Gemeinde & Mission
Vorwort

Vorwort 154: „Lerne durch Kritik“

von Lindner Andreas

Der Gerechte schlage mich – es ist Güte.“ (Psalm 141,5). Ich bin über diesen Vers gestolpert, und dann habe ich ihn mir genauer angesehen. Ist der Gerechte hier der Herr, der mich schlägt, und mich dadurch vom falschen Weg abhält oder mir Geduld beibringen will? Oder geht es um die Kritik aus dem Mund eines gerechten Menschen? Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es beides sein kann. Wichtig ist, wie ich darauf reagiere. Ich will das so sehen wie David in dem Psalm: Es ist Güte, wenn jemand versucht mir etwas beizubringen, auch wenn es weh tut.

Eigentlich tut es weh, wenn man kritisiert wird, und noch mehr, wenn man mit Worten geschlagen wird. Das kann sehr verletzend sein. Aber in so einer Situation habe ich die Möglichkeit zu lernen meine Feinde zu lieben. Und ich kann erleben, wie der Herr die Verletzung heilt, und dann später anderen helfen. Auf jeden Fall wäre es gut, aus der Kritik oder den Angriffen etwas zu lernen und zu erkennen, was der Herr mir beibringen will. Ich will gerne Davids Einstellung übernehmen: „Der Gerechte schlage mich – es ist Güte. Und er strafe mich – es ist Öl des Hauptes. Mein Haupt wird sich nicht weigern, denn noch ist bei ihren Bosheiten mein Gebet für sie.“ David sieht diese „Schläge“ als Zeichen von Gottes Güte und als Parfüm, das einen guten Geruch verbreitet.

„Betet für die, die euch verfolgen.“ (Mt 5,44). So reagiert David auf die Bosheiten. Er lernt etwas aus der unangenehmen Situation. Es kommt darauf an, wie wir auf Bosheiten und Angriffe reagieren. Es ist wirklich eine Herausforderung sich hier richtig zu verhalten. Mit der Hilfe des Herrn ist es aber möglich, denn er lässt keine Situationen zu, die wir nicht bewältigen können, das hat er versprochen (1. Kor 10,13).

Hier ist nun mein Gebet: „Herr, hilf mir von jedem zu lernen. Hilf mir, aus Kritik und Angriffen zu lernen und mich in der Situation richtig zu verhalten.“