Gemeinde & Mission

Ich bin da

von Lampert Werner

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Unser Herr und Gott sagt einfach und ganz verbindlich: Ich bin da!„Naht euch zu Mir“, sagt Jesaja, „hört dieses! Ich habe von Anfang an nicht im Verborgenen geredet; von der Zeit an, da es ward, bin Ich da.“
Ich bin da, dann wissen wir, um wen es sich dreht. Das ist der, der uns ganz erfassen möchte.
Oder Ich bin da, d.h. nicht: Ich werde da sein, Ich bin vielleicht da, nein: Ich bin da!
Oder die dritte Version: Ich bin da – also ich bin hier, jetzt hier. Gott ist gegenwärtig.

Die Gegenwart Gottes zeigt sich nicht immer in der gleichen Weise. Diese Tatsache lässt sich von verschiedenen Sichtweisen aus betrachten:

1. Gott ist über uns!

„Er ist es, der da thront über dem Kreise der Erde,“ sagt Jesaja. Er, Gott, sieht die Bewohner so klein wie die Heuschrecken, Er hat den Himmel ausgespannt wie ein Zelt zum Wohnen. Er sieht uns. „Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt, und dessen Name der Heilige ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und gebeugten Geistes sind, um zu beleben den Geist der Gebeugten und zu beleben das Herz der Zerschlagenen.“

„Der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit…hat alles Seinen (Jesu) Füßen unterworfen,“ das ist wiederum die Verbindung, „und Ihn“ den Herrn „als Haupt über alles der Versammlung gegeben.“ Es kommt schon vor, dass man Menschen über sich sieht. Das gehört zum Leben. Es gibt Vorgesetzte, es gibt Mächtigere, es gibt Stärkere. Es gibt brutale, rigorose, rücksichtslose Menschen, die man über sich sieht. Sie scheinen zu bestimmen, was mit dir, mit mir geschieht – sie scheinen zu bestimmen. Und manchmal kommt man sich dabei wirklich hilflos und ausgeliefert vor.
Und in solch eine Situation hinein will Gott sprechen und uns erinnern: Ich bin da!

Ich werde richten. Das Alte Testament schon legt klar und deutlich für uns fest: Der Herr, Gott ist Richter. Der Hebräerbrief greift es noch einmal auf und erinnert daran: Er wird richten. Also all das, was so an uns herankommt, kennt Er, weil: Er ist über uns. Über uns sind nicht Menschen, über uns ist Gott. Und zu Ihm haben wir Zutritt. Unsere Einwände, unsere Bedenken, unsere Ängste, unsere Wünsche finden bei Ihm ein offenes Ohr. Er beugt sich zu den Niedrigen. Er belebt, die zerschlagenen Geistes sind. Das soll uns bewusst sein, wenn wir in den Tag hineingehen, jeden Tag und an jedem Ort: Ich bin da! Ich bin über dir!

2. Gott ist unter uns!

Nun haben wir schon zwei Dimensionen, die abgedeckt sind. In Moses wird uns berichtet: Keiner ist wie unser Gott, der Gott der Rechtschaffenen, des Volkes, das Gottes Willen kennt und diesen Willen Gottes im Leben verwirklichen will. Das ist unser Gott, „der auf den Himmeln einher fährt zu deiner Hilfe, und in Seiner Hoheit auf den Wolken. Deine Wohnung ist der Gott der Urzeit, und unter dir sind ewige Arme; und Er vertreibt vor dir den Feind und spricht: Vertilge!“ Eine wunderbare Position, die uns das Wort hier sagt.

Weiter wird in Mose berichtet: „Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe, wie Ich euch getragen auf Adlers Flügeln und euch zu Mir gebracht habe.“ Weg von Ägypten, raus aus der Welt, raus aus der Sünde, raus aus dem Verderben, aus der Verzweiflung. Getragen; wer trägt, ist unten – mindestens seine Hände – Gott ist unter uns! „Unter dir sind ewige Arme“ heißt: Wir können zwar fallen, aber da sind Arme, die den Fall auffangen. Er ist die Abschirmung gegen die Mächte von unten. Da haben wir‘s. Auch hier dürfen wir uns auf der Seite des Siegers wissen – Schutz gegen die finsteren Mächte von unten. Der Herr Jesus selbst hat die Bindung von uns nach unten durchschnitten.

Noch einmal sagt Jesaja, der uns sehr viel zu sagen hat: „Und bis in euer Greisenalter bin Ich derselbe, und bis zu eurem grauen Haare werde Ich euch tragen; Ich habe es getan, und Ich werde heben, und Ich werde tragen und erretten“ aus allem.

3. Gott ist vor uns!

Wenn wir nicht schon sicher wären, würden wir jetzt Stück für Stück immer sicherer werden bei dem Gedanken, wo Gott überall ist, wenn Er sagt: Ich bin da! Gott ist vor uns.

Jesaja sagt: „Ich,“ sagt Gott, „Ich werde vor dir herziehen und werde das Holprige eben machen; eherne Pforten werde Ich zerbrechen und eiserne Riegel zerschlagen.“ Dieses viele Holprige auf unserem Weg, diese vielen Unebenheiten, diese vielen Stolperstellen, diese vielen Kurven, diese vielen Schlaglöcher, diese vielen Baustellen. Gott geht vor uns her und macht das Holprige eben.

Vor uns hatte unser Herr die Begegnung mit dem Feind, um ihn zu besiegen. Jede Begegnung, die wir haben, jede Anfechtung, jedes Problem, jeder Gedanke, der aus dem Bösen kommt und jede Attacke, die uns erreicht, entsteht erst, nachdem der Herr den Feind besiegt hat. Gott ist vor uns, unser Schutz, unser Schild: Er fängt die feurigen Pfeile ab. Er bremst und stoppt den Feind.

Es gibt für Gott keine unvorbereitete Situation – Er ist vor uns bei allem, was gefordert wird, denn Er sagt ja: „Ich bin vor dir!“ Er weiß es zuerst und bahnt mir den Weg. Die Israeliten haben das beim Auszug aus Ägypten erlebt (2. Mo 13): „Und der Herr zog vor ihnen her, des Tages in einer Wolkensäule, um sie auf dem Wege zu leiten, und des Nachts in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie Tag und Nacht ziehen könnten. Des Tages wich nicht die Wolkensäule, noch des Nachts die Feuersäule vor dem Volke.“
Diese Zusage gilt uns, weil im neuen Sinne Gott mit uns ist. Konsequenterweise dürfen wir dies alles in Anspruch nehmen und uns auch in dieser Sicherheit wissen.

Vor uns – sagt Sacharja – hat Er das Meer der Angst durchschritten (Sach 10): „Und Er wird durch das Meer der Angst ziehen und die Wellen im Meere schlagen,“ Er beruhigt nicht nur den Sturm – auch die Wellen; Er glättet. Er nimmt nicht nur das Holprige, die Unebenheiten weg, auch das Unruhige, das Stürmische.

Und vor uns hat Jesus den Weg zum Vater gebahnt! Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten; das ist das eine. Wir denken oft in der Anbetungszeit an die Wohnungen, die wir dort erwarten dürfen. Sie sind eines der Erbstücke, der Geschenke Gottes an uns. Aber der Weg zu Gott war mit dem Kreuz und mit dem Blut am Kreuz von Golgatha verbunden. Diese tiefe, einmalige Art der Wegbahnung zeigt uns, dass Gott unser Hirte ist, denn ein guter Hirte geht seiner Herde immer voraus.
Als Hirte „geht Er vor ihnen her, und die Schafe folgen Ihm,“ Joh. 10, weil sie Seine Stimme kennen.

4. Gott ist hinter uns

„Und der Engel Gottes, der vor dem Heere Israels herzog, brach auf und trat hinter sie; und die Wolkensäule brach auf von vorn und stellte sich hinter sie. Und sie kam zwischen das Heer der Ägypter und das Heer Israels.

Jesaja sagt uns: „…denn der Herr zieht vor euch her, und eure Nachhut ist der Gott Israels.“
Das Volk Israel hatte den Befehl, auszuziehen und die Ägypter würden hinterher – kommen. Und dann sagt der Herr – und das ist die Konsequenz, warum der Herr sich auch um uns kümmert -: Dass Er sich verherrliche. Das ist Sinn und Zweck! Alles geschehe zur Ehre Gottes und unseres Herrn.

Also auch gegen nachdrängende Feinde, die uns nachlaufen, die wir (scheinbar) nicht loswerden, die uns zurück holen wollen, wie damals die Ägypter die Israeliten. Zurück dorthin, woraus der Herr uns schon errettet hat. Nachlaufende Feinde sind letztlich nicht mehr die Gefahr, weil Er hinter uns ist.

5. Gott ist mit uns

In 2. Chronik wird uns geschildert: „… denn mit uns sind mehr als mit ihm“. Mehr mit uns, seinem Volk, als mit ihm, dem König von Assyrien.
„Mit ihm ist ein Arm des Fleisches“ also eine Begrenzung, eine Endlichkeit; „aber mit uns ist der Herr, unser Gott, um uns zu helfen und unsere Streite zu führen!“ Es gibt Kämpfe, die wir zu führen haben.
Aber Er ist mit uns, um uns zu helfen und unsere Streite zu führen. Überlassen wir es Ihm.

„Und siehe, Ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.“ (Mat 28,20) Gott der Herr ist mit uns. Welch großes Vorrecht! Der Herr läßt uns nicht allein. Das gibt Geborgenheit und Freude. Er ist mit dabei auf jedem Weg – Er, dem nichts unmöglich ist..

Er, der Herr Jesus ist unsere Gerechtigkeit geworden und Er sitzt zur Rechten Gottes.
Es gibt nichts Höheres, es gibt nichts Sichereres, es gibt nichts Besseres. Und in Jesus hat Gott uns ganz deutlich gezeigt, dass Er selbst mit uns ist. Jesaja 7: „Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären, und wird seinen Namen Immanuel heißen: Gott mit uns.“ Das Wort ist Gott, und es wurde Fleisch und wohnte unter uns.

Gott ist mit uns, wenn wir erschrocken vor unserer Sünde stehen, wenn wir durch unser Versagen enttäuscht sind – wenn wir nicht wütend sind, sondern einsichtig und sagen, ich habe es nicht geschafft, ich kann es nicht, ich bin es nicht. Gott ist mit uns, wenn wir vor Enttäuschung wie gelähmt sind, d.h. unfähig, ohnmächtig, gebrochen, zerschlagen. Gott ist mit uns, wenn wir von Schwierigkeiten zugedeckt werden. Und gerade dann dürfen wir uns daran halten: Siehe, Ich bin da, Ich bin mit dir!

6. Gott ist für uns

Römer 8 sagt uns: „Was sollen wir nun hierzu sagen? Wenn Gott für uns ist, wer gegen uns? „Er, der doch Seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern Ihn für uns alle hingegeben hat: wie wird Er uns mit Ihm nicht auch alles schenken?“ Welch ein Reichtum, welch eine Sicherheit!

Und im 1. Johannesbrief lesen wir: „Wenn jemand gesündigt hat“ – was leider immer wieder vorkommt – „wir haben einen Sachwalter, einen Fürsprecher“ weil Gott für uns ist „bei dem Vater: Jesus Christus, den Gerechten.“ Er ist da, Er ist für uns!

7. Gott ist um uns!

Jetzt haben wir schon alle Seiten betrachtet und nun kommt noch einmal eine Zusammenfassung im Sinne von: Gott ist um uns!

5. Mose 32: „Er umgab ihn, gab acht auf ihn“ hier ist von Jakob die Rede im Sinne des Volkes Gottes Israel. „Er behütete ihn wie Seinen Augapfel.“ Solch eine persönliche Zuwendung und Aufmerksamkeit! Obwohl wir so klein sind, obwohl man uns größenmäßig mit Heuschrecken vergleichen könnte oder noch kleiner: Er sieht uns!

Psalm 139: „Von allen Seiten umgibst Du mich und hältst Deine Hand über mir.“
Umgeben: Wenn wir von unserer Umgebung sprechen, denken wir oft an schwierige Verhältnisse, in denen wir stehen, an Menschen, die uns das Leben schwer machen, an Zustände, die hindernd, bindend oder belastend sind, an Kritik, an Spott, an herab ziehende und negative Einflüsse, an Forderungen, die an uns gestellt werden.

Gott ist unsere Umgebung. Er ist uns am nächsten, näher als alles, was wir eben aufgelistet haben. Das alles ist zwar trotzdem da, aber dazwischen ist Er.

Die Dinge, die uns wirklich erreichen, müssen uns nach Seinem Willen zum Besten dienen oder „zum Guten mitwirken.“

Und umgekehrt: Und durch Ihn – da Er mich ja umgibt und ich in Ihm bin – darf ich mit allen Dingen fertig werden. Er ist mir sowohl die Kraft als auch die Methode.

Der Psalmist sagt (als Bild dafür dient Jerusalem): „Jerusalem – Berge sind rings um sie her: So ist der Herr rings um Sein Volk, von nun an bis in Ewigkeit.“

8. Gott ist in uns!

Nun gibt es keine Lücke mehr.

Epheser 3: „dass der Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne, …damit ihr erfüllt sein möget zu der ganzen Fülle Gottes.“ Die Fülle Gottes in dir, in mir – hoher, höchster Anspruch. Ist aber verordnet, verheißen; ist Konsequenz. Wir ahnen kaum, was das heißen kann.

Johannes 14: „Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand Mich liebt, so wird er Mein Wort halten, und Mein Vater wird ihn lieben, und Wir werden zu Ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.“ Das ist die Fülle der Gottheit in uns. 1. Kor 3: „Wisset ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“

Siehe, Ich bin da, Ich bin in dir. „Und wer Seine Gebote hält, bleibt in Ihm und Er in ihm; und hieran erkennen wir, dass Er in uns bleibt, durch den Geist, den Er uns gegeben hat.“

Paulus zieht die Konsequenz für sein Leben daraus: „Nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir.“

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