Gemeinde & Mission
Vorwort

Vorwort 149: „Einheit“

von Loidl Martin

„Befleißigt euch, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens: Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen worden seid in einer Hoffnung eurer Berufung! Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allen und durch alle und in allen ist.“ (Eph 4,3-6)

Als Gemeinde sind wir ein recht bunt gemischter Haufen. Wir kommen aus unterschiedlichen sozialen Hintergründen, wählen verschiedene Parteien, haben nicht dieselben Lebensstile, gehen unterschiedlichen Berufen nach, haben verschiedene Reisepässe und nicht einmal alle die gleichen Hobbys. Das würde eigentlich viele Möglichkeiten zum Streiten und zum Auseinander-Bewegen bieten. Ich bin wirklich froh, dass das bisher nicht der Fall war.
Es gibt nämlich etwas, das uns verbindet und alle diese Unterschiede auf eine kaum wahrnehmbare Größe schrumpfen lässt. Uns verbindet unser Glaube an Jesus Christus und der gemeinsame Vater im Himmel. Trotz unserer Verschiedenheit in einigen Bereichen haben wir als Glaubensgeschwister viel mehr gemeinsam als mit jedem anderen in unserem Umfeld!

Die Einheit, die der Heilige Geist unter uns bewirkt, ist ein kostbares Gut, das wir sorgsam bewahren müssen. Das geht am besten, indem wir Frieden untereinander halten. Paulus erinnert die Epheser – und auch uns – daran. Gleichzeitig erwähnt er die Aspekte, die zur Einheit beitragen bzw. die Grundlage dafür darstellen. Wir sind alle Glieder am gleichen Leib, der Gemeinde. Es ist ein Geist, der in uns wirkt, der Heilige Geist, den wir bei unserer Bekehrung empfangen haben. Gott unterscheidet auch nicht zwischen den Gläubigen, wir haben als Erlöste ein und dieselbe Hoffnung. Bereits in Kapitel 1 betet Paulus, dass den Geschwistern in Ephesus bewusst wird, wie gewaltig die „Hoffnung seiner Berufung“ ist (Eph 1,18). Nun erinnert uns Paulus, dass wir diese Hoffnung mit allen Gläubigen teilen. Der Apostel fährt fort, indem er im Stakkato auf den einen Herrn, unseren Herrn Jesus, die eine Taufe und den einen Gott und Vater hinweist. 

Wenn wir die Einheit gefährden, dann verachten wir die vielen Gaben Gottes. Wir stellen dann Dinge, die Gott für nicht so wichtig hält, über die Grundlagen unseres gemeinsamen Glaubens.

Als reife Gläubige sollten wir es aushalten, in einigen Dingen unterschiedlicher Meinung zu sein. Außerdem sind wir aufgefordert, einen klaren Blick auf die großartigen Dinge zu haben, die Gott uns allen geschenkt hat. Wir müssen also unterscheiden lernen zwischen Fragen, die unsere gemeinsame Grundlage betreffen und solchen, die im Ermessensspielraum eines jeden Einzelnen liegen (entsprechend sollen wir damit auch nicht „hausieren“ gehen).
In Kapitel 2 beschreibt Paulus das schier unglaubliche Wunder der Einheit von Juden und Heiden durch das Evangelium. Wo jahrhundertelang ein Zaun war, ist nun Einheit. Machen wir doch nicht den Fehler, solche Zäune zwischen uns wieder hochzuziehen, noch dazu wegen vergleichsweise unwichtiger Themen. Freuen wir uns vielmehr gemeinsam an den wunderbaren Dingen, die wir als Geschwister teilen dürfen und befleißigen wir uns die Einheit zu bewahren!