Hass in der Gemeinde!
Wie können wir Hass in der Gemeinde fördern? Der Aufruf dazu ist klar: „Die ihr den Herrn liebt, hasset das Böse!“ Ps. 97,10. Wir können nicht den Herrn lieben und gleichzeitig das lieben, was ihn verunehrt. Wir können nicht den Herrn lieben und gleichzeitig dem gleichgültig gegenüberstehen, was ihn ans Kreuz brachte. Der Herr liebte uns, als wir noch Feinde waren. Vom Herrn wird manchmal gesagt: Er liebt die Sünder, aber hasst die Sünde. Das ist schwer für uns. Wir lieben die Sünde, und die Sünder sind uns dann gleichgültig. Der Herr möchte in uns eine tiefe Abscheu vor Sünde wecken. Er möchte es soweit bringen, dass wir uns vor Sünde ekeln, dass wir uns lieber die Hand abhacken (d.h. bestimmte Sachen nicht anfassen) als zu sündigen. Dass wir uns lieber ein Auge ausreißen (d.h. bestimmte Sachen nicht ansehen), als mitzumachen. Als der Herr in Gethsemane war, schauderte ihn bei dem Gedanken, dass er mit Sünde in Berührung kommen würde. Das war ihm fremd. Uns erschreckt der Gedanke, dass wir nicht mit Sünde in Berührung kommen sollen, das ist uns fremd. Die Folgen von Sünden sind erschreckend, die Menschen zerstören sich selbst, rasen auf die Ewigkeit zu, in den Abgrund, umgarnt von den verschiedenen falschen Gedanken über Gott und Sünde. In der Evangelisation ist es oft das schwerste, was ein Mensch verstehen soll: ich bin ein Sünder, ich bin verloren. Ein Evangelist gab einer selbstsicheren Frau die Aufgabe: Bete täglich: „Herr zeige mir, wie ich bin.“ Nach einem Monat trafen sie sich wieder. Der Herr hatte das Gebet erhört, und sie war sich ihrer Verlorenheit bewusst. Sie bat um Hilfe. Er erwiderte: „Bete von jetzt ab täglich bis an dein Lebensende: ‚Herr zeige mir, wie Du bist.'“ Sie wurde gerettet. Doch das Problem, dass wir Sünde nicht so sehen, wie sie ist, betrifft nicht nur die Zeit vor unserer Bekehrung. Über den Herrn wird gesagt: „Du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit gehasst“ (Hebr. 1,9). So sollen auch wir werden.