Gemeinde & Mission

Geld hereinbeten

von Verwer George

aus einem Brief an die Mitarbeiter seiner Missionsgesellschaft

Es ist offensichtlich, dass sehr wenig Menschen in der Gemeinde heute das biblische Prinzip verstehen, die enge finanzielle Situation durch Fürbitte zu ändern. Wir haben die Vorbilder von Hudson Taylor, Georg Müller und vielen anderen, aber größtenteils werden ihre Bücher von den meisten Christen nicht mehr gelesen.

(Hudson Taylor, Georg Müller und andere machten es sich zum Grundsatz in ihrer Arbeit, bezüglich Finanzen allein auf Gott und seine Verheißungen zu vertrauen. Sie machten niemals Spendenaufrufe und ließen auch niemanden außer Gott ihre finanziellen Nöte wissen. Wortwörtlich beteten sie also alles benötigte Geld herein.)

Selbst unter Missionaren herrscht manchmal Unklarheit¸ was zu diesem Gebetsdienst gehört. Manche sehen, dass das Geld nicht herein kommt und sind deshalb entmutigt. Das Endergebnis ist, dass Geld für die Arbeit Gottes fehlt, was die Ausbreitung des Evangeliums behindert.

Es folgen einige praktische Punkte¸ die man bedenken soll:

1.

Geld herein beten ist nur ein Aspekt des Glaubenslebens und es ist nur eines der vielen Ziele, die wir in der Fürbitte haben. Wenn wir nicht aufpassen, bekommen wir leicht Schlagseite, sodass wir am Ende unsere Aufmerksamkeit auf Geld richten. Das ist nicht Gottes Plan, denn Seine Auflage ist es, dass wir unsere Aufmerksamkeit auf Ihn lenken. Wir dürfen nicht zulassen, dass Geld in irgendeiner Weise wichtiger wird als unsere Beziehung zu Ihm.

2.

In Anbetracht dessen müssen wir in unseren Gebeten Gott selbst in unserem Blickpunkt haben und Ihn vor allem anbeten, preisen und Ihm danken. Sogar im Hinblick auf Geld müssen wir viel Zeit aufwenden, um Ihm für Seine Hilfe zu danken, und Ihn besonders dafür anbeten, dass Er den Herrn Jesus Christus für uns geopfert hat.

3.

Es ist auch wichtig zu wissen, dass es nicht irgendwie ungeistlich oder sogar weltlich ist, das Geld zum Inhalt von unseren Gebeten zu machen. Watchman Nee sagt in seinem Buch „Tisch in der Wüste“: „Der Glaube ist ein höchst wichtiger Faktor im Dienst für Gott, denn ohne ihn kann keine echte geistliche Arbeit geschehen. Aber unser Glaube braucht Übung und Stärkung, und materielle Bedürfnisse sind ein Mittel, das Gott in dieser Absicht anwendet. Es ist nicht schwierig zu behaupten, man vertraue auf Gott betreffend einer Vielzahl unsichtbarer Dinge. Wir können uns darin sogar selbst etwas vormachen, weil es einfach nichts Konkretes gibt, das uns zeigt, wie viel es uns in Wirklichkeit an Glauben mangelt. Aber wenn es um finanzielle Angelegenheiten geht, um Essen und Trinken und Bargeld, ist die Angelegenheit so praktisch, dass die Echtheit unseres Glaubens sofort getestet wird. Wenn wir nicht einmal darauf vertrauen, dass Gott uns in den zeitlichen Bedürfnissen versorgt, warum sollte es etwas nützen, über geistliche Bedürfnisse zu sprechen? Wir verkünden, dass Gott ein lebendiger Gott ist. Lasst uns im sehr praktischen Bereich materieller Dinge beweisen, dass Er lebendig ist. Nichts wird das Vertrauen auf Ihn so festigen, und wir werden das sicherlich brauchen, wenn die geistlichen Nöte kommen.“

4.

Wir stimmen zu, dass Gott verschiedene Menschen und verschiedene Gruppen auf verschiedene Art und Weise führt. Gott wirkt auch durch Menschen im großen Maß dort, wo sie stehen. Er erzwingt nichts bei Menschen hinsichtlich dieser Dinge, und wenn die Leute den Glaubensweg nicht verstehen und sich aufmachen, um sich durch irgend ein Programm Geld zu verschaffen, bedeutet das nicht, dass Gott sich zurückzieht und dieses Programm nicht segnet. An dieser Stelle ist es wichtig, die Geduld, Nachsicht und das Erbarmen zu betonen, das Gott allen Seinen Kindern gegenüber zeigt. Ein anderer Mensch ist vielleicht auf einem Gebiet schwach, auf dem wir durch Gottes Belehrung und Trainingsprogramm stark geworden sind, aber es kann andere Gebiete geben, auf denen dieser Mann viel stärker ist, und wir könnten viel von ihm lernen. Deshalb ist es so wichtig zu verstehen, dass wir alle Glieder am Leibe Christi sind. Wer in einer Bewegung ist, wo man in einer Gott ehrenderen Weise bezüglich der finanziellen Bedürfnisse nur auf Gott schaut, muss verstehen, dass der, welcher sich auf irgend eine andere Art Spenden für das Werk des Herrn verschafft, genauso ein Teil des Leibes Jesu Christi ist, wie er selbst.

5.

Es ist auch wichtig zu verstehen, dass Gott an verschiedenen Menschen in verschiedener Weise arbeitet. Wenn jemand den Glauben hat, an den Bahnhofschalter zu gehen, um eine Fahrkarte zu kaufen im Vertrauen darauf, dass Gott in der allerletzten Minute die Mittel sendet, bedeutet es nicht, dass jeder es genauso nachmachen kann. Ich habe viele Leute in ihrem Vertrauen auf Gott in eine Sackgasse rennen sehen, wenn sie das nachmachten, was Gott mit anderen getan hatte, anstatt zu suchen, was der perfekte Plan Gottes in einer bestimmten Situation für sie selbst ist.

Genau so wichtig, wie zu verstehen, dass Gott mit verschiedenen Menschen in verschiedener Weise handelt, ist es, das allgemeine Handeln Gottes mit den Menschen zu verstehen. Obwohl Gott auf außergewöhnliche Art eingreifen kann, handelt Er mit den Seinen auch von Tag zu Tag auf eine gesunde, vernünftige und friedfertige Art. Wir sehen das sehr deutlich im Neuen Testament. Wir müssen verstehen, dass Gott sowohl im Gewöhnlichen als auch im Außergewöhnlichen ist. Gott kann genauso durch einen Mann wirken, der das Geld für seine Fahrkarte verdient, wie durch jemanden, dem Er das Geld für die Fahrkarte in wunderbarer Weise in der letzten Minute schenkt. Unterschiedliche Menschen haben unterschiedliche Ziele, und natürlich führt Gott einen Menschen zu der Methode, die ihn befähigt, das Ziel zu erreichen, das Gott ihm gesteckt hat.

Einige haben gesagt, dass man nicht von jedem Christ erwarten sollte Geld herein zu beten. Dies ist ein Gebiet, in dem wir das Gleichgewicht halten müssen. Es ist jedoch wahr, dass man von Missionaren, wegen der Art ihrer Arbeit und der Berufung dazu, erwarten muss, dass sie wegen des Geldes auf Gott vertrauen müssen. Doch auch der Mann in der Heimat, der arbeitet, muss genauso dem Herrn vertrauen: z.B. dass er eine Arbeit bekommt, und dann muss er dem Herrn vertrauen, ihm zu helfen, die Arbeit in guter und wirksamer Weise zu erledigen, damit er das Geld wert ist, das er verdient. Weiter gibt es viele Möglichkeiten, Gott wegen den Finanzen zu vertrauen. Denken wir dabei an die vielen Gemeinden, deren Mitglieder „Glaubensversprechen“ machten, wie sie von großen Männern wie Oswald J. Smith verbreitet wurden. Die Menschen werden gebeten, dem Herrn ein „Glaubensversprechen“ zu machen, nicht über eine Summe, die sie geben können, sondern über eine Summe, von der sie glauben, dass Gott sie ihnen zur Verfügung stellen wird! Leute, die das getan haben, haben erlebt, wie der Herr Geld auf ungewöhnliche Weise schenkt, sogar wenn ihre eigene Arbeit nicht das Nötige einbringt. Wieviel mehr sollten dann wir Missionare Gott vertrauen, nicht allein in dem, was wir sehen oder uns ausrechnen, sondern in dem, was wir im Vertrauen erwarten, dass Er zur Verfügung stellt.

„Rufe zu mir, und ich will dir antworten und will dir große und unerreichbare Dinge kundtun, die du nicht weißt.“ Jer. 33,3

„Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet; denn mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Maße ihr messet, wird euch gemessen werden. Was aber siehst du den Splitter, der in deines Bruders Auge ist, den Balken aber in deinem Auge nimmst du nicht wahr? Oder wie wirst du zu deinem Bruder sagen: erlaube, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und siehe, der Balken ist in deinem Auge? Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann wirst du klar sehen, um den Splitter aus deines Bruders Auge zu ziehen.“ Mt. 7,1-8

„Und alles was irgend ihr im Gebet glaubend begehret, werdet ihr empfangen.“ Mt. 21,22

„Wenn ihr in mir bleibet und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten was ihr wollt, und es wird euch geschehen.“ Joh. 15,7

„…und was irgend wir bitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und das vor ihm Wohlgefällige tun.“ 1. Joh. 3,22

6.

Hier sind einige Punkte, die unsere Gebete wirkungslos machen und es Gott oft unmöglich machen, das Geld zu senden, um das wir bitten. Es ist erstaunlich, wie Gott in einer Situation des Geldmangels zu uns sprechen kann. In 1. Joh. 3,22 heißt es: „…und was irgend wir bitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und das vor ihm Wohlgefällige tun.“ Hier sehen wir die Verbindung zwischen Gehorsam und Gebetserhörung. Sicherlich kann Ungehorsam in den verschiedensten Formen eines der größten Hindernisse für Gebetserhörungen sein.

Das heißt jedoch nicht, dass jedes Mal, wenn eine finanzielle Not vorliegt oder ein Gebet nicht oder nicht sofort beantwortet wird, die Person ungehorsam ist. Dies ist ein Gebiet, wo wir sehr viel Ausgewogenheit brauchen und wo wir es vermeiden müssen, in falsches Schuldbewusstsein zu fallen oder uns dauernd selbst zu prüfen. Zugleich müssen wir unbedingt die folgenden Hindernisse beachten:

Stolz

Stolz kann sich einschleichen und unseren wahren Glauben ersticken. Gott weiß, dass jeder von uns Demut dringender braucht als großartige Gebetserhörungen in Geldsachen. Es sollte beides möglich sein. Wir dürfen nie eifersüchtig oder neidisch werden, wenn eine andere Person große Gebetserhörungen erlebt. Wir müssen diese Art des Vergleichens vermeiden, die kein gesundes geistliches Denken erzeugen kann. Wir müssen auch darauf achten, dass wir keinesfalls stolz werden, wenn wir einen größeren Fortschritt auf einem Gebiet erleben. Welch ein Hindernis für zukünftige Gebete kann es werden, wenn wir Ruhm ernten wollen für einen Fortschritt, für den wir lediglich Fürbitte geleistet haben!

Ungeduld

Über Ungeduld und über die Tugend der Geduld wird im Wort Gottes viel gesprochen, mehr als zum Beispiel über das Thema, auf Gott wegen Geld zu vertrauen. Hier ist beharrliches Gebet erforderlich. Studiere Verse, wo es um Anhalten im Gebet geht. Tatsächlich ist eine der wichtigsten Lektionen, die Gott uns lehrt, in den ganzen schwierigen Situationen, die uns begegnen dürfen, dass wir geprüft werden, wie ernst wir es mit unseren einzelnen Zielen meinen.

Falsche Motive

Mit unseren Motiven müssen wir äußerst vorsichtig sein. Beten wir Geld herein, so dass wir sagen können, dass wir unser Geld herein beten? Oder dass wir so gut wie unser Nächster sind? Oder bitten wir um Geld, bloß weil es eine Regel ist? Haben wir wirklich Mitleid und ein Anliegen für den Willen Gottes, für Sein Werk und die Weltevangelisation, sodass, wenn wir um Geld bitten, es nur mit dem Ziel geschieht, Gott zu ehren?

Unglaube

Unser Glaube wird geprüft, wie wir es aus verschiedenen Stellen im Wort Gottes lernen. Der Herr weiß, dass es für Missionare eine große Prüfung ist, wenn plötzlich kein Geld mehr kommt. Gerade dann müssen wir unsere Augen fest auf den Herrn richten, auch wenn alles unproduktiv, unfruchtbar und unmöglich erscheint. Manchmal lässt Gott es zu, dass wir in so eine Situation kommen. Es ist gesagt worden: „Wenn nichts mehr außer Gott übrig bleibt, bemerken wir erst, dass Gott genug ist.“ Wir werden in diesem Punkt bis auf die Knochen geprüft werden, und wir dürfen nicht versagen.

Sünde

Ja, jede Sünde kann ein riesiges Hindernis zum Beten sein. Im Alten Testament werden wir gewarnt, dass, wenn ein ungerechter Mensch betet, selbst seine Gebete ein Greuel sind. Gebet kann niemals Gehorsam ersetzen.

Falsche Ansicht von Gott

Manchmal hält Gott das Geld zurück und beantwortet eine besondere Not nicht, weil er unsere falsche Sicht von Ihm korrigieren möchte. Zum Beispiel ist es falsch, wenn wir denken, wir könnten Gott an die Wand drücken und Ihn dazu bringen, dies oder das zu tun. Das Buch Hiob ist da sehr aufschlussreich, weil es zeigt, wie sehr Gott einen Menschen prüfen kann. Es ist wichtig, in der Mitte der Prüfung nicht die gottgegebenen Ziele zu verlieren. Gott möchte unsere Ziele nicht kaputt machen, aber Er möchte uns reinigen und läutern, indem wir auf das Ziel hin steuern. Gott möchte von uns um Dinge gebeten werden. Gott kümmert sich sogar um die kleinsten Dinge, und Er freut Sich, wenn Seine Kinder bitten und dann auf die Antwort warten.

Abhängigkeit von Menschen

Eine andere große Gefahr im Glaubenswachstum ist, dass wir in Geldsachen unser Vertrauen langsam mehr auf Menschen als auf Gott richten, und damit ist eine der wichtigsten Absichten, warum diese besondere Art des Betens um Geld ausgeübt wurde, plötzlich zerstört. Es ist möglich, dass wir äußerlich wegen Geld allein auf Gott schauen und in Wirklichkeit doch unterschwellig auf Menschen vertrauen. Dieses Vertrauen auf Menschen kann dann größer sein als bei jemandem, der hingeht und zu Spenden aufruft oder seine Nöte bekannt macht. An diesem Punkt müssen wir vorsichtig sein. Gott kennt unsere Schwächen, aber wir haben eine natürliche Neigung, auf Menschen zu schauen, besonders wenn wir sehen, wie Gott in wunderbarer Weise Menschen benutzt, um uns zu helfen. Manche Menschen reagieren zu heftig auf Menschen, die geben und das geht bis zur Unhöflichkeit denen gegenüber, die von Gott gebraucht wurden, um Geld für das Werk Gottes zu geben. Wir müssen verstehen, dass reiche Leute einen anderen Kampf kämpfen als arme Leute, aber sie gehören alle zum Leib Christi, wenn sie gläubig sind. Wir müssen lernen zu verstehen, warum Menschen so leben, wie sie leben und warum sie das tun, was sie tun. Ein armer Mensch kann materialistischer sein als ein Reicher, also ist es das beste, nicht zu richten. Am besten ist es, wegen Hilfe nicht zu irgend einem Menschen zu schauen, sondern allein zu Gott.

Wo passt die Gemeinde in dieses Prinzip, nicht von Menschen abhängig zu sein? Normalerweise halten wir es für biblisch, dass Missionare von ihrer örtlichen Gemeinde unterstützt werden. Am ersten Tag der Woche legt sie Geld für das Werk des Herrn zusammen. Jedoch ist die örtliche Gemeinde in vielen Fällen nicht in der Lage, die Kosten für Arbeiter aufzubringen. Darum sollen wir grundsätzlich auf den Herrn schauen und Ihm wegen finanzieller Unterstützung vertrauen, auch wenn wir in einer starken Gemeinde sind, die uns unterstützen will.

Faulheit

Es ist wichtig, daran zu denken, dass Gebet und das Vertrauen auf Gott für Geld harte Arbeit, Fleiß und Initiative nicht ersetzen. Ich persönlich bin überzeugt, dass Faulheit und fehlende Initiative oft ein Hinderungsgrund für einen Durchbruch in Geldsachen sind. Gott muss Geld zurückhalten, denn Er weiß, wenn Er es gibt, werden wir noch fauler und lernen niemals, was es heißt, hart zu arbeiten und die Initiative zu ergreifen. Vielleicht betet ein Team um mehr Geld, das leicht durch Bücherverkauf hereinkäme, wenn die Leute auf diesem Gebiet fleißiger wären. Gott versucht dauernd, uns in ein geistliches Gleichgewicht zu bringen, und ich bin sicher, dass dies eine Seiner schwierigsten Aufgaben ist.

Denke auch daran, dass nicht alles Geld, das wir bekommen, vom Herrn ist. Der Teufel weiß auch, uns mit Geld zu versorgen, und manchmal ist es eher ein Hindernis als eine Hilfe, wenn wir vorzeitig eine große Summe Geld bekommen. Es ist so wichtig zu verstehen, dass nicht eine einzige Lehre oder ein Grundsatz die komplette Antwort auf wahre Geistlichkeit geben können. Jemand, der in Geldsachen große Dinge erlebt, kann später leicht getäuscht werden. Das könnte zu seinem geistlichen Niedergang und Verfall führen.

Sorge

Gott kann es zulassen, dass wir auf dem Gebiet der Sorgen geprüft werden. Wie leicht ist es, sich wegen Geld Sorgen zu machen. Diese Sorgen werden niemals zu einem geistlichen Durchbruch führen. Wenn wir nicht in der Lage sind, die Sorgen zu besiegen, halte ich es für wichtig, diese Sorgen mit einem anderen Bruder zu teilen. Es ist erstaunlich, wie der Herr uns durch fehlendes Geld fast zwingen kann, notwendige Dinge zu tun, die wir sonst nie tun würden!

Ich kenne beispielsweise etliche Fälle, wo Menschen gezwungen wurden, über die Bedeutung der örtlichen Gemeinde nachzudenken, was sie vorher versäumt hatten. Gott möchte uns an unsere örtliche Gemeinde anbinden, damit wir zusammen für Ihn arbeiten und Ihn anbeten. In manchen Fällen, wenn Geld leicht aus anderen Quellen kommen würde, hätten die Menschen sich nie so mit der örtlichen Gemeinde verbunden. Es haben sich auch tiefe Beziehungen zwischen den Gliedern eines Teams, die in Geldnöten waren, entwickelt, weil sie in Gemeinschaft, Diskussion und gemeinsames Gebet geführt wurden.

Es ist erstaunlich, wie unser großer Gott Schwierigkeiten benützen kann, um Segen daraus zu machen. Wenn kein Geld herein kommt, ist das oft eine der besten Möglichkeiten, uns von Dingen abzuhalten, die wir nicht tun sollten. Es ist eine wunderbare Weise (aber nicht die einzige), wie Gott eine besondere Richtung in unserem Leben bestätigen kann.

Fehlen von gemeinsamem Gebet

Abgesehen von unseren eigenen finanziellen Zielen sollten wir noch mehr berührt sein, wenn wir große Summen durch gemeinsames Gebet für das Werk des Herrn freigesetzt sehen. Oft kann durch gemeinsames Gebet und vereintes Vertrauen das getan werden, was wir in unserem persönlichen Gebet nicht erreichen.

Wenn wir im Team evangelisieren oder gar als Team ‚durch Glauben leben‘, sollten Gebetstreffen für die finanziellen Bedürfnisse als Pflicht angesehen werden. ((Wenn in einem Missionsteam, das durch Glauben lebt, ein Teammitglied keinen finanziellen Durchbruch hat (sich nicht finanzieren kann) verursacht das Schwierigkeiten, doch es ist weit schlimmer, wenn die selben Leute unbekümmert scheinen und keine Ausdauer bei einem Gebetstreffen haben bzw. gar nicht zum Gebetstreffen kommen wollen.)).

Fehlen von geistlichem Druck

Der bei einer Missionsgesellschaft arbeitende Missionar kann leicht dazu tendieren, auf dem ‚Trittbrett zu fahren‘, faul zu werden im Gebet für die eigenen Finanzen. Deshalb ist es notwendig, dass Organisationen im finanziellen Bereich einen gewissen Druck auf ihre Mitarbeiter ausüben. Druck hilft, persönlichen Glauben aufzubauen. Eine schöne Sache beim Vertrauen auf Gott wegen der eigenen Bedürfnisse ist, dass es persönlichen und individuellen Glauben lehrt, der in unseren Tagen so notwendig ist. Es schützt uns auch davor, von einer Organisation gefangen zu werden, wo sich jeder zu einem gewissen Grad an die Organisation lehnt, damit sie ihn versorgt.

Manche Menschen reagieren gegen den Druck, der sich oft wegen der riesigen finanziellen Not in der Arbeit einstellt. Sie möchten nicht an die Notwendigkeit erinnert werden, Gott wegen Geld zu vertrauen. Ich persönlich halte das aber für einen der großen Bereiche in der Arbeit, wo sich die Realität zeigt. 75% oder mehr Menschen der ganzen Welt haben täglich ein großes Problem mit dem Überleben, dem Lebensunterhalt, der Ernährung und der Gesundheit. Dies steht in direkter Verbindung zu dem Geld, das sie haben. Es besteht eine große Gefahr, dass Christen so naiv werden und so viel als gegeben hinnehmen, dass sie eine leichtfertige Ansicht über das Leben und Gott selbst entwickeln. Letzten Endes ist eine solche Ansicht ein großes Hindernis. Das Leiden, das wir durch beharrliches Gebet um Geld erfahren haben, scheint ziemlich klein zu sein im Vergleich zu dem, was viele Menschen im täglichen Kampf ums Überleben erdulden.

Behalte im Gedächtnis, dass das durchschnittliche Jahreseinkommen in den meisten Ländern der Welt zwischen 100 und 300 Euro im Jahr beträgt. Viele Menschen müssen 16 Stunden pro Tag arbeiten, nur um zu überleben. Und doch beklagen wir uns, wenn jemand vorschlägt, dass wir eine extra halbe Stunde im Gebet verbringen sollen, um dem Herrn unsere Geldnot anzuvertrauen. Vielleicht müssen wir daran erinnert werden, was Ole Hallesby in seinem Buch über Gebet sagt, nämlich, dass „Gebet Arbeit ist.“ Vielleicht ist es eine Arbeit, die einige von uns umgehen wollen, und so entwickeln wir diesbezüglich Entschuldigungen oder falsche Philosophien und unbiblische Ideen.