Gemeinde & Mission
Vorwort

„Siehe da, euer Gott!“

von Colvin Fred

Bald wird des großen Königs Stadt ihre mächtige Stimme erheben. Jerusalems Freudenbotschaft an die Umgegend: „Siehe da, euer Gott! Siehe, der Herr, HERR, kommt mit Kraft, und sein Arm übt die Herrschaft für ihn aus. Siehe, sein Lohn ist bei ihm, und seine Belohnung geht vor ihm her. Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte, die Lämmer wird er in seinen Arm nehmen und in seinem Gewandbausch tragen, die säugenden Muttertiere wird er fürsorglich leiten.“ Jes. 40,9-11Der HERR kommt! Halleluja! Und die ganze Natur stimmt in das neue Lied vom bußfertigen Jerusalem ein! Das Meer braust, die Ströme klatschen in die Hände, und alle Berge jubeln zusammen vor dem HERRN, „denn er kommt, die Erde zu richten.“ (Ps. 98,7-9)

Ihr Grund zur Freude? Einst offenbarte sich der Arm des HERRN in Erniedrigung. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht. Er wurde verachtet und von Menschen verlassen. (Jes. 53) Aber wenn der HERR mit Kraft kommt, wird seine durchbohrte Hand das Zepter der Weltregierung führen.

Die Wesensart der kommenden messianischen Regierung? Der Richter wird mit Geradheit die Nationen richten. Das Böse wir er schonungslos vergelten. Die Treue und den Einsatz von jedem Gläubigen wird er reichlich belohnen. Nicht einmal ein Glas kühles Wasser um Jesu willen wird übersehen.

Und König Jesus wird die Menschen weiden wie ein Hirte seine Schafe. Das Weiden der Herde ist in beiden Testamenten ein Sprachbild für die Führung von Menschen. Die allmächtige Regierung Gottes wird von Sorge um das ganze Volk Gottes und den Einzelnen zugleich gekennzeichnet.

Unwegsames Gelände stellt eine Überforderung für manche Schafe dar. Die zarten Lämmer trägt der starke Erzhirte in seinem Gewandbausch. Hier findet das Lämmlein Schutz vor den Elementen. An dem Busen des Herrn genießt es Wärme und Geborgenheit. Die Schafmütter wird der Hirte keinen unnötigen Strapazen aussetzen. Das säugende Muttertier kann mit den Widdern nicht Schritt halten. Der mächtige Hirte zieht seine besonderen Bedürfnisse in Betracht. Sanft und sorgsam ist seine Führung.

Ein Gespräch mit einer jungen Missionarin erinnerte mich an diese Bibelstelle. Als Ledige war sie der Inbegriff von hingegebenen Einsatz in der Sache des Herrn gewesen. Ein fruchtbares Andachtsleben, Bibelstudium, Evangelisation und Nacharbeitstreffen hatten ihr Wochenplan ausgefüllt. Mit Superkraftstoff war sie unterwegs gewesen! Aber dann heiratete sie, gebar ein Kind, und das Leben holte sie ein. Sie schilderte ihre Lage: Ihr Raubtierchen komme häufig zur gelegenen und ungelegenen Zeit. Seit der Entbindung habe sie mit Müdigkeit und neuen Allergien zu kämpfen. Ihr Dienst an anderen Menschen müsse massiv eingeschränkt werden. Und zu alledem komme hinzu, dass sie kaum etwas erntet, wenn sie die Bibel liest. „Was ist mit mir auf einmal los? Was soll ich tun?“

Mein Ratschlag an die junge Mutter lautete: „Glaubst du an 1. Korinther 7? Weißt du, dass Paulus die Begriffe von Lukas 10,38-42 ausborgte, um das Los der Verheirateten zu beschreiben? Schwester, Marriage makes Marthas out of Marys! (Die Ehe macht Marthas aus Marias). Aber die Feststellung dieses weisen Apostels macht deutlich, dass der Herr uns versteht.“ Dann schlugen wir Jesaja 40 auf: „…die säugenden Muttertiere wird er fürsorglich leiten.“

Das ist die Wesensart der Regierung Gottes! So geht er auf den Einzelnen in seiner besonderen Lebenslage ein. Und die Lehrer und Ältesten, die uns unterweisen und uns als Unterhirten Christi führen, tun wohl, wenn sie das Verhalten des Erzhirten als Vorbild für ihren Dienst an den Schafen des Herrn nehmen. Lasst uns das Volk Gottes motivieren, sein Bestes für Gott zu sein und zu geben, weil Er würdig ist. Es lohnt sich, aufs Ganze zu gehen! Aber unser Gott ist nicht so sehr an unserer Leistung interessiert, als an uns, an unserem Wohlergehen. Er trägt die Lämmer über sein Herz. Die säugenden Muttertiere leitet er fürsorglich.

Ist unser Gott nicht wunderbar? Er kommt in Kraft, und sein Arm übt für ihn die Herrschaft aus. Siehe da, euer Gott!