Meine persönliche Lebensgeschichte erzählen
Bei fast jedem Gespräch gibt es die Möglichkeit aus seinem eigenen Leben zu erzählen. Wie wäre es, wenn wir jetzt nicht ein aufgesetzt wirkendes „Zeugnis auf Kanaanäisch“ weitergeben würden, sondern den Gesprächspartner durch unsere Lebensgeschichte zum Nachdenken bringen könnten?
Ein Fischer muss mit guten und sauberen Netzen arbeiten. Aber vor allem muss er sie einsetzen! Wir könnten damit beginnen, „unsere Netze vorzubereiten“ – sie zu reinigen und auszubessern. Wir könnten unsere Lebensgeschichte durchdenken und ausarbeiten. Ich möchte euch dazu ein paar Tipps geben:
Eine gute Lebensgeschichte will vom Zuhörer gehört werden! Es werden für ihn interessante Inhalte erzählt bzw. Fragen aufgeworfen und beantwortet. Ein vollständiger Lebensbericht besteht aus den drei Teilen: ‚Vor der Bekehrung‘, ‚Bekehrung‘ und ‚nach der Bekehrung‘. Die Teile sollen circa gleich lang sein und zusammenhängen. Wenn ich darüber reden will, dass ich vor der Bekehrung Probleme mit Einsamkeit hatte, so sollten die damit verbundenen Fragen im Abschnitt ‚nach der Bekehrung‘ ihre Antwort finden!
Vor der Bekehrung: Mit diesem Abschnitt gewinnen wir den Zuhörer! Er identifiziert sich mit mir und will das Ende der Geschichte hören. Dazu muss ich aus all den Dingen, die mein Leben prägten, eines oder einige wenige gezielt auswählen. Die Frage ist daher: „Mit welchen Dingen in meinem Leben könnte sich mein Gegenüber identifizieren, was könnte ihn/sie neugierig machen?“
Die Bekehrung: Hier wird in verständlichen Worten das Evangelium und mein Gläubigwerden erklärt, so dass der Zuhörer verstehen könnte, was das Evangelium ist und wie man sich bekehrt, auch wenn er nie mehr etwas anderes hört oder liest. Hier kann man auch falsche Vorstellungen vom Glauben an Gott ausräumen!
Nach der Bekehrung: Bei diesem schwierigsten Teil ist es besonders wichtig, dass man darüber nachdenkt, was man sagt. Man gibt hier nämlich eine versteckte Antwort auf die Fragen: „Warum soll auch ich gläubig werden?“, oder: „Was bringt mir das?“ Liefert unser Lebensbericht hier gute Antworten, so haben wir viel erreicht, tut er das nicht, haben wir zu wenig nachgedacht.
Die Einleitung ist wichtig, wenn man bei null startet. Mit den ersten zwei Sätzen gewinnen wir die Aufmerksamkeit. Gleichzeitig darf die Einleitung nicht wie der Beginn eines „Verkaufsgesprächs“ wirken!
Dann kommt eine schwierige aber notwendige Aufgabe: Der Lebensbericht muss wahrscheinlich gekürzt werden! Wie lange wärst du in einem Gespräch bereit einer Lebensgeschichte zuzuhören? Man muss wissen, wann man aufhören soll. Ein Lebensbericht ist kein „Strudelteig“!
In einem Gespräch kann es sinnvoll sein, nur einen zum Thema passenden Teil der Lebensgeschichte zu erzählen, den Zuhörer neugierig zu machen und anzudeuten, dass es mehr zu erzählen gäbe…
Jetzt kommt wirklich der „Hammer“ – wir müssen unseren Lebensbericht jemandem sagen! Vielleicht sollte man zuerst einen Bruder oder eine Schwester damit beglücken und ihn erst dann einem ungläubigen Freund mitteilen. Je mehr Übung wir darin bekommen, desto effektiver und sicherer werden wir in Gesprächen unsere Lebensgeschichte ganz natürlich einbringen. Ein durchdachter Lebensbericht ist ein Schlüsselwerkzeug in der persönlichen Evangelisation!