Gemeinde & Mission

Ist Jesus Gott?

von Mac Donald William

Die Frage lautet: „Ist Jesus Gott?“ Ich habe die Frage absichtlich so formuliert. Wenn ich gefragt hätte: „Ist Jesus der Sohn Gottes?“, dann hätten viele bereitwillig mit „Ja“ geantwortet. Aber sie meinen damit: „Jesus ist ein Sohn Gottes, auf dieselbe Art, wie jeder von uns ein Sohn Gottes ist.“ Sie sind nicht davon überzeugt, dass er auf einzigartige Weise der Sohn Gottes ist. Mit anderen Worten: Sie glauben nicht daran, dass er Gott, dem Vater, gleich ist.

Ich möchte in diesem Artikel zeigen, dass Jesus Gott ist. Zuerst will ich Bibelstellen vorlegen, die das ausdrücklich sagen. Dann will ich zeigen, dass es viele Bibelverse gibt, die darauf hinweisen, dass der Herr Jesus Gott ist. Zum Schluss will ich die Verse untersuchen, die verwendet werden, um zu widerlegen, dass der Herr Jesus Gott ist. Dabei will ich zeigen, dass diese Verse eigentlich beweisen, was sie angeblich widerlegen sollen.

Verse, die direkt aussagen, dass der Herr Jesus Gott ist

Hier folgen also einige Verse, die deutlich sagen, dass der Herr Jesus Gott ist. Der erste Vers, der den meisten Gläubigen dazu einfällt, ist Joh 1,1: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ „Das Wort“ wird in Vers 14 deutlich erklärt, es ist derjenige, der Fleisch wurde und unter uns wohnte. Mit anderen Worten: „Das Wort“ ist der Herr Jesus Christus. Dieser Vers zeigt uns drei Tatsachen über ihn: Erstens war er schon am Anfang da. Er selbst hatte niemals einen Anfang. Wir könnten das den Anfang ohne Anfang nennen – am Anfang existierte er schon. Zweitens lernen wir, dass er mit Gott war; das bedeutet, dass er eine eigenständige Person ist, die mit Gott, dem Vater, lebte. Als drittes lesen wir, dass „das Wort“ Gott war. Damit kann die absolute Gottheit von Christus eigentlich nicht mehr auf vernünftige Weise in Zweifel gezogen werden.

Mir ist natürlich bekannt, dass eine bestimmte Sekte eine Bibelübersetzung herausgegeben hat, die den letzten Teil des Verses so übersetzt: „…und das Wort war ein Gott“. Aber diese Übersetzung ist wissentlich falsch, denn es gibt nichts in der Originalsprache des Neuen Testaments, wodurch diese Version unterstützt würde.

Ein weiterer deutlicher Beweistext für die Gottheit des Herrn Jesus ist Joh 5,23:

„…damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.“

Hier haben wir eine Mitteilung von Gott, dass der Sohn genauso angebetet und geehrt werden soll wie der Vater. Die Ehre von Jesus und von Gott, dem Vater, ist so untrennbar miteinander verbunden, dass ein Unterlassen der Anbetung des Ersteren als Unterlassen der Anbetung des Letzteren gerechnet wird. Wenn der Herr Jesus nicht Gott wäre, wäre so eine Ausdrucksweise absurd.

Wenn Mitglieder einer Sekte an meine Tür kommen, um ihre gefährlichen Lehren zu verbreiten, frage ich sie gerne: „Ehren Sie den Sohn, so wie Sie den Vater ehren?“ Meist versuchen sie dann das Thema zu wechseln, aber das lasse ich nicht zu. Es ist unnötig über irgendein anderes Thema zu reden, wenn sie in diesem falsch liegen.

„Was du über Jesus denkst, zeigt ganz sicher an,
ob dein Sein und all dein Tun Gott gefallen kann.
Ohne biblisch klare Sicht, wer der Heiland ist,
bist du auch bei größtem Müh´n nie ein wahrer Christ.“

(Lied von John Newton „What you think of Christ“, übersetzt von Hermann Grabe)

Der dritte Vers, den ich euch vorlegen möchte, ist Joh 10,30, wo der Herr Jesus sagte: „Ich und der Vater sind eins.“

Diejenigen, die gegen die Lehre der Gottheit Christi sind, versuchen das wegzuerklären, indem sie sagen: Er und der Vater sind eins im Geist, eins in den Ansichten oder eins in den Absichten. Aber die Juden in den Tagen des Herrn Jesus wussten es besser. Sie verstanden, dass der Herr Jesus behauptete, dass er Gott gleich ist (siehe Vers 31.32). Falls die Juden sich geirrt hätten, hätte der Herr ihren Bosheiten leicht entkommen können, indem er gesagt hätte, dass sie ihn falsch verstanden hätten. Aber das machte er nicht, denn sie hatten ganz richtig verstanden, was er gemeint hatte.

Gehen wir nun zu Joh 14,8.9:

„Philippus spricht zu ihm: Herr, zeige uns den Vater, und es genügt uns. Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen, [und] wie sagst du: Zeige uns den Vater?“

Wenn der Herr Jesus nur ein Mensch wäre, dann wäre das äußerste Unverschämtheit und Gotteslästerung, wenn er sagt: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“. Aber die nüchterne Wahrheit ist, dass der eingeborene Sohn, der Herr Jesus, den Vater völlig kundgemacht hat (Joh 1,18). Als die Menschen den Herrn Jesus ansahen, schauten sie Gott im Fleisch an.

Als Nächstes wollen wir Röm 9,5 betrachten:

„… deren die Väter sind und aus denen, dem Fleisch nach, der Christus ist, der über allem ist, Gott, gepriesen in Ewigkeit. Amen.“

Dieser Abschnitt beschreibt die großen Vorrechte, die Israel als Volk anvertraut worden sind. Ihnen wurde die Sohnschaft gegeben (als Gottes eigenes Volk), die Herrlichkeit (die Wolke, die Gottes Gegenwart anzeigte), die Bündnisse, das Gesetz, der Tempeldienst, die Verheißungen und die Patriarchen. Aber das größte Privileg war, dass aus diesem Volk der Messias hervorging, „der über allem ist, Gott, gepriesen in Ewigkeit.“ Das ist ein wunderbarer Vers, in dem die Menschheit und die Gottheit des Retters untrennbar verbunden sind!

Wenn die Opposition immer noch nicht überzeugt ist, frage ich mich, was sie mit Kol 2,9 machen werden:

„Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig; …“

Beachtet bitte die Sorgfalt, mit der der Geist Gottes die Gottheit des Herrn Jesus beschreibt und hütet. All die Fülle der Gottheit wohnt leibhaftig in ihm. Die Beweise sind wie in einer Pyramide aufeinander gestaffelt:

die Gottheit leibhaftig
die Fülle der Gottheit leibhaftig
die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig

Wenn Worte wirklich Bedeutung haben, dann lehren diese Worte, dass der Herr Jesus Gott ist, in einem menschlichen Körper aus Fleisch.

Ein weiterer überzeugender Vers ist Hebräer 1,8. Dort wird der Vater zitiert, wie er zu dem Sohn sagt: „Dein Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Aufrichtigkeit ist das Zepter deines Reiches.“ Gott, der Vater, redet den Sohn mit „Gott“ an. Wer über diesen Vers herumstreitet und andere Übersetzungen davon vorschlägt, muss auch noch mit Vers 10 bis 12 fertig werden, wo Gott, der Vater, den Sohn als Schöpfer anerkennt und ihn als den Unveränderlichen und Ewigen bezeichnet.

Zum Schluss sollten wir noch 1. Joh 5,20 erwähnen:

„Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen; und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.“

Als Johannes damals schrieb, gab es die Sekte der Gnostiker. Sie leugneten die Gottheit Christi und auch andere Wahrheiten. In diesem Vers warnt Johannes seine Leser, dass sie sich fernhalten sollten von jeder Vorstellung von Christus, die seine absolute Gottheit leugnet. In Bezug auf den Sohn sagt er: „Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.“

Verse, die darauf hinweisen, dass der Herr Jesus Gott ist

Zusätzlich zu den Versen, die deutlich sagen, dass der Herr Jesus Gott ist, gibt es weitere Verse, die das voraussetzen oder in verschiedener Weise auf diese Wahrheit hinweisen.

Da ist zum Beispiel Eph 1,2: „Gnade euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.“ Es wäre absurd vorzuschlagen, dass beide Personen die Quelle von Gnade und Friede sind, wenn sie nicht gleich wären (siehe auch Phil 1,2; 2. Thes 1,2; 1. Tim 1,2). In Eph 1,3 wird Gott als der „Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus“ beschrieben. Der Herr Jesus ist Mensch und also solcher wird Gott als sein Gott beschrieben. Der Herr Jesus ist Gott und als solcher bezeichnet er Gott als seinen Vater, auf einzigartige Weise, wie niemand anderer das tun kann (siehe auch 1. Thes 3,11; 2. Thes 2,16.17).

In Joh 15,24 stellt der Herr Jesus sich mit Gott dem Vater auf dieselbe Stufe: „…jetzt aber haben sie gesehen und doch gehasst sowohl mich als auch meinen Vater.“ (Siehe auch Mt 28,19; Joh 5,17,18; 16, 15).

In Titus 2,13 ist die korrekte Übersetzung (Elb CSV 2003): „…die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Heilandes Jesus Christus.“ Es geht hier nicht um zwei Personen. Derselbe, der unser großer Gott ist, ist auch unser Heiland Jesus Christus.

Der Herr Jesus wurde als Gott angebetet (siehe Mt 14,33; 28,9.17; Lk 24,52; Joh 20,28.29). Wenn der Herr Jesus nicht Gott wäre, wäre das ein Brechen von Gottes Geboten (2. Mo 20,3; Lk 4,8). Aber das Neue Testament lehrt, dass der Herr Jesus angebetet werden soll (1. Kor 1,2; Phil 2,9-11; Hebr 1,6; Offb 1,5.6.12-14).

Der Herr Jesus besitzt die Eigenschaften Gottes

Es gibt eine Fülle von Versen, in denen dem Herrn Jesus die Eigenschaften Gottes zugeschrieben werden. So haben wir zum Beispiel seine Allgegenwart in Joh 1,18:

„… der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist …“

Als Johannes diese Worte sprach, war der Herr Jesus auf der Erde, aber er war auch in dem Schoß des Vaters (siehe auch Mt 18,20 und 28,20).

Wir sehen seine Allmacht in Mt 8,26, wo der Herr Jesus dem Sturm gebot und wo sofort eine große Stille entstand. (Siehe auch Mt 28,18 und Phil 3,21).

Dann sehen wir die Allwissenheit des Herrn Jesus in vielen Abschnitten, in denen der Herr wusste, was andere dachten, noch bevor sie ein Wort ausgesprochen hatten. So erkannte er z. B. in Lk 5,22 die Gedanken der Pharisäer. In Mt 16,8 sah er die Gedanken der Jünger (siehe auch Joh 11,13.14; 16,30; 21,17).

Andere Verse zeigen klar, dass der Herr Jesus ewig ist (wie in Joh 1,1; Kol 1,17a; Hebr 1,8).

Der Herr Jesus zeigte durch Wunder, dass er Gott ist

Wir lesen auch über die Wunder des Herrn Jesus. Er vollbrachte Wunder, die niemand sonst zuvor vollbringen konnte (Joh 15,24). Und nicht nur das, er übertrug sogar die Fähigkeit Wunder zu wirken an andere (Mt 10,8). Aber hier müssen wir auch zur Vorsicht aufrufen. Die Tatsache, dass der Herr Jesus Wunder wirken konnte, ist für sich allein kein Beweis dafür, dass er Gott ist. Wunder zeigen nur an, dass eine übernatürliche Kraft wirkt. Diese Kraft kann Gott, aber auch der Teufel sein. Die beiden Gründe, warum die Wunder des Herrn Jesus beweisen, wer er ist, sind:

1. Diese Wunder wurden über den Messias im Alten Testament prophezeit, und dasselbe Alte Testament hat vorhergesagt, dass der Messias Gott ist (z.B. Jes 9,5 „Und man nennt seinen Namen … starker Gott“).

2. Die Art seiner Wunder war so, dass nur Gott sie vollbringen würde. Wenn der Teufel sie gewirkt hätte, hätte er andauernd seine eigenen Ziele verhindert.

Diese Werke Gottes werden dem Herrn Jesus zugeschrieben:

  • Die Schöpfung (Joh 1,3.10; Kol 1,16; Hebr 1,2)
  • Das Erhalten der Schöpfung (Kol 1,17; Hebr 1,3)
  • Die Sündenvergebung (Mk 2,5-7)
  • Die Erweckung der Toten (Joh 5,21; 6,40.54)
  • Seine eigene Auferstehung (Joh 2,19.21; 10,18)
  • Die Rettung (vergleiche Jes 43,11 mit Mt 1,21; 1. Tim 1,15)

Verse aus dem Alten Testament, die zeigen, dass der Herr Jesus Gott ist

Dann gibt es eine weitere Reihe von Beweisen, die zeigen, dass der Herr Jesus Gott ist. Das sind Verse, die sich im Alten Testament auf Gott beziehen und im Neuen Testament auf den Herrn Jesus. Zum Beispiel spricht der Herr (Jahwe) in Jes 44,6 von sich selbst als dem Ersten und dem Letzten. In Offb 1,17 verwendet der Herr Jesus denselben Titel für sich selbst.

In Jes 6 sah der Prophet den Herrn (Jahwe) auf dem Thron sitzen, hoch und erhaben, und die Schleppen seines Gewandes füllten den Tempel. In Vers 3a sagt ein Seraph: „Heilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen, die ganze Erde ist voll seiner Herrlichkeit!“ Der Apostel Johannes teilt uns mit, dass diese Person der Herr Jesus ist: „Dies sprach Jesaja, weil er seine (Christi) Herrlichkeit sah und von ihm redete.“ (Joh 12,41)

Vergleiche auch Jes 8,13 mit 1. Petr 2,8 und 3,14.15; Jes 40,3 mit Mt 3,3; Jes 48,12 mit Offb 22,13; Mal 3,1 mit Mk 1,2.

Verse, die scheinbar widerlegen, dass der Herr Jesus Gott ist

Schließlich wollen wir noch einige Verse untersuchen, die von den Sekten verwendet werden, um zu leugnen, dass der Herr Jesus Gott ist. Einer ihrer Lieblingsverse ist Joh 5,19: „Der Sohn kann nichts von sich selbst aus tun…“. Dazu sagen sie: „Da siehst du es! Der Herr Jesus ist nicht allmächtig. Er gibt zu, dass er nichts von sich selbst aus tun kann. Er ist nur ein Mensch wie wir alle.“ Aber dieser Vers geht nach hinten los und feuert auf die, die ihn so verwenden. Zuerst einmal kann niemand von uns ehrlich sagen, dass wir nichts von uns selbst aus tun können. Wir können von Gott abirren, wir können ungehorsam sein, wir können eigenwillig handeln, wir können ihn sogar verleugnen. Aber der Herr konnte das nicht. Er war moralisch so vollkommen und dem Willen Gottes so hingegeben, dass er ohne Anweisung von seinem Vater nichts tun konnte. Dann geht der Vers weiter und betont seine Gottheit mit den Worten: „…denn was irgend er (Gott) tut, das tut auch in gleicher Weise der Sohn.“ Wir sehen also, dass dies eine der deutlichen Aussagen in der Bibel ist, dass Jesus mit Gott dem Vater gleich ist.

Joh 5,30 ist ein anderer Vers, den die Widersprechenden benutzen. Jesus sagt hier: „Ich kann nichts von mir selbst aus tun.“ Beweist das, dass er nicht Gott ist? Nein, das beweist, dass er eine absolut vollkommene Person ist, ganz unfähig zu sündigen, ohne jeden Eigenwillen, ohne Unabhängigkeit vom Willen des Vaters. All seine Beurteilungen und Entscheidungen waren auf dem gegründet, was er von seinem Vater gehört hatte.

Dann gibt es noch Joh 14,28, wo der Herr Jesus sagt: „der Vater ist größer als ich.“ Die Sektenmitglieder pochen auf diesen Vers als unwiderlegbaren Beweis, dass der Herr Jesus nicht Gott ist. Aber sie reißen den Vers aus dem Zusammenhang und so übersehen sie die wirkliche Bedeutung:

„Ihr habt gehört, dass ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und ich komme zu euch. Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe, denn der Vater ist größer als ich.“

Der Herr Jesus war auf der Erde als er diese Worte sprach, den Misshandlungen sündiger Menschen ausgesetzt. Im Gegensatz dazu war der Vater im Himmel, wo kein Geschöpf ihn jemals anspucken oder kreuzigen konnte. Wenn die Jünger den Herrn Jesus lieben würden, dann würden sie sich bei dem Gedanken freuen, dass er schon bald in den Himmel zurückkehren würde, wo die Menschen ihm nie mehr etwas anhaben konnten. Solange der Herr Jesus auf der Erde war, war der Vater größer als er – das heißt er war höher in seiner Stellung, aber nicht in seinem Wesen. Nachdem der Herr Jesus in den Himmel zurückgekehrt war, war der Vater nicht mehr größer als er.

Ein anderer kontroverser Abschnitt ist Joh 10,32-36:

„Jesus antwortete ihnen: Viele gute Werke habe ich euch von meinem Vater gezeigt; für welches Werk unter diesen steinigt ihr mich? Die Juden antworteten ihm: Wegen eines guten Werkes steinigen wir dich nicht, sondern wegen Lästerung und weil du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst. Jesus antwortete ihnen: Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: „Ich habe gesagt: Ihr seid Götter“?

Wenn er diejenigen Götter nannte, an die das Wort Gottes erging (und die Schrift kann nicht aufgelöst werden), sagt ihr von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst (weil ich sagte: Ich bin Gottes Sohn)?“

Hier führt der Herr Jesus seine Feinde zurück zu Psalm 82,6, wo Gott die Richter Israels als „Götter“ anredet. Der Herr Jesus entnimmt dem Text diesen Gebrauch des Wortes „Götter“ und argumentiert vom Geringen zum Größeren. Diese Richter waren nur Menschen und das Beste, was man über sie sagen konnte, war, dass das Wort Gottes sich an sie richtete. Trotzdem hat Gott sie „Götter“ genannt. Über den Sohn könnte viel mehr gesagt werden. Der Vater hat ihn geheiligt und in die Welt gesandt. Das zeigt seine Präexistenz bei Gott, dem Vater, und seine Menschwerdung. Wenn nun Gott die Richter „Götter“ nennt, wie viel würdiger ist der Herr Jesus, Gott genannt zu werden!

Ein Lieblingsvers von denen, die abstreiten, dass der Herr Jesus Gott ist, ist Kol 1,15, wo der Herr der „Erstgeborene aller Schöpfung“ genannt wird. Ihrer Meinung nach bedeutet das, dass der Herr Jesus ein Geschöpf ist, wie der Rest von uns. Wie können wir sie widerlegen? Der Ausdruck „der Erstgeborene“ wird auf zwei verschiedene Arten in der Bibel verwendet. Zuerst einmal wird er in Bezug auf die Zeit verwendet – so war der Herr Jesus der erstgeborene Sohn Marias (Mt 1,25). Außerdem wird das Wort in Bezug auf den Rang benutzt. So sagte Gott über David: „So will auch ich ihn zum Erstgeborenen machen, zum Höchsten der Könige der Erde“ (Ps 89,28). David war der jüngste Sohn von Jesse, der Letztgeborene, nicht der Erstgeborene. Aber Gott hat beschlossen, ihn zum Erstgeborenen zu machen und erklärt gleich darauf, was er damit meint: „zum Höchsten der Könige der Erde.“ In diesem Sinn ist der Herr Jesus der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. Er hat einen Rang über der ganzen Schöpfung bekommen. Aber durch Kol 1,16 wird klar, dass er selbst nicht ein Teil dieser Schöpfung ist, denn dort wird er als der Architekt der ganzen Schöpfung beschrieben, als der, der alles ausgeführt hat und der das Ziel der Schöpfung ist.

Zusammenfassung

Somit haben wir einen Berg von Beweisen, die zeigen, dass der Herr Jesus Gott ist. Diejenigen, die das abstreiten, sind in einer ausweglosen Lage. Sie müssen die Übersetzungen ändern, damit sie zu ihren seltsamen Einfällen passen, sie müssen Verse aus dem Zusammenhang reißen und sie müssen das Wort Gottes an vielen Stellen falsch auslegen. Sie stehen vor der schrecklichen Wahl: Entweder ist die Bibel wahr und der Herr Jesus ist Gott oder die Bibel ist ein Irrtum und der Herr Jesus ist ein Betrüger.

Das einheitliche Zeugnis von Gottes Wort ist, dass der Herr Jesus Christus Gott ist, der Mensch wurde und dass er als solcher mit Gott, dem Vater, und mit dem Heiligen Geist gleich ist. Der Glaube beugt sich und betet ihn an.

„Du bist würdig, Du bist würdig, Du bist würdig, o Gott!
Du bist würdig, von uns zu nehmen Preis und Ehre und Dank.

Denn Du schufst das All, und aus Dir kam das Leben,
in Dir ist die Fülle, die Kraft.

Du nur bist würdig, von uns zu nehmen Preis und Ehre und Dank.
Du bist würdig, Du bist würdig, Du bist würdig, o Gott!

Du bist würdig, von uns zu nehmen Preis und Ehre und Dank.
Denn Du bist das Lamm, das für uns ward geschlachtet,

Du hast uns dem Vater erkauft.
Du nur bist würdig, von uns zu nehmen Preis und Ehre und Dank.“

(Lied von Pauline Michael Mills nach Offb 4, 10-11)

Übersetzung: Andreas Lindner