Gemeinde & Mission

Ehekurs 1-13

von Gibson Jean

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Lektion 1

EIN Fleisch oder ZWEI Einzelne?
Der Titel dieses Kurses lehnt sich an eine bekannte Zeitschrift namens „Bessere Heime und Gärten“ an. Ehe und Familie ähneln in mancher Hinsicht einem Garten. Viel Sorgfalt und Handarbeit ist nötig, ihn sauber und in gutem Zustand zu halten. Wer fleißig Pflanzen einsetzt, Hecken zuschneidet und eifrig düngt, darf in seinem Garten die besten Resultate erwarten. So ist es auch in der Ehe. Wer ein gesundes und glückliches Ehe- und Familienleben haben will, und fleißig daran arbeitet, wird die besten Resultate sehen.

Gute Ergebnisse erhalten wir dann, wenn wir auf den Rat von Experten hören. Für menschliche Wesen, die in Gottes Bild und zu Gottes Freude erschaffen sind, gibt es nur einen Experten, den Schöpfer selbst. Seine „Gebrauchsanweisung“ ist die „Bibel“, wörtlich übersetzt: „Das Buch“. Die Ehe wurde unmittelbar nach der Erschaffung des Menschen von Gott selbst eingesetzt, für das Wohl seiner Geschöpfe. Er sprach: „Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei. Ich will ihm eine Gehilfin machen, die zu ihm paßt“ (1. Mose 2,18). Das will in keiner Weise aussagen, daß ein Leben ohne Ehepartner kein erfolgreiches Leben werden kann. Es bedeutet, daß der Mensch ein soziales Wesen ist, das für Gesellschaft und Gemeinschaft geschaffen wurde. Dieses Bedürfnis nach Gemeinschaft wird hauptsächlich in der Ehe gestillt, jedoch nicht ausschließlich. Es gibt auch andere Wege, um es zu stillen. Als Gott den Menschen machte, schuf er zwei Geschlechter, Mann und Frau. Er hätte es auch anders tun können, wie er in anderen Arten von Lebewesen gezeigt hat.

Gott vereinte den Mann mit der Frau in der Ehe zu „einem Fleisch“ (1. Mose 2,24). Dieser Ausdruck beinhaltet viel mehr als man gewöhnlich annimmt. Der Herr Jesus griff diesen Ausdruck auf, als er darüber sprach, daß die Ehe nach Gottes Absicht von lebenslänglicher Dauer ist (Mt. 19,4-6). Weiteres wird uns in Eph. 5,31-32 gesagt, daß die Ehe von Gott dazu bestimmt ist, die Beziehung zwischen dem Herrn Jesus und seinem Volk, der Gemeinde, zu veranschaulichen.

Mann und Frau sind nicht als zwei Individualisten gemacht worden, sondern als ein Team, das zusammenarbeitet. Sie bilden eine Einheit, „ein Fleisch“. Diese Einheit soll leiblich (sexuell), sozial (gesellschaftlich), geistlich (gemeinsame Beziehung zu Gott), und auf sonstige Art und Weise zum Ausdruck gebracht werden. Sie soll regelmäßig zum Ausdruck gebracht werden und auf eine Weise, die die gegenseitige Freude vermehrt, Gottes Interessen fördert und anderen als gutes Beispiel für Gottes ursprüngliche Absichten dient. Uneinigkeit und Streit sind in keiner menschlichen Beziehung Gottes Wille. Durch gegenseitige Unterordnung unter Gottes Willen, wie er in der Heiligen Schrift geoffenbart ist, kann dieser „Krankheitszustand“ geheilt werden. Mangel an Harmonie in der Ehe hat praktisch in jedem Fall seinen Ursprung in Ungehorsam gegenüber Gott.

Die Welt nimmt Gottes Ordnungen nicht an, im Gegenteil, sie widersetzt sich ihnen in vielerlei Hinsicht. Es gibt menschliche „Autoritäten, die sich für Ideen einsetzen wie Verleugnung der nicht-biologischen geschlechtlichen Unterschiede. Sie fördern „egalitäre (gleichmacherische) Ehen“, d. h. Ehen mit völlig gleichen Rollen von Mann und Frau, und leugnen u. a. auf diese Weise die dem Mann zugewiesene Rolle als Führer. Sie rechtfertigen Scheidungen in Bereichen, wo Eheleute nicht „zusammenpassen“ oder nicht glücklich sind. Oder sie rechtfertigen eheliche Untreue (Ehebruch), oder sie ermutigen andere, sogar in der Ehe ein Leben mit dem Ziel der Selbsterfüllung zu führen. Gott wird manchmal als „androgynes“ Wesen dargestellt, d.h. einWesen, das sowohl die männlichen als auch die weiblichen Eigenschaften besitzt. Daher könne man über ihn, wenn man wolle, auch als einer weiblichen Person sprechen – im glatten Widerspruch zu dem, was die Bibel über ihn sagt.

Wir glauben nicht, daß eine Ehe wirklich in jeder Hinsicht erfolgreich sein kann, wo dem Herrn nicht der entscheidende Platz eingeräumt wird und sein Wort nicht als maßgebend anerkannt wird.

Dies bedeutet, daß folgende biblischen Prioritäten beachtet werden müssen:

1.Gott und sein Reich müssen an erster Stelle stehen Mt. 6,33) für den, der seinen Segen haben will.

2.Die ewigen Dinge müssen vor den zeitlichen (gegenwärtigen) kommen (2. Kor. 4,18)

3.Die geistlichen Dinge müssen vor den leiblichen (irdischen kommen (Mt. 6,19-20)

4. Menschen (andere Menschen) müssen vor Dinge (vor Materielles gestellt werden (Mk. 8,36-37)

Wir verwenden unsere wenigen wertvollen Jahre umsonst, wenn wir unser Leben mit Dingen verbringen wie:

1.dem Nachjagen materieller Güter
2.dem Fernsehmißbrauch anstatt Zeit mit der Familie zu verbringen
3.dem Nachgehen beruflicher Verantwortungen, die alle unsere Zeit und Kräfte rauben
4.dem Jagen nach Lust und Vergnügen als Quelle unserer Freude (genannt Hedonismus)

Die Ehe kann eine von Gottes größten Segnungen für uns sein, wenn wir als Ehepartner darüber reden, wie wir gemeinsam dem Willen Gottes entsprechend in Harmonie leben sollen.
Andererseits kann sie zu einer Last und zu einer beständigen Quelle von Reibung und Spannung, ja sogar zu einem Fluch werden. Mag sein, daß wir eine Ehe begonnen haben, indem wir unseren Partner unweise ausgesucht haben. Das ist oft der Fall. Aber der Herr wird immer noch zurecht „der Gott der Wiederherstellung“ genannt. Wir können unsere Fehler in etwas, das funktioniert, umwandeln. ER kann uns „Schönheit (o.: einen Kopfschmuck) für Asche“ geben (Jes. 63,3).

Fragen zu Lektion 1

1. Was bedeutet das „Ein Fleisch“-Sein mit Ihrem Partner ganz praktisch?

Schreiben Sie mindestens zwei Gebiete auf, in denen Sie dazu tendieren, individualistisch zu denken und zu handeln und in denen Sie mehr ein „Mannschaftsspieler“ sein sollten.

2. Was sind die Prioritäten in Ihrer ehelichen Beziehung? In welchem Ausmaß stimmen Sie in diesem Bereich überein?

4. Was war(en) die größte(n) Segnung(en), die Sie in Ihrer Ehe genossen haben?

5. Was war(en) die größte(n) Herausforderung(en) in Ihrer Ehe? Wie sind Sie damit umgegangen?


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