Unterstützung der Mission
aus dem Buch: „Sag nicht Nein, wenn Gott Dich ruft“ CLV
Kein Militäreinsatz kann durchgeführt werden, ohne dass der Versorgung ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ohne sie können die Soldaten nicht ernährt oder ausgerüstet werden. Ohne sie ist der Kampf hoffnungslos. Jeder militärische Taktiker wird versuchen, dem Feind die Versorgungslinie abzuschneiden. Sie ist lebenswichtig. Im geistlichen Kampf, den wir Mission nennen, braucht man auch Versorgung, damit die christlichen Soldaten auf dem Missionsfeld gute Arbeit leisten können. Wie die Soldaten einer Armee müssen auch sie ernährt, gekleidet und ausgerüstet werden. Der Unterschied ist, dass im Fall von Mission nur ein Teil davon mit Geld erworben und in Kisten verschifft werden kann. Der andere Teil der logistischen Unterstützung ist geistlich, und das ist heute für die Sache des Herrn Jesus Christus auf Erden ungeheuer wichtig. In diesem Studienteil wirst Du sowohl die geistlichen als auch die materiellen Aspekte der Unterstützung in der Weltmission betrachten.
1) Geistliche Unterstützung durch Gebet
Die Missionsarbeit der Gemeinde kommt einem Weltkrieg gleich. Starke Streitkräfte der gottlosen Mächte haben sich mit dem erklärten Ziel verschanzt, den geistlichen Angriff zunichte zu machen, der genau in diesem Augenblick an tausend Fronten gekämpft wird. In jedem Krieg, der auf feindlichem Gebiet ausgetragen wird, sind die logistischen Probleme ein besonderes Anliegen. Zweifellos ist in der Unterstützung für Mission das Gebet ein äusserst wichtiges Anliegen. Angemessene Versorgung mit geistlichen Waffen, geistlicher Stärke und geistlichen Arbeitern sind direkt abhängig von Gebet. Nur durch Gebet kann geistiger, bösartiger Widerstand des Feindes besiegt werden. Nur Predigen ist nicht genug. Soziale Programme helfen auch nicht. Traktate und evangelistische Kassetten genau so wenig. Gott kann diese oder andere Geschosse benutzen, um die Mauern des Widerstands zu zerschmettern, aber die Kraft, die hinter diesen Methoden steht, ist die dynamische Kraft Gottes selbst. Nur Er kann den Sieg geben. Wie? In Beantwortung von vertrauendem Gebet. Er ist nicht auf Gebet angewiesen, weil Er souverän ist, aber Er hat beschlossen, durch Gebet zu wirken. Genau in diesem Punkt hat jeder hingegebene Christ grösste Verantwortung für die Weltmission, aber gerade hierin versagt die überwiegende Mehrheit der Christen.
Mächtig durch Gebet
Die Bitte eines Missionars um Gebet wird oft beantwortet mit einer prahlerischen Unterschrift auf einem Scheck oder mit einem „wissenden Lächeln“ und einem Klaps auf die Schulter mit dem Versprechen „wir bleiben in Verbindung.“ Gott sei Dank, dass es solche Reaktionen gibt, aber es wurde um Gebet nachgesucht. Die meisten von uns stimmen dem bei, dass Gebet in der Schlacht für Seelen entscheidend ist, aber wie viele von uns kämpfen wirklich im Gebet? Die Firma, die Familie und das Vergnügen nehmen praktisch all unsere Zeit in Anspruch. Das persönliche Einbringen im Kampf der Weltevangelisation ist kaum mehr als ein Seufzer „segne die Missionare“, wenn wir unsere Füsse zwischen die kühlen Bettlaken strecken.
Eine neu erschienene Veröffentlichung über Mission schreibt „Beten für die Missionare ist das allereinfachste, was Du tun kannst.“ Das ist weit entfernt von der Wahrheit. Tatkräftig für die Stosstruppen Gottes zu beten ist sehr schwierig, weil hier die Schlacht gegen die Mächte der Finsternis beginnt. Die meisten von uns können den Missionaren viel leichter einen Scheck über 20 Euro ausstellen, als 20 Minuten lang beten. Ein Euro pro Minute kann ein gutes Geschäft sein, aber der Wert kann nicht verglichen werden mit der Zeit, die zur Gebetsunterstützung investiert wird. Für das Geld kann man Lebensmittel und Benzin kaufen, aber das ernsthafte Gebet eines Gläubigen setzt eine ungeheure Kraft frei – „die Kraft Gottes zur Errettung.“
Betet!
Was regt uns zum Gebet an? Wir wollen ehrlich sein. Viele von uns beten tatsächlich nicht persönlich für unsere Missionare ausser der allgemeinen Phrase „Herr, segne alle Missionare.“ Wenn gelegentlich ein Unglück oder eine Tragödie hereinbricht, sind wir – für kurze Zeit – zum Gebet angeregt. Manchmal zeigt ein Missionar Dias von einigen verkrüppelten Menschen und erzählt eine Geschichte, die uns berührt, dann beten wir wieder. Aber bald haben wir alles vergessen. Wir sind schnell bereit, Ausreden zu finden; wir mögen sogar den Missionar kritisieren, weil sein Gebetsbrief auf billigem Papier ohne farbige Illustrationen oder „interessante“ Berichte gedruckt ist. Wir vergleichen die Briefe aus dem innersten Afrika mit hochwertigen Produktionen auf Glanzpapier mit modernem Layout und Farbwiedergaben mit einem frankierten Rückumschlag mit einer Einzugsermächtigung oder Erlagschein für Dein „freiwilliges Opfer.“ (Manche davon sind so auf Wettbewerb zugeschnitten, wie eine moderne Zahnpastawerbung.) Aber mit Sicherheit hatte der Herr so etwas nicht im Sinn, als Er sagte „Betet deshalb.“ Ganz sicher ist die Liebe Christi die echte Grundlage für Missionsgebet und Gaben (2.Kor.5,14). Der Herr Jesus weinte, als er die Menschheit mit einer Herde Schafe ohne Hirten verglich. Wenn unser Dienst von Herzen käme und nicht nur von den Lippen, würden wir oft auf den Knien liegen und unter Tränen um Seelen ringen. Wenn wir wirklich gute Mitarbeiter sind, treffen wir uns vor dem Gnadenthron.
Wir müssen beten mit dem Ansporn der Liebe Christi und Einsicht aus der Schrift. Wir müssen beten mit genug Interesse um Informationen aus verschiedenen Quellen zu sammeln und sie vor den Herrn bringen. Wir müssen beten im Bewusstsein unserer eigenen Schwachheit (und der der Missionare). Das ist neutestamentliches Beten, unabhängig von farbigen Flugblättern und gut aufgemachten Filmen, sondern aus einem Herzen, das voll der Liebe Gottes für eine verlorene Welt ist.
Wenn ihr betet, so sprecht… (Lukas 11,2)
Der Soldat muss, wie wirksam seine Waffe auch ist, auf den Feind zielen, um sie zur Wirkung zu bringen. Manche Gläubige wissen nicht, wie sie ihre Gebetswaffen einsetzen sollen.
Bete für die Missionare selbst. Denke daran, dass sie Menschen sind wie Du, mit den gleichen Neigungen. Sie können das Bibelstudium schleifen zu lassen und in Zeiten von Gebetslosigkeit abdriften. Sie haben Probleme mit den Nerven oder mit Krankheiten. Sie werden durch Stolz, Reizbarkeit und Empfindlichkeit versucht werden. Sie können in die Falle des Feindes bezüglich Geld oder falscher Moral tappen. Sie können mit einer besonderen Lehrbetonung in die falsche Richtung gehen. Sie können unverständige Mitarbeiter haben, oder selbst anderen gegenüber unvernünftig sein. Einsamkeit, die fremde Sprache und mangelnde Liebe sind alles Anliegen, die Du für die Missionare, die Du kennst, im speziellen Gebet vorbringen kannst. Sie haben die gleichen Probleme, wie alle anderen Menschen auch.
Bete für die Arbeit. Interessiere Dich selbst dafür, und sammle Informationen von den Quellen, die Du erreichen kannst. Warte nicht, bis Du wie mit einem Löffel gefüttert wirst. Man kann viel Material von den Missionaren selbst bekommen, oder aus Gebetshandbüchern, aus Veröffentlichungen über Mission und Zeitschriften finden (Siehe die empfohlene Liste von englischem Material am Ende dieser Lektion). Wenn Missionare in Deiner Nähe vorbeikommen, dann achte auf Informationen und nicht auf Deine Unterhaltung. Das wird einen grossen Unterschied ausmachen. Es ist erstaunlich, wie schnell Du einen Berg von Informationen zusammentragen kannst, die Brennstoff für das Feuer Deiner Fürbitte sind. Sprich mit anderen, die Kenntnisse vom Missionsfeld und den verschiedenen Gebetsanliegen haben. Viele unserer Schwestern haben sich diesbezüglich durch ihr Interesse und Teilnahme an Missionsgebetstunden sehr bemüht. Möge Gott noch mehr Frauen hinzu tun und auch Männer. Du wirst bald wissen, wer Radiosendungen und biblische Korrespondenzkurse macht, wer Literatur, Krankenhäuser usw. Wie wird das Deine Gebetszeit verändern, und was für eine Freude wirst Du haben, wenn von Fortschritten und Erhörungen berichtet wird.
Bete speziell für einheimische Gemeinden auf dem Feld. Vielleicht ist die wichtigste Aufgabe des Missionars, einheimische Gemeinden zu gründen. Der Feind kennt die Bedeutung der örtlichen Gemeinde, und sein Angriff richtet sich oft auf diese. Wenn Du die Bedürfnisse Deiner eigenen Gemeinde kennst, kannst Du auch für die anderen Gemeinden beten, sogar wenn sie mitten im Dschungel sind. Cliquenwirtschaft, moralische Sünde, Stolz, Macht und Spaltung können zum Schiffbruch dieser geistlichen Festungen führen. Hinzu kommen Nationalismus, Aberglaube, falscher Umgang mit Geld und Stammesfehden, das alles ruft uns zu inbrünstigem und wirksamen Gebet.
Herr, lehre uns beten
Die Abschlussreden von Tausenden missionarischer Treffen sind immer wieder „Brüder, betet für uns“, wobei die Diener Gottes den Wert von Fürbitte betonen. Aber wenn es zum kritischen Moment kommt, beten die meisten von uns wirklich nur oberflächlich für die Mission. Wir wollen demütig vor dem Herrn werden, unsere Sünden bekennen und von Ihm, unserem grossen Vorbild, lernen. (Studiere die Gebete des Herrn im Lukasevangelium.) Lasst uns unseren Frontkämpfern durch den Dienst in der Fürbitte die „Lufthoheit“ zusichern. Paulus grossartige Passage über christliche Kriegsführung endet mit den Worten: „Mit allem Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist, und wachet hierzu in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen“ (Eph.6,18).
Materielle Unterstützung
Nachdem wir die geistliche Unterstützung für die Weltmission durch Gebet betrachtet haben, sollten wir uns jetzt der materiellen Seite der Unterstützung zuwenden. An erster Stelle wurde das Gebet genannt, weil es am wichtigsten ist, aber am meisten vernachlässigt wird. Irgendwie neigen wir in unserer materialistischen Kultur dazu, zu denken, dass Genie und Reichtum jedes Hindernis überwinden und fast jedes Ziel erreichen können. Das mag wahr sein, wenn man einen Menschen zum Mond schicken will, aber es stimmt nicht, wenn man Menschen in eine lebendige Beziehung zu Christus bringen will. Wenn jedoch die geistliche Seite der Mission gesund ist, ist es notwendig, dass man der materiellen Seite Aufmerksamkeit schenkt. Obwohl das Materielle nicht das Allerwichtigste ist, ist es doch notwendig. Missionare haben Körper, die ernährt und gekleidet werden müssen. Missionare ziehen von Ort zu Ort, daher ist ein Transportmittel notwendig. Missionare brauchen Ausrüstung, die bezahlt werden muss. Missionare arbeiten zum Wohl der Einheimischen an sozialen Aufgaben, wozu sie materielle Dinge benötigen. Im zweiten Teil dieser Lektion widmen wir uns den Prinzipien der Schrift über finanzielle Unterstützung der Weltmission.
Bevor einige Fragen über das Geben beantwortet werden, musst Du auf jeden Fall verstehen, dass der materielle Anteil der Unterstützung nicht vom geistlichen getrennt werden kann. Es ist einfach falsch zu denken, Gebet sei geistlich und Geben materiell, als ob die Unterstützung für das Werk des Herrn sich nicht unterscheiden würde von der Unterstützung eines Wohltätigkeitsfonds. Behalte immer im Gedächtnis, dass die Aufgabe der Weltmission geistlich ist und dass jeder Aspekt hierbei geistlich motiviert und geistlich durchgeführt werden muss und als Ergebnis geistlichen Segen davonträgt. Gaben und Geldspenden zu diesem Zweck tragen geistlichen Charakter und müssen wirklich so verstanden und eingeschätzt werden. Die Gemeinde in Philippi sandte dem Paulus mehrmals Geldspenden (Phil 4,16). Paulus nennt diese Gaben einen „duftenden Wohlgeruch, ein angenehmes Opfer, Gott wohlgefällig“ (Phil.4,18). Die Gläubigen in Philippi zeigten den wahren Geist des Gebens, der grundsätzlich ein praktischer Ausdruck warmherziger geistlicher Fürsorge ist.
Wer sollte für Mission geben?
Ganz einfach: Das Werk Gottes sollte durch die Kinder Gottes unterstützt werden. Obwohl viele christliche Gruppen sich wegen Spenden an Ungläubige wenden, gibt es dafür in der Schrift überhaupt keinen Hinweis. Unser Gott, der die Welt und alles, was darin ist, geschaffen hat, sie besitzt und beherrscht, ist nicht so arm, dass Er nicht alles was Er ausführen will, zur Vollendung führen könnte. In unserer Zeit erbitten solide christliche Organisationen Geld von Unternehmen und Firmen. Sie sagen, es sei zur Ehre Gottes und zur Förderung Seines Reichs. Jedoch ist es schwer zu verstehen, wie sie denken können, Gott werde geehrt, indem man Mittel von der Welt benutzt, um das Evangelium zu den Verlorenen zu bringen. Der Apostel Johannes schreibt von den Dienern Gottes „Denn für den Namen sind sie hinausgegangen, und sie nehmen nichts von den Heiden“ (3.Joh.7). Jeder christliche Missionar sollte dieses biblische Prinzip im Gedächtnis behalten.
Warum sollen Gläubige für die Mission geben?
Diese Frage erhebt sich bei der Motivation fürs Geben. Was sollte das Volk Gottes veranlassen, für das Werk des Herrn zu geben? Diese Frage wollen wir im Licht der Bibel ernsthaft betrachten. Leider ist viel von der biblischen Motivation verloren gegangen, und Christen wurden dahin geführt, eher Spendenaufrufen zu folgen, die auf den Prinzipien der Werbetechnik aufgebaut sind, anstatt sich nach den Prinzipien aus dem Wort Gottes zu richten. Wettbewerb, Hochglanzbroschüren, Fernsehanzeigen und professionelle Spendeneintreiber werden für Geldsammlungen für die Weltmission benutzt. Bei vielen Missionsorganisationen übersteigen die Kosten der Werbung die Kosten der Missionsarbeit. Von jedem Dollar, den sie einnehmen, geben sie den grösseren Teil aus, um einen weiteren Dollar zu bekommen, der für die Arbeit verwendet werden soll, die sie angeblich tun. Verwaltungskosten, Büroausgaben, Druckarbeiten und die Gehälter von Heimatpersonal verschlingen mehr Geld, als tatsächlich auf dem Missionsfeld ausgegeben wird.
Kinder Gottes werden auf der Grundlage ausgeklügelter Werbetechniken um Spenden gebeten. Hierbei wird die Aufmerksamkeit dadurch gewonnen, dass man attraktivere Werbemittel einsetzt als die Konkurrenz. Der Wunsch zu Geben wird beim Leser durch überlegte psychologische Methoden geweckt und er erhält sofort die Möglichkeit zu spenden durch irgendeine Art von Verpflichtung (Spendenzusage, Einzugsermächtigung, einmaliger Scheck etc.). Gemäss diesen „gut erprobten Methoden“ können diese Werbefachleute dann vorhersagen, dass durch einen bestimmten Betrag für eine bestimmte Art der Werbung so und so viel Geld herein kommen wird. Der wachsame Christ, der Gott gefallen will, sollte sich nicht übermässig von solchen fleischlichen und unbiblischen Mitteln beeinflussen lassen. Er wird nicht auf psychologischen Druck hin geben wollen, sondern weil er Gott erfreuen und das Evangelium auf der Welt verbreiten will.
Von wo werden Spenden für die Mission weitergeleitet?
Das Thema Geben dreht sich im Neuen Testament ganz sicher um die örtlichen Gemeinden. Die Gemeinde in Philippi hatte dem Paulus eine Gabe für das Werk des Herrn geschickt. Paulus lobt sie, weil sie ihm in der Bedrängnis von ihrem Überfluss abgegeben haben (Phil.4,10-18). Die Sammlung für die armen Heiligen in Jerusalem wurde in der Gemeinde von Korinth und in anderen durchgeführt (1.Kor.16,1.2). Paulus schrieb den Korinthern, dass er von anderen Gemeinden unterstützt worden war um ihnen zu dienen(2.Kor.11,8.9). Er erwartete Hilfe von der Gemeinde in Rom, um Spanien mit dem Evangelium zu erreichen (Röm.15,24). Obwohl es persönliche Gaben gab, betonen die neutestamentlichen Briefe ganz klar die Unterstützung durch die örtliche Gemeinde. Dies ist auch heute ein solides und praktikables Prinzip für das Geben.
Wie sollten die Gläubigen für die Mission spenden?
Es gibt einige vernünftige Prinzipien, die Dir beim Thema Geben helfen werden:
1. Es soll proportional zum Einkommen gegeben werden. Das Prinzip ist nicht ein spezieller Prozentsatz, sondern „je nachdem er von Gott Gedeihen hat“ (1.Kor.16,2). Die Israeliten sollten unter dem Gesetz den Zehnten (10%) geben. Beachte wie der Zehnte befohlen wird in 4.Mose 18,21-28, in 5.Mose 14,22.23.28.29 und in 3.Mose 27,30-32. Zusätzlich zum geforderten Zehnten gab es noch freiwillige Gaben, die über den Zehnten hinaus gingen; davon wurde zum Beispiel die Stiftshütte erbaut (2.Mose 35,4-9; 36,2-7). Im Neuen Testament gibt es keine Vorschrift, wieviel man geben muss, weil das Motiv hier die Liebe zum Herrn Jesus Christus ist (2.Kor.8,7-9). Sicher wird das mehr sein, als der unter dem Gesetz geforderte Zehnte. Es sollte zu der Gnade, die Gott uns geschenkt hat, im Verhältnis stehen. Der Reiche soll von seinem Reichtum geben; der Arme gibt einen Teil von dem, was er hat. Das Werk Gottes würde nie Not leiden, wenn alle auf diese biblische Art geben würden.
2. Es soll regelmässig gegeben werden. Bei der Sammlung für die bedürftigen Gläubigen in Jerusalem sollte regelmässig am ersten Tag der Woche zusammengelegt werden (1.Kor.16,2). Das ist für uns ein gutes Prinzip; in der örtlichen Gemeinde und regelmässig am ersten Tag der Woche zu geben.
3. Es soll fröhlich gegeben werden (2.Kor.9,7). Wenn das Volk Gottes das Spenden als Privileg, sich an der weltweiten Arbeit zu beteiligen, ansehen würde, wäre es eine Freude zu geben, und es würde uns fröhlich stimmen. Die besten Geber sind nicht die wohlhabenden Geschäftsleute, denen professionelle Spendeneintreiber das Geld aus der Tasche ziehen, sondern die, die ihr Opfer je nach Gedeihen fröhlich in der Gemeinde abgeben und mit anderen zusammen das Werk des Herrn unterstützen.
4. Es soll im Verborgenen gegeben werden (Mt.6,3). Bekanntgabe der Spender und öffentliches Lob widerspricht dem Charakter des Neuen Testaments. Der Grund dafür ist, dass die Spenden wirklich direkt dem Herrn gegeben werden. Weil Er schon weiss, was gegeben wird, braucht es niemand sonst zu erfahren.
5. Es soll grosszügig gegeben werden (2.Kor.8,2.3). Der Herr freut sich über Gaben, die die Liebe von Golgatha beantworten. „Die so wunderbare göttliche Liebe fordert mein Herz, mein Leben, ja alles.“ Geben sollte nicht sparsam sein, sondern freigebig (2.Kor.9,6).
6. Es soll ohne Zwang gegeben werden (2.Kor.9,7). Der biblische Standard ist, sich im Herzen etwas vorzunehmen, ohne Zwang oder Druck von Menschen.
Wohin sollen Gaben für die Mission fliessen?
Nicht jede schön illustrierte Broschüre mit einem Spendenaufruf ist ein Zeichen von Gott, dass Du diese Arbeit unterstützen sollst. Die Leiter der örtlichen Gemeinde und einzelne Personen, die für Mission geben, sollen sorgfältig und weise überlegen, wie das Geld am besten genutzt wird, das der Herr ihnen zur Unterstützung der Weltmission zur Verfügung stellt.
1. Gib nach konkreten und ernstlichem Gebet um Führung vom Herrn, wohin Du geben sollst.
2. Gib für die Arbeit, die die biblischen Ziele von Evangelisation, Jünger machen und Gemeindebau verfolgt.
3. Gib den Dienern Gottes, die Du kennst und mit denen Du völlig übereinstimmst. Es ist gut zu wissen, dass ihre Sicht von biblischen Prinzipien mit denen, die Dir wichtig sind, übereinstimmt.
Wie sollen Missionsgaben erhoben werden?
Die Spendenaufrufe zur Unterstützung des Werks des Herrn sind so verbreitet, dass nur wenige darüber nachdenken, ob sie aus der Sicht des Herrn richtig sind. In Gebetsbriefen wird oft um Spenden gebeten. Missionszeitschriften und Berichte enthalten gewöhnlich konkrete Aufrufe oder Hinweise. Missionstreffen und Konferenzen haben meistens ihre Spendenaufrufe. Manchmal sind solche Aufrufe taktvoll, aber manchmal auch sehr direkt. Verpflichtungen werden unterschrieben, die uns über Jahre hinaus festlegen, für einen bestimmten Missionar zu spenden. Wenn Du ins Neue Testament schaust, wirst Du keinen Fall finden, wo eigene Nöte oder Spendenaufrufe für eigene Projekte an die Öffentlichkeit gebracht werden. Paulus vergass nicht, den Geschwistern die Bedürfnisse anderer mitzuteilen, aber niemals teilte er seine eigenen Bedürfnisse mit, die mit Geld hätten behoben werden können. Er bekam Hilfe von denen, die ihn ausgesandt hatten und von den Geschwistern, denen er diente, aber es gab keine Abmachungen wie Gehalt, Verpflichtung oder Versprechen.
Vor 150 Jahren lebte ein demütiger Diener Gottes, Anthony Norris Groves, der beschloss von England nach Bagdad zu ziehen. Er hatte dafür kein Gehalt sondern er vertraute Gott, dass Er seine Bedürfnisse erfüllen würde, wenn sie kommen würden. Nachdem er von einer Ortsgemeinde zu diesem Werk empfohlen worden war, meinte er, dass dies Gottes Wille war. Groves und seine Familie lebten viele Jahre im einfachen Vertrauen auf Gott unter den schwierigsten Umständen und erlebten, dass Gott äusserst zuverlässig ist. Groves lebte buchstäblich aus Glauben. Durch das biblische Vorbild dieses Mannes war Georg Müller bewegt, Gott allein wegen der Unterstützung eines sehr grossen Waisenhauses in Bristol zu vertrauen. Durch das Beispiel Müllers prägte James Hudson Taylor die Glaubensprinzipien der China Inland Mission (heute: Überseeische Missionsgemeinschaft). Sie war die erste vieler Gruppierungen, die wie Taylor auf Gott vertrauten. Leider sind diese Prinzipien durch viele Werke, die sich „Glaubensmission“ nennen, bis heute so weit „verbessert“ worden, bis sehr wenig von dem einfachen Vertrauen auf Gott übrig geblieben ist. Der Autor dieses Buches hat nach fast 50 Jahren im Dienst für den Herrn ohne Garantien oder Gehalt erlebt, wie Tausende andere, dass Gott treu ist und jedem Bedürfnis begegnet ist. Es gibt nicht viel was schöner ist, als wenn der geistlich geübte Gläubige Gottes Führung sucht, wie eigene oder Gemeindegelder zur Ehre Gottes verteilt werden sollen. Andererseits ist es genau so schön zu sehen, wie ein treuer Diener des Herrn, der sich für seinen Bedarf allein auf Gott verlässt, seine Lage dem Herrn anbefiehlt und dann den Herrn für den Überfluss preist, den Er in Zeiten der Not geschenkt hat. Sei immer bestrebt, zur Schönheit und Einfachheit des Neuen Testaments zurückzukehren.