Vorwort 93: „Gott hat den Leib zusammengefügt“ (1. Kor 12,24)
Alle Christen zusammen bilden den Leib Christi. Das wurde auf verschiedene Weise illustriert:
In einem Werkzeugkasten sind verschiedene Werkzeuge. Sie meckern über einander: Der Bohrer hat zwar Tiefgang, aber sein Wirkungskreis ist zu klein. Der Hobel schabt nur an der Oberfläche. Das Sandpapier ist zu rau. Aber der Schreiner braucht jedes der Werkzeuge für einen bestimmten Zweck. Genauso sollten wir verstehen, dass wir Christen ganz verschieden sind und dass der Herr jeden zu einem Zweck gemacht hat und jeden in bestimmter Weise verwenden will.
Im Tierreich gibt es verschiedene Tiere. Jedes Tier hat besondere Eigenschaften, und wir können uns über jedes freuen. Der Adler kann sehr gut fliegen. Das Eichhörnchen kann sehr gut klettern. Der Hase kann schnell rennen und die Ente kann gut schwimmen und tauchen. Wenn die Tiere sich miteinander vergleichen oder einen Wettkampf veranstalten wollen, kommt nicht viel dabei heraus. Gott hat auch uns Christen ganz unterschiedlich gemacht und es ist dumm, wenn wir uns aneinander messen. Nicht jeder ist in denselben Aufgaben gleich gut. Es gibt keinen Grund stolz zu sein oder sich minderwertig zu fühlen, denn Gott hat uns so gemacht wie wir sind, mit bestimmten Gaben und Fähigkeiten. Darüber können wir uns freuen und diese Fähigkeiten zum Wohl von allen verwenden.
Im Leib gibt es verschiedene Organe und Körperteile, die einander brauchen und füreinander sorgen. Das ist auch eine schöne Illustration für die Vielfalt unter den Christen. Aber halt – das ist gar keine Illustration, es ist eine Realität! Der Herr hat alle Christen durch einen Geist in einen Leib getauft (1. Kor 12,13). Diese Geistestaufe war so wichtig, dass Johannes der Täufer sie schon angekündigt hat. Zu Pfingsten ist der Leib Christi entstanden: alle verstreuten Kinder Gottes wurden zu einem Leib zusammengefügt. Welch ein Wunder! Auf diese Weise entstand eine Einheit: Christus ist das Haupt und wir alle sind Glieder voneinander. Die Persönlichkeit und Verschiedenheit der Einzelnen wird bewahrt und es gibt trotzdem keine Spannungen und keinen Streit bei so vielen verschiedenen Menschen. Es gibt kein Gleichschalten oder Vereinheitlichen. Es gibt einen Leib, in dem die Glieder zusammenarbeiten und sich gegenseitig beim Wachsen helfen. So machen wir es!