Mein Herz gehört … denen, die sich freiwillig stellten … (Ri. 5,9)
Mein Freund zog nach Amerika. Er hat sein Heimatland in Asien verlassen. Seine Verantwortung als Ältester hat er hinter sich gelassen. Seine Möglichkeiten als fruchtbarer Mitarbeiter in einem Missionsland hat er damit aufgegeben. Die Gelegenheiten, dem Herrn wirksam in seiner eigenen Sprache und Kultur zu dienen, sind damit erloschen. Seine Entscheidung zu gehen stieß auf heftige Kritik. Kritik von Seiten der Mitältesten, die sich allein gelassen fühlen. Kritik von Seiten der Gemeindeglieder, denen er beigebracht hatte, sich selbst zu verleugnen und an ihrem Posten zu bleiben. Kritik von ungläubigen Bekannten, die jetzt sicher sind, dass er nur Christ wurde, um eine Gelegenheit zu bekommen, sein armes Land zu verlassen und in den reichen Westen zu ziehen.Da fragte ich mich: Ist hier Kritik angebracht? Wie würde ich mich verhalten, wenn ich so eine Wahl hätte wie er? Einerseits die Möglichkeit, dem Herrn zu dienen, neue Gemeinden zu gründen und Geschwister auszubilden, und andererseits die Möglichkeit, in einem reichen Land zu leben, wo meine Kinder medizinisch versorgt sind, eine bessere Ausbildung erhalten, eine sichere Zukunft haben; kein Bürgerkrieg, keine Terroranschläge, keine Korruption, kein Mobbing von den Behörden. Für welche Möglichkeit würde ich mich entscheiden?
Mir steht deutlich vor Augen, welch große Möglichkeiten in der Mission mein Freund aufgab und sie eingetauscht hat gegen Dinge, die keinen Wert haben in der Ewigkeit. Das Gute ist der Feind des Besten. Warum bringt der Herr meinen Freund nicht einfach dazu, in der Dritten Welt zu bleiben und ihm dort zu dienen?
Da wurde mir bewusst: Der Herr will, dass wir ihm freiwillig dienen. Ein Ältester soll seinen Dienst freiwillig ausüben (1. Petr. 5,3). Er wird dazu ermutigt, nach so einem Dienst zu streben (1. Tim. 3,1), aber er wird nicht vom Herrn dazu gezwungen. Wie soll er auch sonst seine Aufgaben mit Freudigkeit erfüllen? (Röm. 12,8). Es ist ein Vorrecht für uns, dass wir uns mit unserem Besitz an der großen Aufgabe beteiligen können. Unsere Gaben sind freiwillig. Den freudigen Geber hat Gott lieb. Der Herr stellt uns frei, ob wir zu ihm kommen wollen: Wer da will, komme und nehme das Wasser des Lebens (Offb. 22,17). Der Herr stellt uns frei, ob wir ihm nachfolgen wollen: Wer mir nachkommen will, verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf und folge mir nach (Lk. 9,23). Der Herr stellt uns sogar vor die Wahl: Wollt auch ihr mich verlassen? (Joh. 6,67).
Mir ist bewusst, dass ich eine Verpflichtung, die ich freiwillig übernommen habe, auch ausführen soll (5. Mo. 23,23). Ein Versprechen, das ich freiwillig gebe, soll ich trotzdem halten (Ps. 15,4).
Der Herr verließ den Thron freiwillig, wurde arm und gab sein Leben freiwillig. Wieviel hat er damit erreicht! Er hat Gott verherrlicht, ein großes Werk vollbracht.
Es wurde und wird viel für den Herrn erreicht, „weil Führer führten in Israel, weil freiwillig sich stellte das Volk.“ (Ri. 5,2) Wir brauchen solche Führer und solche Mitarbeiter! Vorbilder, die motivieren und ermutigen. Wir brauchen Freiwillige. Einen Bruder, eine Schwester, die sich dem Herrn zur Verfügung stellt. Du darfst mitarbeiten in einem Werk, das in Ewigkeit besteht. Das wichtigste, das es gibt. Wirst du deine Aufgabe weitermachen? Oder willst du deine Aufgabe aufgeben?
Bist du auch freiwillig für den Herrn? Mein Herz schlägt für die Freiwilligen.