Ergreife die Flucht – Pornografie im Tempel Gottes
Eine Geschichte aus Haiti
Ein Mann wollte sein Haus verkaufen und ein anderer wollte es unbedingt kaufen. Doch dieser war arm und konnte den vollen Preis nicht aufbringen. Nach zähem Verhandeln stimmte der Besitzer zu, dem Mann das Haus um den halben Preis zu verkaufen, unter einer Bedingung: Er wollte einen großen Nagel behalten, der über der Haustür hervorragte.
Einige Jahre später verlangte der alte Besitzer das Haus zurück, was dem neuen natürlich missfiel. Darum hängte der Vorbesitzer Hundekadaver an „seinen Nagel“. Bald wurde das Haus unbewohnbar und die Familie war gezwungen, es dem Besitzer des Nagels zu verkaufen.
„Wenn wir dem Teufel auch nur einen kleinen Haken in unserem Leben lassen, dann wird er zurückkommen und seinen verfaulenden Müll daran hängen.“ (aus „Zielstrebich“ von Steve Farrar, S. 72)
Diese Geschichte soll uns verdeutlichen, wie Sünde, die wir in unserem Leben dulden, uns schadet. Pornografie ist so eine Sünde, die im Leben vieler Christen ein stinkender Unrat ist und die großen Schaden anrichtet. Nicht jeder Christ wird von Pornografie versucht, aber sehr viele Geschwister fallen immer wieder. Wenn du denkst, dass Pornos schauen ja nicht so schlimm sei, hat der „Vater der Lüge“ einen Sieg errungen. Pornografie ist kein Kavaliersdelikt, es ist Sünde, die unser Leben verunreinigt und faule Früchte hervorbringt.
„Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun! Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.“ (Joh 8,44)
Noch vor wenigen Jahren gab es Pornografie in Hochglanzmagazinen, auf Videos und im nächtlichen TV. Das hat sich durchs Internet stark verändert.
„25% aller Anfragen im Internet drehen sich um Pornografie. Das sind etwa 68 Millionen Anfragen pro Tag. Der Gesamtumsatz der Internet-Pornografie-Anbieter beläuft sich auf 12,6 Millionen Euro am Tag. 8% des weltweiten E-Mail-Verkehrs beinhaltet pornografische Elemente. 35% des Internet-Datenverkehrs ist pornografischen Ursprungs. Weltweit schauen sich 43% aller Internet-User pornografische Seiten an. 70 Prozent des Porno-Konsums über das Internet findet an Werktagen zwischen 9 und 17 Uhr statt. 20% der Männer und 13% der Frauen konsumieren erotische Inhalte auf dem Arbeitsplatz.“ (1)
Wie sieht es mit den Jugendlichen aus?
28% der Kinder und Jugendlichen haben mit 11-12 Jahren das erste Mal Kontakt zu Pornografie. 65% der Jugendlichen haben mit 15-16 Jahren schon Pornos gesehen. 53% der Burschen und 39% der Mädchen würde in Pornos Gesehenes gerne nachahmen.
Und in der Christenheit?
66% aller christlichen Männer konsumieren regelmäßig Pornografie. 65% aller Frauen unter 30 Jahren geben an mehrmals im Jahr Pornografie zu konsumieren. Aber nur 7% der Gemeinden und Kirchen bieten Hilfe an für Menschen, die von Pornografie frei werden wollen!
Die letzten Daten stammen aus dem evangelikalen Amerika (2). Aber vermutlich sieht die Realität in Europa ähnlich aus. Darum ist es wichtig, dass sich christliche Gemeinden Gedanken darüber machen, wie die Gläubigen sich davor schützen können, beziehungsweise wie man den vielen betroffenen Geschwistern helfen kann von Pornografie frei zu werden. Gläubige Eltern sollten nicht davon ausgehen, dass ihre Kinder von diesem Bereich unberührt bleiben, sondern sich sinnvolle Präventionskonzepte überlegen. Pornografie macht leider vor der Tür zum Tempel Gottes nicht Halt!
Was macht Pornografie mit uns?
In erster Linie zerstört Pornografie die Beziehung zu unserem Herrn, der uns zu Reinheit und Heiligkeit erkauft und berufen hat. Pornografie verdreht die Einswerdung zweier Menschen und macht Sex zu einem Zuschauersport, in dem das Gegenüber zum Objekt und Gewalt verherrlicht wird. Unreine Bilder prägen sich intensiv in unser Gedächtnis ein, die später wieder auftauchen. Pornografie ist eine kurzfristige (Selbst-)Befriedigung. Es ist ein einsamer Sex mit sich selbst vor einem Bildschirm, ohne Beziehung zum Partner. Gott hat die Sexualität als intimste Form der Gemeinschaft zwischen Mann und Frau im Rahmen der Ehe geschaffen. „Und sie werden ein Fleisch sein“ heißt es in 1. Mose 2,24. Pornografie jedoch bringt Einsamkeit anstelle von Einssein. Darum führt sie zu Scham und Verheimlichung. Es geht um eine kurzfristige Lustbefriedigung und nicht um ein Aufeinander-Eingehen und Zueinander-Hinwachsen. Im Gegenteil, der Konsum von Pornografie entfremdet uns vom eigenen Partner und die reale sexuelle Beziehung wird belastet. Häufig führt ein pornografisch geprägtes Bild von Sexualität zu einem unrealistischen Leistungsdruck, der dann die echte sexuelle Beziehung erschwert oder unmöglich macht. Manche Männer bekommen dadurch Probleme im sexuellen Bereich und suchen Ärzte oder Sexualtherapeuten auf. Auch das Verlangen nach immer ungewöhnlicheren Sexualpraktiken kann die Beziehung zum Partner belasten. Pornografie hat ein hohes Suchtpotential, weil der Konsum zu einer Toleranzentwicklung führt und der Konsument dadurch immer mehr und immer Härteres sehen will. Immer mehr Jugendliche konsumieren regelmäßig Pornografie, so dass die Zahl der Menschen steigt, die keine erfüllte Sexualität erleben.
Wir dürfen nicht vergessen, dass der Erfinder von Pornografie der „Vater der Lüge“ ist, dessen Ziel es ist unsere Ehen zu zerstören, unsere Beziehung zum Herrn zu zerstören und letztendlich uns selbst zu zerstören. Gott hingegen ist der Erfinder von Sexualität. Er hat sich diese wunderschöne Form der Beziehung innerhalb der Ehe zwischen Mann und Frau ausgedacht. Daraus soll einerseits Leben entstehen, aber auch Freude und Lust am Partner:
„…erfreue dich an der Frau deiner Jugend … ihre Brüste sollen dich berauschen jederzeit, in ihrer Liebe sollst du taumeln immerdar!“ (Sprüche 5, 18-19)
Sex ist auch ein Bindemittel für Beziehungen, wie ein Kleber. Es wird dabei unter anderem das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, das beim Stillen eines Babys die Beziehung zwischen Mutter und Kind fördert. Manche Kirchen oder Religionen meinen, dass Sexualität nur der Kinderzeugung dienen würde. Dies widerspricht jedoch Gottes Gedanken in der Bibel: In Sprüche 5 wird Sexualität mit einem immer wiederkehrenden Rausch verglichen.
Ein Mann darf und soll sich an seiner Frau erfreuen und eine Frau darf und soll sich an ihrem Mann erfreuen. So hat sich Gott das ausgedacht und dazu hat er uns Freiheit gegeben. Lässt du das zu, dass sich dein Ehepartner an dir berauschen kann? Macht euch Gedanken, wie eure Ehe in diesem Bereich wachsen kann, denn das erleichtert es euch ein reines Leben zu leben. Sex ist nichts Schmutziges, man braucht sich nicht dafür zu schämen. Auch das Verlangen nach Sex ist von Gott in uns hineingelegt, denn es hilft uns Egoisten uns auf unseren Partner einzulassen.
Was sagt Gott in der Bibel zu Pornografie?
„Oder wisst ihr nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Weichlinge [Lustknaben (Luth)] noch mit Männern Schlafende, noch Diebe noch Habsüchtige noch Trunkenbolde noch Lästerer noch Räuber werden das Reich Gottes erben. Und das sind manche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt worden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.“
(1. Kor 6,9-11)
Unzucht, Ehebruch, Knabenschändung und Homosexualität sind nicht vereinbar mit dem Erben des Reiches Gottes. Diese sexuellen Handlungen gehören zu einem gottlosen Leben. Gott kann diese Sünden nicht tolerieren. Es gibt für Gott nur einen Mann und eine Frau, was sexuelle Beziehungen betrifft, und zwar im Rahmen der Ehe.
Er hat uns mit seinem Blut abgewaschen und gereinigt von sexuellen Unreinheiten zu einem heiligen Leben. Ein Kind Gottes ehrt seinen Gott, indem es der Sünde fernbleibt. In 1. Korinther 6 geht es weiter:
„Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles ist nützlich. Alles ist mir erlaubt, aber ich will mich von nichts beherrschen lassen. … Der Leib aber ist nicht für die Hurerei, sondern für den Herrn und der Herr für den Leib. … Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind? Soll ich denn die Glieder Christi nehmen und zu Gliedern einer Hure machen? Auf keinen Fall! Oder wisst ihr nicht, dass, wer der Hure anhängt, ein Leib mit ihr ist? »Denn es werden«, heißt es, »die zwei ein Fleisch sein.« Wer aber dem Herrn anhängt, ist ein Geist mit ihm. Flieht die Unzucht! Jede Sünde, die ein Mensch begehen mag, ist außerhalb des Leibes; wer aber Unzucht treibt, sündigt gegen den eigenen Leib.“ (V. 12-18)
„Aber mein Körper gehört doch mir! Kann ich mit ihm nicht machen, was ich möchte?“ Dieser Gedanke, der dir vielleicht kommt, stammt auch vom „Vater der Lüge“ und diese Lüge führt täglich dazu, dass unzählige ungeborene Kinder getötet werden. Gottes Wort sagt zu dieser Frage etwas anderes. Dein Körper gehört nicht dir!
„Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes in euch ist, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid um einen Preis erkauft worden. Verherrlicht nun Gott mit eurem Leib!“ (V. 19-20)
Gott hat dir einen Körper gegeben. Warum hast du ihn bekommen? Damit du ihn missbrauchst? Damit du Gemeinschaft mit einer Hure über den Bildschirm und in Gedanken hast? Nein, du sollst mit deinem Körper Gott verherrlichen, denn er ist der Tempel des Heiligen Geistes!
Wenn Mann und Frau „eins werden“ ist Gott trotzdem noch Teil dieser Gemeinschaft. Er freut sich über die erfüllende Sexualität eines Ehepaares. Aber an der Gemeinschaft, die jemand mit einer Hure hat, kann Gott nicht teilhaben. Lasst uns vor jeglicher Form der Unzucht fliehen! Unzucht mag schillern und leuchten, aber sie wird uns zerstören!
Josef ist in 1. Mose 39,12 vor der Verführung durch seine Chefin geflohen. Lasst uns ihn in Situationen der Versuchung zum Vorbild nehmen. Im Bereich der sexuellen Sünden sollen wir dem Teufel nicht widerstehen, sondern die Flucht ergreifen. „Flieht die Unzucht!“ (1. Kor 6,18)
Ist Pornografie überhaupt Unzucht, denn ich schlafe dabei ja nicht mit einer Frau/einem Mann?
Dazu sagt der Herr Jesus in Mt 5,28: „Ich aber sage euch, dass jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen.“
Der Herr Jesus kennt unser Herz und er wünscht sich von uns ein reines, ungeteiltes Herz. Unzucht betrifft in erster Linie unsere Beziehung zum Herrn. Auch unverheiratete Männer und Frauen sollen sich sexuell reinhalten und vor der Unzucht fliehen.
Wie kann ich im Kampf gegen Pornografie siegreich sein?
„Wer seine Verbrechen zudeckt, wird keinen Erfolg haben; wer sie aber bekennt und lässt, wird Erbarmen finden.“ (Spr 28,13)
„Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.“ (1. Joh 1,9)
- Erkenne, ob du auf dem Gebiet der Pornografie sündigst.
- Bekenne deine Sünde Jesus und wenn du einen Ehepartner hast, bekenne auch ihm/ihr gegenüber dein Problem. Sei dabei ehrlich und offen! Es müssen nicht alle deine Freunde und Geschwister darüber informiert werden, aber Sünde gehört dem gegenüber bekannt, den sie betrifft.
- Ändere dein Verhalten!
„Wenn aber dein rechtes Auge dir Anstoß zur Sünde gibt, so reiß es aus und wirf es von dir! Denn es ist dir besser, dass eins deiner Glieder umkommt und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.“ (Mt 5,29)
Denke darüber nach in welchen Situationen du gefährdet bist und versuche diese Situationen zu vermeiden. Setze konkrete Schritte in deinem Alltag, die dich vor Pornografie schützen. Vielleicht solltest du dir einen Blocker für pornografische Inhalte auf deinem Handy installieren oder den Computer/das Internet nur im Beisein von anderen nutzen. Vielleicht solltest du zur selben Zeit wie dein Partner ins Bett gehen, statt nachts im Netz zu surfen.
Ein gutes Prinzip im Kampf gegen Pornografie lässt sich aus Markus 6,7 ableiten, wo Jesus seine Jünger in den Kampf gegen Dämonen zu zweit losschickt. Kämpfe nicht alleine!
Suche dir einen Bruder oder eine Schwester, dem/der du vertraust. Besprecht miteinander, wie und wo Pornografie dich zu Fall bringt. Dadurch bringst du Licht in diesen heimlichen Bereich und es hilft dir, wenn du regelmäßig jemandem Rechenschaft ablegst. Es gibt zum Beispiel Apps, die man auf seinem Handy oder Computer installieren kann, die den Bruder/die Schwester deines Vertrauens per SMS oder Mail informieren, wenn du Seiten mit pornografischen Inhalten besuchst. Das ist natürlich ein einschneidender Eingriff in deine Privatsphäre, aber es kann wirklich helfen. Vielleicht entspricht so ein Schritt dem, was Jesus damit meint, dass man sein Auge ausreißen soll, wenn es einen zur Sünde verführt.
Wir brauchen in unseren Gemeinden Brüder und Schwestern, die anderen auch im sexuellen Bereich gute und verschwiegene Seelsorger sind. Lasst uns gemeinsam die Lasten des anderen tragen (Gal 6,2). Betet füreinander! Gemeinsam ist es viel einfacher Sieg im Kampf gegen Pornografie zu erleben. Wer ist in deiner Gemeinde bereit solch ein Rechenschaftspartner zu sein, der, ohne den Bruder oder die Schwester zu verurteilen, an seiner/ihrer Seite mitkämpft und ihn/sie täglich im Gebet vor den Herrn bringt?
- Wenn du wieder in die Sünde der Pornografie gefallen bist, lass dich nicht hängen, sondern stehe auf, bekenne sie deinem Herrn und kämpfe weiter. Der Herr Jesus wird dich unterstützen und dir helfen, wenn du nah bei Ihm bleibst. Bitte Ihn darum dir zu helfen!
„Ich sage aber: Wandelt im Geist, und ihr werdet die Begierde des Fleisches nicht erfüllen.“ (Gal 5,16)
Wenn uns bewusst ist, wie schädlich der Konsum von Pornografie für uns selbst, unsere Beziehungen und unsere Gemeinde ist, sollten wir endlich anfangen oder fortfahren in der Lehre, im Gebet, in der Kindererziehung, in der Seelsorge und auch ganz praktisch in unserem Leben dagegen zu kämpfen.
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Quellen: (1) www.netzsieger.de/ratgeber/internet-pornografie-statistiken
(2) Monaghan, A. 2017.The impact of Self-Generated Images in online pornography, Middlesex University
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