Gemeinde & Mission

Handbuch für Jünger

von Mac Donald William

Das Buch „Handbuch für Jünger“ ist unter dem Titel „Seiner Spur folgen beim CLV erschienen. Dort kann man das gesamte Buch downloaden.

Das gesamte Buch beim Verlag CLV downloaden

Teil 1: Seien sie nicht leichtgläubig!

Christen neigen dazu, leichtgläubig zu sein. Sie meinen, dass sie alles für wahr halten müssten, da ja die Liebe alles glaubt. Zwei Busfahrer hielten einmal an einem Aussichtspunkt an, damit die Reisenden aussteigen und die Aussicht genießen konnten.Der eine sagte zum anderen: „Meine Fahrgäste sind Christen.“
„Wirklich? Was glauben sie?“
„Sie glauben alles, was ich ihnen erzähle.“

Gott möchte nicht, dass wir unseren Verstand an der Garderobe abgeben, sobald wir Christen werden. Er möchte, dass wir kritisch sind. Wir sollen zwischen gut und böse, zwischen richtig und falsch und zwischen heilig und unheilig unterscheiden. In der Bibel geht es sehr oft um dieses Thema.

„Und wenn du Edles vorbringst und nicht Gemeines absonderst, sollst du wie mein Mund sein“ (Jer 15,19b).

„Und sie sollen mein Volk unterweisen, zwischen heilig und nicht heilig zu unterscheiden und sollen es den Unterschied zwischen unrein und rein erkennen lassen“ (Hes 44,23 in Bezug auf 3Mo 10,10).

„Ein natürlicher Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird“ (1Kor 2,14).

„Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes zum Nutzen gegeben … einem anderen aber Unterscheidung der Geister“ (1Kor 12,7.10).

„In der Bosheit seid Unmündige, im Verstand aber seid Erwachsene“ (1Kor 14,20).

„Und um dieses bete ich, dass eure Liebe noch mehr und mehr überreich werde in Erkenntnis und aller Einsicht“ (Phil 1,9).

„Prüft aber alles, das Gute haltet fest!“ (1Thess 5,21).

„Denn jeder, der noch Milch genießt, ist richtiger Rede unkundig, denn er ist ein Unmündiger; die feste Speise aber ist für Erwachsene, die infolge der Gewöhnung geübte Sinne haben, zur Unterscheidung des Guten wie auch des Bösen“ (Heb 5,13-14).

„Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgegangen“ (1Joh 4,1).

Wir müssen lernen, unsere Urteilskraft zu schärfen.

Die Bibel ist die Grundlage vom Unterscheidungsvermögen. „Hin zur Weisung und zur Offenbarung! Wenn sie nicht nach diesem Wort sprechen, dann gibt es für sie keine Morgenröte“ (Jes 8,20).

Wie erkennen Sie eine gebogene Linie? Halten Sie sie neben eine gerade.

Wie bemerken Sie, dass ein Kleidungsstück schmutzig ist? Vergleichen Sie es einfach mit einem sauberen.

Es folgen als Beispiel einige Bereiche, in denen wir an unserer Urteilsfähigkeit arbeiten sollten.

Früher konnte man einschätzen, welche christlichen Herausgeber verlässlich waren. Einige der Verlässlichsten haben ihre Grundsätze über Bord geworfen.

Früher konnte man verschiedene Bibelschulen und Seminare beurteilen und sagen, dass sie dem Glauben treu geblieben waren. Heute muss man leider bei vielen feststellen: „Die Herrlichkeit ist gewichen.“

Christliche Eltern erzogen jahrelang ihre Kinder nach den Grundsätzen aus Dr. Spocks Buch „Säuglings und Kinderpflege.“ Statt dabei der Bibel zu gehorchen, besonders dem Buch der Sprüche über die Züchtigung der Kinder, orientierten sie sich an Dr. Spocks Ansichten, der einen lockeren Umgang mit Strafen befürwortete.

Jahre später sagte Dr. Spock: „Das am stärksten verbreitete Problem der Eltern von heute ist meiner Ansicht nach die Unfähigkeit, streng zu sein“. Die Verantwortung dafür, dass so viele Kinder völlig verzogen sind, schrieb er zumindest teilweise den Kinderpsychologen, Psychologen, Lehrern, Sozialarbeitern und Kinderärzten, also Experten wie sich selbst, zu. Er kommt zu dem Schluss, dass die elterliche Nachgiebigkeit die Kinder dazu ermutigt, noch nerviger und fordernder zu werden, was im Gegenzug die Eltern zunehmend verärgert – bis es schließlich zu einem mehr oder weniger heftigen Wutausbruch kommt, der bewirkt, dass das Kind sich beugt.

Dr. Spock führt weiter aus: „Anders ausgedrückt: Nachgiebigkeit der Eltern hilft nicht etwa, Unerfreuliches zu vermeiden, sondern sie bewirkt vielmehr, dass es unvermeidbar wird.“

Als Christen, die dem Vorbild der Beröer folgen (Apg 17,11), sollten wir lernen, Folgendes zu beurteilen:

Heutzutage wird Größe mit Erfolg gleichgesetzt. Statistiken über Gemeindewachstum betonen große Gemeinden. Geht es wirklich um Zahlen, oder um die Heiligkeit der Glieder?

Befürworter der ökumenischen Bewegung sagen: „Lehre trennt, Zusammenarbeit vereint.“ Wie widerlegen Sie das?

In vielen Pfingstgemeinden oder charismatischen Gemeinden berührt der Redner eine Person, die daraufhin „vom Heiligen Geist überwältigt“ wird und zu Boden fällt. Auch hier ist eine nüchterne Beurteilung nötig. Wo finden wir das in der Bibel?

Dazu kommen Heilungsgottesdienste, bei denen der Fernsehevangelist behauptet, verkürzte Beine zu verlängern, Krebs zu heilen und von vielen anderen körperlichen Beschwerden zu erlösen. Glauben wir denn nicht an göttliche Heilungen? Doch, natürlich, aber wir wissen auch, dass viele Heiler gerissene Methoden anwenden, um Heilungen vorzutäuschen.

Das Wohlstandsevangelium überträgt alttestamentliche Verheißungen über materiellen Wohlstand auf die Gemeinde von heute. Ist das richtig?

Wir brauchen ein gutes Urteilsvermögen, um Zeichen und Wunder richtig einzuschätzen, die angeblich passieren. Stimmen die Lehren mit der Bibel überein?

Ein ständiges Problem, mit dem viele Gläubige konfrontiert werden, ist die Frage, ob das Zungenreden dem Wort Gottes entspricht. Was meinen Sie?

Ist es richtig, dass Frauen predigen oder Gemeinden leiten?

Wie weit sollten wir in geistlichen Angelegenheiten auf unser Gefühl vertrauen?

Eine beliebte Lehre besagt, dass nur derjenige Gott lieben kann, der sich selbst liebt. Stimmt das?

Eine andere in Umlauf gebrachte Lehre besagt, dass ein Christ seine Sünden nicht bekennt, sondern einfach Gott dankt, dass sein Sünden vergeben sind.

Ein christliches Mädchen ist kürzlich ermordet worden und der Täter sitzt jetzt im Gefängnis. Die Mutter des Mädchens geht ins Gefängnis und versichert dem Mörder, dass sie ihm vergeben hat. Ist das richtig?

Manche Lehrer behaupten, dass wir beim Beten niemals „Wenn es dein Wille ist“ sagen sollen. Darin zeige sich mangelnder Glaube. Stimmen Sie dem zu?

„Lobt den Herrn für alles“ war der Titel eines Buches, das tausendfach verkauft wurde. Steht nicht auch in der Bibel: „Seid dankbar in allem“?

Die Gegner der männlichen Leitungsrolle in der Familie lehren gegenseitige Unterordnung von Ehemännern und Frauen. Sie zitieren Epheser 5,21, „Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi“. Wir sollten darauf etwas erwidern können.

Sekten kommen an die Haustür mit Bibeln und religiöse Literatur. Viele Menschen halten sie für seriös und glaubwürdig. Wir müssen in der Lage sein, ihre Lehre anhand der Bibel zu prüfen.

Wir sollten nicht vorschnell den unbelegten Geschichten glauben, die leichtgläubige Christen so gern hören. Sie wollen solche Geschichten glauben.

Es gibt ein Traktat, das behauptet, Darwin habe sich auf seinem Totenbett zu Christus bekehrt.

Ein anderes behauptet, Nikita Chruschtschow habe sich bekehrt und sei deshalb in der Sowjetunion entmachtet worden.

Als ich ein kleiner Junge war las ich ein Traktat in dem stand, dass die Steine für den Tempel, Marmor aus Indiana, in einem New Yorker Lagerhaus darauf warteten, nach Israel verschifft zu werden.

Ein christlicher Leiter sagte zu Jim Elliot: „Junger Mann, wir sind keine vierzig Jahre mehr vom Tausendjährigen Reich Christi entfernt. Und das ist eine vorsichtige Schätzung“. Dies trug sich am 2. Januar 1956 zu.

Es war eine Meldung im Umlauf, wonach ein Computer in Belgien den langen Tag aus Josua 10 (als die Sonne stillstand) bestätigt hat. Vielleicht ist das derselbe Computer, der als 666 bekannt ist.

Es wird von einem Anhalter berichtet, der dem Fahrer und seiner Frau gesagt haben soll, dass die Wiederkunft Jesu unmittelbar bevorstehe. Einige Minuten später blickte der Fahrer nach hinten. Der Anhalter war verschwunden, obwohl das Auto mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h unterwegs war.

Wir sollten Unterscheidungsvermögen haben, wenn es um Spendenaufrufe von Radio- oder Fernseh-Evangelisten geht. Sie senden Gebetstücher, Segen, heiliges Wasser aus dem Jordan, heilige Kreuze etc.. Manche versprechen, täglich für den Spender zu beten. Von solchen religiösen Scharlatanen wurden Christen schon um Millionen geprellt.

Risikoanlagen, Schneeballsysteme und Lotterien zielen auf die Gier der Menschen ab. Seid vorsichtig, Christen! Es gibt nichts umsonst!

Am wichtigsten ist es, dass wir Männer und Frauen der Schrift sind. Wir sollten die Bibel lesen, sie studieren, sie auswendig lernen, über das Gelesene nachdenken, der Bibel gehorchen und alles anhand der Bibel prüfen.

Heutzutage kennen sich immer weniger Leute in der Bibel aus. Deshalb verbreiten falsche Lehren sich so leicht.

Wir müssen die wahre Lehre über die göttliche Gnade genau kennen. Hier ist eine Zusammenfassung:

Auf der ganzen Welt gibt es nur zwei Religionen: Errettung aus Werken und Errettung aus Gnade durch den Glauben. Nur der wahre christliche Glaube lehrt Letzteres.

Das ist ein sehr enges Evangelium, das alle anderen Wege der Rettung ausschließt.

Nur Sünder können errettet werden.

Nur Christus kann erretten.

Nur er starb als Stellvertreter für Sünder.

Nur durch sein Blut können Sünden abgewaschen werden.

Nur wer ihn als Herrn und Retter annimmt, wird errettet.

Die einzigen, die in den Himmel kommen, sind Sünder, die durch das Blut Christi gerechtfertigt wurden.

Also, Seien Sie nicht wie die Christen auf der Busreise, die alles glaubten, was der Busfahrer ihnen erzählte.

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