obwohl er weiß, wie wir sind. Das ist gewaltig!

Auch in dem Bereich der Liebe hat der Herr zuerst gehandelt. Seine Liebe ist die Grundlage, unsere Liebe eine schwache Konstruktion, die darauf steht. Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat. Er liebte uns, als wir noch Sünder waren, Feinde Gottes. Vielmehr liebt er uns jetzt, wo wir mit Ihm versöhnt sind durch den Tod seines Sohnes. Es ist wichtig, dass wir das nicht vergessen. Johannes nennt sich „der Jünger, den Jesus liebte.“ Er war sich dessen bewusst. Und du? Er ruhte an der Brust des Herrn. Bist du mit dem Platz zufrieden? Er ist für dich frei, und für jeden von uns. Der Herr liebt dich! Das erwärmt unser Herz für Ihn, bei manchen sogar bis hin zu einem Brennen in heißer Liebesglut – von der wir manchmal singen. Wenn wir den Herrn kennen, so ist es nicht verwunderlich, dass er geliebt wird. Aber es ist erstaunlich, dass er uns liebt.

Wir sehen also, dass der Herr uns kennt und liebt, und ein Jünger den Herrn kennt und liebt. Ein Jünger sehnt sich auch nach dem Herrn: „Wie ein Hirsch lechzt nach Wasserbächen, so lechzt meine Seele nach Dir, o Gott“ Ps. 42,1. Wir freuen uns auf sein Kommen und bitten darum: „Komm, Herr Jesus!“ Aber der Herr sehnt sich viel stärker mit seinem ganzen Herzen nach uns (Phil. 1,8) und ruft aus: „Mit Sehnsucht habe ich mich gesehnt!“

Ein Jünger ist im Grunde genommen ein Nachfolger des Herrn. Der Herr liebt, kennt, sehnt sich, und das ist auch im Leben des Jüngers zu finden – beim Herrn aber viel stärker und reiner. Der Herr hat viele Jünger berufen. „Folge mir nach!“ Das ist ein Ruf zu sich. Der Herr will uns bei sich haben. Er will, dass wir ihm folgen, bei ihm bleiben, weil er uns liebt, und weil (obwohl ?) er uns kennt. Der Herr ist wie ein Magnet, Er selbst ist der Anziehungspunkt. Alles, was sie vorher hatten und kannten, verblasste in diesem Licht. In seiner Gegenwart wurde es zu nichts. Sie verließen alles. Er wollte, dass sie bei Ihm sein sollten. Er möchte es. Wir könnten ihm sonst gar nicht folgen.

Die Grundlage unserer Nachfolge ist: Er ruft uns zu sich, will uns bei sich haben, liebt uns und kennt uns. Der Herr hat die Idee gehabt, und hat die Initiative ergriffen. Bitte, behaltet diese Grundlagen im Auge.