Gemeinde & Mission
Vorwort

Gesegnet? (Vorwort 55)

von Lindner Andreas

Willst du gesegnet sein? Dann musst du dich entscheiden, welchen Weg du gehen willst, um den Segen zu erhalten. Es gibt nur zwei Wege. Der eine: „Es ist seliger zu empfangen als zu geben.“ Das ist der Grundsatz der Welt und ihr Ziel ist Gewinn. Der andere Weg: „Es ist seliger zu geben als zu empfangen“ (Apg 20,35). Das ist der geistliche Weg. Das Ziel ist Verlust. Aber darin liegt der größtmögliche Gewinn. Denn der Herr Jesus sagt: „Wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden“ (Mt 16,25). Das ist der wahre Segen.Alles was wir haben ist uns vom Herrn Jesus anvertraut. Wir sind Verwalter und sollten unser Leben und unseren Besitz in seinem Sinn verwenden und geben. 

Fritz Kreisler, der weltberühmte Geiger aus Wien erhielt mit 12 Jahren die höchste Auszeichnung des Pariser Konservatoriums. Darauf folgte eine großartige Karriere. Seine Ansichten über sein Eigentum kommt der christlichen Jüngerschaft nah: „Ich wurde für die Musik geboren. Ich kannte die Noten und Töne instinktiv, bevor ich das ABC kannte. Es war ein Geschenk der Vorsehung. Ich habe mir das nicht erarbeitet. Deswegen verdiene ich nicht einmal Dank für meine Musik.
Musik ist zu heilig um Geld dafür zu verlangen. Und die übertriebenen Preise, die heute von berühmten Musikern verlangt werden, sind eigentlich ein Verbrechen an der Gesellschaft.
Geld das ich verdiene, sehe ich nicht als mein Eigentum an. Es gehört der Gesellschaft. Es ist nur ein mir anvertrautes Gut, das ich angemessen verwenden soll.
Ich bin ständig bemüht, meine Ausgaben auf ein Minimum zu reduzieren. Ich fühle mich schuldig, wenn ich mir eine teure Mahlzeit bestelle, denn sie raubt jemand andrem eine Scheibe Brot – einem Kind vielleicht eine Flasche Milch, die es braucht. Meine geschätzte Gattin denkt über diese Dinge genauso wie ich. Sie wissen, wie ich esse und wie ich mich kleide. In all den Jahren meines sogenannten Erfolgs in der Musik haben wir nie ein Heim besessen. Es würde zwischen uns und den Obdachlosen in aller Welt stehen.“

Die Einstellung dieses Mannes fordert mich heraus. Nach meiner Ansicht darf ein Nachfolger ein Haus besitzen, aber er sollte es als Eigentum des Herrn ansehen und in dessen Sinn verwenden. Wie sein Leben. Es wäre ein Segen für andere, und für uns selbst. Riesige Auswirkung für Gemeindebau und Weltmission! Es wäre wirklich ein Segen, wenn wir unsere Einstellung vom Herrn prägen lassen. Nicht: Wo springt mehr für mich raus? Sondern: Wo kann ich mehr geben? Wir kennen die Worte des Herrn schon: „Es ist seliger zu geben als zu empfangen.“ Aber dann könnten wir sie auch selbst erleben.