Stille Zeit – Allein mit Gott (3)
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Das Wort Gottes Während wir unter Gebet Gemeinschaft mit Gott verstehen, so ist die wichtigste Art, wie Gott sich uns mitteilt, Sein geschriebenes Wort. Gott hat gesprochen; Er blieb nicht stumm; und Er misst dem, was Er gesagt hat, so eine Größe und Bedeutung zu, dass Er David schreiben ließ: „Denn du hast dein Wort groß gemacht über all deinen Namen“ (Psalm 138,2). Mit anderen Worten gesagt sind beide gleich: Gottes Name und Gottes Wort. Gottes Wort steht, weil Er zu Seinem Wort steht. Das Wort kann nicht irren, weil Gott sich nicht irren kann. Das Wort kann nicht verändert werden, weil Gott unveränderlich ist – Er ist immer derselbe. Sogar „wenn wir untreu sind – er bleibt treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen“ (2. Tim. 2,13). Deshalb, lieber Freund, muss deine Zeit allein mit Gott, wenn sie effektiv sein soll, sich an die Bibel halten oder sie zum Angelpunkt haben. Richtige Anbetung und richtiges Gebet haben beide ihren Ursprung, ihre Quelle im Wort Gottes.
Sogar die, die ernsthaften Herzens sind, können in der Anbetung und im Gebet in die Irre geführt werden, wenn sie vom unfehlbaren Wort Gottes abweichen oder es nicht beachten. Allzu oft haben manche liebe Christen in eifriger Unwissenheit gemeint, dass die Vorgaben des Wortes die Anbetung und das Gebet zu sehr einschränken, und dadurch haben sie das Wort missachtet oder nicht berücksichtigt, und sind so in die Irre geführt worden. O lieber Leser, wie wichtig ist es, daß wir respektieren, was Gott selbst über Sein Buch, die heilige Schrift, gesagt hat! Wir sollen nicht nach besonders biblischen Erfahrungen oder Enthüllungen suchen. Gott hat uns in Seinem Wort alles Notwendige gegeben, „auf dass der Mensch vollkommen sei, zu jedem guten Werke völlig geschickt“ (2. Tim. 3,17). Wenn wir Joh.15,7 lesen: „Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch geschehen“, ist es klar, dass ein wahrhaftes und wirksames Gebet aus dem Wort Gottes entspringt, wenn es in uns wohnt. Die Frage ist jetzt „wie?“ Wie können wir ins Wort eindringen, so dass es in uns wohnt? Ich glaube, es sind drei wichtige Dinge, durch die das passiert. Erstens wird das Wort zu einem Teil von uns, indem wir uns beim Lesen dem gesamten Wort Gottes ständig aussetzen, dann durch tiefes Studium des Wortes und schließlich durch Hören auf gute Auslegung des Wortes. Zunächst betrifft uns die erste dieser Möglichkeiten, da wir jetzt mehr über unsere Zeit allein mit Gott lernen wollen. Man muss sich dem Wort Gottes aussetzen – nicht nur einem Teil, sondern dem ganzen Ratschluss Gottes. Als Paulus vor den Ältesten von Ephesus stand und wusste, dass er sie nie wiedersehen würde, sagte er: „Denn ich habe nicht zurückgehalten, euch den ganzen Ratschluss Gottes zu verkündigen“ (Apg. 20,27). Obwohl ich glaube, dass es die Pflicht der Hirten ist, das Gleiche zu tun, ist es bestimmt unsere eigene Verantwortung, alles zu wissen, was Gott uns in Seinem heiligen Buch gegeben hat. Wir müssen uns nicht nur einem Teil, sondern dem ganzen Wort aussetzen. Und wie können wir das am besten tun? Man kann es sehr gewinnbringend in der Zeit allein mit Gott tun. Es gibt keinen Ersatz für das hingebungsvolle und verantwortungsbewusste Lesen des Wortes Gottes, um all das zu erkennen, was Gott uns offenbaren will. Und alles, was Gott uns zeigen will, findet man zwischen den beiden Deckeln des Wortes Gottes. Deine Stille Zeit kann deshalb zum Teil eine Zeit sein, in der du konsequent, verständig und systematisch das Wort liest. Es gibt viele Pläne, die zeigen, wie man im Lauf eines Jahres die Bibel durchlesen kann. Grundsätzlich musst du drei Kapitel pro Tag lesen. Jedoch muss ich hier wieder sagen, dass das keine gesetzliche Prozedur werden soll, sodass, wenn du nicht jeden Tag drei Kapitel lesen kannst, Gott dich nicht segnen wird. Es ist auch nicht verboten, mehr als drei Kapitel zu lesen, wenn du willst. Gott bewahre! Denke daran, lieber Freund, dass du deine Gemeinschaft mit deinem Vater entwickelst und vertiefst und dich daran erfreust. Du stehst nicht unter dem Gesetz und seinen Verpflichtungen, sondern du lebst unter Gnade und deren Freiheit. Lass mich dir drei Möglichkeiten mitteilen, wie man die Bibel in einem Jahr durchlesen kann. Vielleicht hilft es dir, deinen eigenen Modus zu finden. Manche fangen einfach bei 1.Mose an und enden mit der Offenbarung. So mache ich es gewöhnlich, weil ich ein tieferes Bibelstudium meist daneben in einem Buch des Neuen Testaments mache. Manche fühlen sich nicht wohl, wenn sie nur im Alten Testament lesen, deshalb lesen sie gewöhnlich zwei Kapitel im Alten und ein Kapitel im Neuen Testament. Oder du könntest bei deinem Lesen jeden Tag des Monats ein Kapitel der Sprüche durchgehen, weil das gerade 31 Kapitel sind. So könntest du die Sprüche jeden Monat lesen. Du könntest auch an jedem Wochentag drei Kapitel lesen und am Sonntag nur zwei Psalmen. Jetzt, wo du verschiedene Vorschläge hast, wie du in einem Jahr durch die Bibel kommst, müssen wir noch einen entscheidenden Aspekt betrachten. Das ist, wie du wirkungsvoll lesen kannst, damit es nicht nur Wörter sind, die durch dein Auge aufgenommen werden und ziellos in deinem Kopf herumspuken! Wenn du Probleme hast, weil du nur liest und daraus nichts schöpfen kannst, versuche mit einem gewissen Ziel im Kopf zu lesen. Fange damit an, Gott zu fragen, worauf du beim Lesen deinen Schwerpunkt setzen sollst. In unserem nächsten Abschnitt werden wir darüber sprechen, wie du Seine Stimme hörst; deshalb erinnere ich dich jetzt nur daran, dass du Gott um besondere Schwerpunkte oder Themen beim Lesen bittest. Wenn es z.B. für dich notwendig wäre, Gott besser kennen zu lernen, Seinen Charakter und Seine Pläne zu erkennen, würde ich dir vorschlagen, dass du darauf achtest, was du von Seinem Charakter und Seinem Plan erkennst, während du dich mit dem Wort beschäftigst. Du könntest ein Notizbuch benützen, damit du, wenn du mal aufgefordert wirst, etwas aus Gottes Wort weiterzugeben oder eine Kinderstunde zu leiten, Material hast, das dir schnell zur Verfügung steht. Wenn du aufschreibst, was du über Gott gelernt hast, dann notiere das Buch und das Kapitel, aus dem du das herausgefunden hast. Gerade dieses Wissen könnte zu den Wahrheiten werden, die deine Anbetung zum Himmel erheben. Wenn du deinen Gott und Vater besser kennen lernst, wirst du Ihm immer mehr vertrauen können. Oder du könntest beim Lesen das notieren, was du über Gott den Vater, Jesus den Sohn und den Heiligen Geist lernst. Du könntest beim Lesen jede entsprechende Stelle mit einer bestimmten Farbe oder einem bestimmten Symbol kennzeichnen. Denke daran, dass du beim Markieren auch Personalpronomen wie Er, Ihn, Der usw. berücksichtigst. Vergiss auch nicht, dass das Alte Testament sich oft auf unseren Messias, Jesus Christus bezieht. Das meinte Jesus, als Er zu den Juden sagte: „Ihr erforscht die Schriften, denn ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und sie sind es, die von mir zeugen“ (Joh. 5,39). Oder du könntest dir ein Notizbuch mit den Verheißungen Gottes anlegen. Wenn du das machst, könnte dein Notizbuch dir auch zu Anbetung und Gebet dienen. Jede Zusage könnte dich zur Anbetung anregen, oder jedes Versprechen würde sich in ein Gebet verwandeln. Wenn du dich aber im Gebet auf eine Zusage stützen willst, versichere dich zuerst, ob nicht Bedingungen daran geknüpft sind. Wenn ja, musst du diese Bedingungen erst erfüllen, bevor Gott Sein Versprechen einhalten kann. Gott gibt uns nicht einen Blankoscheck, damit wir mit Seinen Verheißungen wahllos oder verantwortungslos umgehen. Viele Zusagen sind an heilige Bedingungen geknüpft, die von uns Verantwortung fordern. Kannst du dir ausmalen, was für einen Schatz du hast, wenn du so ein Notizbuch ein Jahr lang führst? Es wäre ein Büchlein, das du dein Leben lang schätzen würdest, weil es Wahrheiten beinhalten würde, die du selbst gesammelt hast. Das sind nur einige Vorschläge zum zielstrebigen Lesen des Wortes. Wenn du den Herrn im Gebet suchst, wird dein Vater dir zeigen, welcher Weg der beste für dich ist, oder Er wird dir etwas ganz anderes aufs Herz legen. Das einzige, was ich weiß, ist, dass du das Wort Gottes nicht vernachlässigen kannst und darfst. Als Gott die Kinder Israel jeden Morgen Manna sammeln ließ, diente das nicht nur ihrer körperlichen Erhaltung. Er hatte eine geistliche Wahrheit, die Er in ihre Herzen schreiben wollte. Diese Wahrheit ist für uns in 5. Mose 8,3 aufgeschrieben: „Und er demütigte dich und ließ dich hungern; und er speiste dich mit dem Man, das du nicht kanntest und das deine Väter nicht kannten, um dir kundzutun, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern dass der Mensch von allem lebt, was aus dem Munde des Herrn hervorgeht.“ Weil ich im Abschnitt über das Gebet versprochen habe, daß ich dir sage, wie ich das Wort Gottes in mein Gebetsleben einbeziehe, will ich das jetzt tun. Ich beziehe die Schrift auf meine Person und lege sie Gott wieder vor. Damit meine ich, dass ich, während ich die Schrift lese und mein Herz von einer besonderen Wahrheit berührt wird, diese Wahrheit nehme und sie vor Gott hinlege, indem ich sie in meinem eigenen Leben oder dem anderer illustriere. Ich gebe dir ein Beispiel, damit du verstehst, was ich meine. Das ist etwas, was anderen viel bedeutet hat, als sie das in ihrem Gebetsleben anwandten. Meine Freundin Mia erinnerte mich daran, dass ich es euch mitteilen soll, weil es in ihrem Leben eine große Veränderung bewirkt hat. Da ich heute Morgen Jeremia 26 gelesen habe, möchte ich als Beispiel einige Verse von da nehmen, um zu zeigen, wie ich sie auf meine Person beziehe und dem Vater im Gebet wiederbringe. „Im Anfang der Regierung Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, geschah dieses Wort von Seiten Des Herrn also: So spricht der Herr: Tritt in den Vorhof des Hauses des Herrn und zu allen Städten Judas, welche kommen, um anzubeten im Hause des Herrn, rede alle die Worte, welche ich dir geboten habe, zu ihnen zu reden; tue kein Wort davon. Vielleicht werden sie hören und ein jeder von seinem bösen Wege umkehren: so werde ich mich des Übels gereuen lassen, welches ich ihnen zu tun gedenke wegen der Bosheit ihrer Handlungen. und sprich zu ihnen: So spricht der Herr: Wenn ihr nicht auf mich hört, dass ihr in meinem Gesetz wandelt, welches ich euch vorgelegt habe, dass ihr auf die Worte meiner Knechte, der Propheten, hört, welche ich zu euch sende, früh mich aufmachend und sendend (ihr habt aber nicht gehört) …“ (Jer. 26,1-5). Mein Ziel ist es, das Wort zu erklären. Deshalb trafen diese Verse mein Herz und ich sagte zu Gott: „O Vater, ich möchte all die Worte sagen, die du mir befohlen hast. Ich möchte kein einziges Wort auslassen, weil ich vor ihnen verzagt bin (Jer. 1,7). Ich will ohne Kompromiss fest stehen. Ob ich angenommen werde oder nicht, ich möchte Dir und Deinem Wort treu sein. Und, o Vater, ich möchte auf alles, was Du sagst, hören – horchen und gehorchen.“ Das, lieber Freund, ist es, was ich meine, wenn ich davon spreche, das Wort Gottes zu auf meine Person zu beziehen und es im Gebet dem Herrn vorzulegen. Wie gut passt das zu Seinem Versprechen: „Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte ich euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch geschehen“ (Joh. 15,7). Ob du nun ein Lehrer bist oder nicht, könntest du doch Jeremia 26 nehmen, um für deinen Hirten, für deinen Sonntagsschullehrer, für mich oder für andere einzutreten. Wie lieb wäre es mir, wenn du für mich beten würdest! Oder wenn du Jeremia durchliest, wirst du vielleicht bemerken, dass „ihr habt nicht gehört“ ein Schlüsselvers ist. Wenn du zu Jeremia 26,4-5 kommst, wirst du sicherlich Gott anrufen, dich beständig daran zu erinnern, dass du aufmerksam hören musst, damit du dem gehorchen kannst, was dein Vater sagt! Wenn du die Schrift auf dich beziehst und sie im Gebet vor den Vater bringst und wenn du dem Herrn im Gehorsam folgen willst, kannst du eines als sicher ansehen: Du betest im Willen Gottes! „Und dies ist die Zuversicht, die wir zu ihm haben, dass, wenn wir etwas nach seinem Willen bitten, er uns hört. Und wenn wir wissen, dass er uns hört, um was irgend wir bitten, so wissen wir, dass wir die Bitten haben, die wir von ihm erbeten haben“ (1. Joh. 5,14-15). O lieber Leser, kannst du dem entnehmen, wie wichtig es ist, dass Gottes Wort ein Bestandteil deiner Stillen Zeit allein mit Ihm ist! Das Wort Gottes sollte nie durch etwas anderes ersetzt werden – auch nicht durch ein gutes erbauliches Buch oder ein Buch über die Bibel. So geistlich sie auch sein mögen, sind sie doch immer nur menschliche Interpretationen zum Wort Gottes. Und du musst selbst mit der Bibel leben, damit Gott durch Seinen Geist zu dir reden kann. Diese Gemeinschaft ist dein Geburtsrecht als Kind Gottes, so versäume es nie, es wahrzunehmen. Ich habe mein Leben dafür gegeben, Gottes Kinder zu lehren, wie sie Gottes Wort induktiv studieren können, damit sie ihren Gott kennenlernen und in enger Gemeinschaft mit Ihm leben können. Unsere „Schritt für Schritt-Kurse“ sind Werkzeuge, die dich lehren, gewinnbringend zu studieren, damit du Gott kennen lernst. Du kannst die Wahrheit für dich selbst finden. Als nächstes, lieber Freund, müssen wir uns dem Hören auf Gott zuwenden. Das ist oft ein Teil, den viele in ihrer Stillen Zeit allein mit Gott auslassen, und doch ist es ein Punkt, den Gott oft benutzt, um uns zu verändern!