Gemeinde & Mission
Vorwort

Vorwort 144: „Du hast mein Wort“

von Moltinger Lukas

„Versprochen ist versprochen … und wird auch nicht gebrochen.“ Schon die Kleinsten unter uns kennen diese Redewendung und verstehen ihre Bedeutung. Wenn man ein Versprechen gibt, muss man auch dazu stehen. Deshalb sollten wir nicht leichtfertig mit Versprechen umgehen. Wenn wir unser Wort geben und nicht halten, ist die Enttäuschung bei unserem Gegenüber groß. Die meisten von uns können sich wohl daran erinnern, wie sich das anfühlt. Vielleicht war es nur eine Kleinigkeit, wie der angekündigte Anruf von einem alten Freund am Wochenende, der in aller Eile vergessen wurde, oder sogar ein geplantes Treffen, zu dem ein Bekannter nicht erschienen ist. Die Worte „Ich melde mich am Wochenende bei dir“ oder „Wir sehen uns am Montag“ verlieren dann ihre Bedeutung. Mehr noch, die Vertrauenswürdigkeit unseres Bekannten kann dadurch in Frage gestellt werden. Hat er mich denn überhaupt gerne? Wie konnte er das nur vergessen? Es war doch ausgemacht … Nagende Gedanken wie diese belasten unsere Beziehung. Sie können sogar so weit führen, dass wir das Vertrauen zu anderen völlig verlieren.

Jesus ermutigte seine Nachfolger, nicht „Ja“ zu sagen und „Nein“ zu tun. „Eure Rede sei aber: Ja – ja; nein – nein; was aber mehr ist als dieses, ist aus dem Bösen.“ (Mt 5,37) Darin war er selbst das größte Vorbild. Er zeigte seinen Jüngern, wie das praktisch aussehen konnte, indem er lebte, was er lehrte. Die Leute, die Jesus länger beobachteten, konnten erkennen, dass er zu seinem Wort stand. Ein Mann, ein Wort.“Als die Menschen sahen, dass man Jesus vertrauen konnte, schöpften sie Hoffnung. Viele Besessene wurden zu ihm gebracht und mit seinem Wort trieb er die Geister aus. Die Leidenden erfuhren Linderung und Matthäus weist seine Leser darauf hin, dass sich noch ein anderes Wort dadurch erfüllte. Die Juden hatten die Verheißung des Messias schon zuvor in Gottes Wort erhalten. Jesaja 53 beschreibt diesen Retter, jedoch als Leidenden. Der Gesalbte Gottes würde also nicht in prächtiger Rüstung auftreten oder ein gewaltiges Heer anführen. Ganz im Gegenteil!

„Er war verachtet und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut … doch um unserer Übertretungen willen war er verwundet, um unserer Ungerechtigkeiten willen zerschlagen. Die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen Weg; und der HERR hat ihn treffen lassen unser aller Ungerechtigkeit. Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern; und er tat seinen Mund nicht auf.“ (Jes 53, 3. 5-7)

Der Messias, der Rettung bringen sollte, war unscheinbar. Die Menschen fanden keinen besonderen Gefallen an ihm. Und er litt. Er litt um unseretwillen. Die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden mit Gott finden könnten. Wir suchten unsere eigenen Wege und gingen dabei nur in die Irre, wie Schafe, die keinen Hirten haben. Das wusste Gott schon vor Anbeginn der Zeiten und bereitete alles vor, um das „Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt“ (Joh 1, 29) zur rechten Zeit zu senden. Vor seinen Mördern schwieg der Herr Jesus wie ein Lamm, das geschlachtet wird, und erduldete undenkliche Qualen. Dadurch erfüllte er die Prophetie über den Kommenden. Er ist der Messias, der Erlöser. Auch darin sehen wir, dass Gott seinem Wort treu ist. Was er uns in seinem Wort verspricht, hält er auch. Darauf können wir uns verlassen. Bei „dem Vater der Lichter“ gibt es „keine Veränderung“ (Jak 1,17). „Denn ich, der HERR, ich verändere mich nicht“ (Mal 3,6), versicherte der Herr auch schon im Alten Testament.

Der Gott, der nicht lügen kann, hat vor ewigen Zeiten das ewige Leben verheißen (Tit 1,2), und seine Absichten haben sich auch über die Jahrhunderte nicht geändert. Der Herr Jesus ist gekommen, um uns dieses Leben zu bringen (Joh 10,10). Unser Gott hat es uns versprochen und unser Gott steht zu seinem Wort!
Im Neuen Testament finden wir eine Fülle an Versprechen, die uns von Gott gemacht werden. Hier sollen nur einige angeführt werden (ein weiteres Studium zu diesem Thema wäre bestimmt sehr ermutigend):

  • „Wenn aber jemand von euch Weisheit mangelt, so erbitte er sie von Gott, der allen willig gibt und nichts vorwirft, und sie wird ihm gegeben werden.“ (Jak 1,5)
  • „Keine Versuchung hat euch ergriffen als nur eine menschliche; Gott aber ist treu, der nicht zulassen wird, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen wird, so dass ihr sie ertragen könnt.“ (1. Kor 10,13)
  • „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“ (1. Joh 1,9)
  • „In dem Haus meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn es nicht so wäre, hätte ich es euch gesagt; denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit, wo ich bin, auch ihr seiet.“ (Joh 14,2-3)

Und wie sieht das bei uns aus? Stehen auch wir zu unserem Wort? Womöglich hast du dich in letzter Zeit durch dein Wort zu etwas verpflichtet. Zum Beispiel den Einkauf für einen Nachbarn zu erledigen, Medikamente von der Apotheke für ihn zu holen, oder dass du dich bei einem alten Bekannten wieder mal meldest. Wenn wir häufig Dinge ankündigen und sie dann nicht tun, verlieren unsere Worte an Gewicht. Wenn wir jedoch zu unseren Worten stehen, dann können wir darin unserem Gott ähneln und ihm Ehre machen.
„Hat er zum Schaden geschworen, so ändert er es nicht.“ (Psalm 15,4b)