Würde dein Gott jemand in die Hölle schicken?
(Dies ist der Abdruck einer Ansprache im Radio, der letzten von vier Ansprachen. Wir drucken sie, um euch Anregungen zum Gespräch zu geben.)
Wahrscheinlich wirst du in die Luft gehen, wenn ich diese Frage stelle, oder etwas beleidigt sein. Aber würde dein Gott jemand in die Hölle schicken? Also gut, geh in die Luft! Sag mir, dass du nicht ein sadistischer, umnachteter Halbheide bist, der einen Gott verehrt, der von grünen Dämonen mit Mistgabeln bedient wird, die damit Menschen hinunter in die Flammen stoßen. Sag mir, dass dein Gott ein Gott der Liebe ist, der nie zu irgendjemand unfreundlich ist und der bestimmt niemand in die Hölle schickt. Denn wenn er das machen würde, dann könntest du einfach nicht mehr an ihn glauben. Ja, das habe ich mir schon gedacht. Aber warte mal! Wer hat eigentlich gesagt, dass Gott ein Gott der Liebe ist? Wer hat uns das über ihn mitgeteilt? War das nicht unser Herr Jesus Christus? War er es nicht, der uns wie niemand anderer nicht nur gesagt hat, dass Gott ein Gott der Liebe ist, sondern der uns diese Liebe auch ins Herz gebracht hat? Und wenn es um Nächstenliebe geht, war es nicht unser Herr Jesus Christus, der durch sein himmlisches Verhalten gezeigt hat, was echte Nächstenliebe wirklich bedeutet? Ja, es war Jesus, der uns sagte, dass Gott ein Gott der Liebe ist und doch sagt uns die Bibel, dass ein Tag kommen wird, an dem derselbe Jesus Christus die Welt in Gerechtigkeit richten wird. Christus hat uns selbst gesagt, dass er die „Schafe“ und die „Böcke“ voneinander trennen wird. Die „Böcke“, so sagte er, werden dann in die ewige Pein gehen. Es muss deutlich sein, dass Christus hier keinen Widerspruch sah zwischen einem Gott, der liebt, und einem Gott, der Sünde bestrafen wird.
Eigentlich denke ich, dass wir auch keinen grundsätzlichen Widerspruch darin sehen. Betrachten wir mal ein Beispiel: Ein Mann hat eine hübsche 20-jährige Tochter. Sie ist ihm teuer wie sein Augapfel. Das Mädchen hat einen Freund, der sie ab und zu trifft und sie in seinem Jaguar abholt. Leider ist er einer von denen, die gerne angeben und er ist etwas unverantwortlich: Er fährt gern schnell, wenn es nicht angebracht ist, und der Vater des Mädchens hat oft mit ihm darüber geredet. An dem bestimmten Abend, als sie ausgehen wollen, bittet der Vater ihn inständig vorsichtig zu fahren. Aber er nimmt ein paar Freunde mit, sie sind alle etwas angeheitert, rasen die Landstraße mit 160 km/h entlang, krachen in einen Milchtransporter und die Tochter wird getötet. Jetzt möchte ich dich fragen: Was wird wohl der Vater zu dem Ganzen sagen? Wird er sagen, dass das schon o.k. ist? Bestimmt nicht. Wenn er das Mädchen geliebt hat, wird er die Unverantwortlichkeit, den Ungehorsam, die Torheit, die Unvorsichtigkeit und den Egoismus, der seiner Tochter das Leben kostete, mit ganzem Herzen hassen.
So ist es auch mit Gott. Er hasst Sünde, weil er uns liebt. Er liebt uns und deswegen hasst er die Sünde, die uns zerstört, die uns dazu bringt Gott zu beleidigen, und die dadurch unsere Beziehung zu Gott zerstört. Wie ist es, wenn jemand seine Sünde nicht einsieht und nicht umkehren will? Wird Gott schließlich sentimental und sagt: „Das ist schon o.k., es ist nicht so schlimm.“ Natürlich nicht. Der Grund, warum wir das herunterspielen, ist meiner Vermutung nach, dass wir im Innersten unseres Herzens das unbequeme Bewusstsein haben, dass wir gesündigt haben. Es geht nicht um einen ausgedachten Herrn Mustermann, oder um unseren Nachbarn, der gesündigt hat. Wir haben gesündigt, und wenn Gott Sünde bestraft, hängt das Gericht schon über uns. Wie können wir da herauskommen?
Wir entkommen nicht, indem wir so tun als ob Sünde nicht so schlimm wäre, das entspricht nicht der Realität, und auch nicht durch die Hoffnung, dass Gott eines Tages sentimental wird. Es gibt einen Ausweg und dieser Ausweg ist durch Gottes Liebe möglich. Wir haben das schon mal gehört, ich weiß, aber wenn dich Sünde erschüttert hat und wenn du entdeckt hast, wie das Innere deines Herzens wirklich aussieht, wird sich das diesmal vielleicht anders anhören. „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ (Joh 3,16)
Gott hat unsere Sünde gehasst und uns geliebt. Die Bibel sagt, dass er seinen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle hingegeben hat. Christus hat unsere Sünden in seinem Leib auf dem Holz getragen, damit Gott in vollkommener Gerechtigkeit uns, den Sündern, vergeben kann.
Gott ist gütiger als wir denken. Viele Leute denken, dass Gott wie ein Prüfer ist, der uns das Leben als eine Art Prüfung gegeben hat, aber die Prüfungsergebnisse werden erst am Gerichtstag ganz am Ende veröffentlicht. Deswegen ist das Leben ein langes Warten und wir wissen nie genau, was dabei herauskommen wird. Diese Vorstellung ist schrecklich. So ist Gott wirklich nicht! Gott ist ein Gott der Liebe. Er ist nicht nur bereit uns um Christi willen zu vergeben, sondern er will, dass wir schon hier und jetzt wissen, dass wir Vergebung haben. Unser Herr hat seinen verschreckten Zeitgenossen selbst gesagt, dass er, Christus, am Tag des Gerichts der Richter sein wird und er bat sie inständig ihm zuzuhören und ihm zu vertrauen. Dann sagte er: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist schon vom Tod ins Leben übergegangen.“ (Joh 3,36)
Schließlich sitzt Gott nicht täglich über uns zu Gericht. Er stellt nicht jede Nacht seinen Thron auf und sagt auch nicht: „Also gut, gehen wir mal die Sünden von heute durch und dann werde ich dir bis hierher vergeben und morgen wiederholen wir das Ganze.“ Es wird nur ein Gericht geben. Die Bibel sagt: „Es ist dem Menschen gesetzt einmal zu sterben, und nach dem Tod das Gericht.“ Genauso wie es nur ein Gericht gibt, sagt die Bibel, ist Christus ein Mal gestorben. Er musste nur ein Mal sterben, denn als er dieses eine Mal starb, starb er für alle unsere Sünden. Wenn ein Mensch umkehrt und dem Retter vertraut, kann er durch die Autorität von Gottes Wort wissen, dass das eine Opfer Christi die Sünden seines ganzen Lebens im Blick auf dieses letzte Gericht bezahlt hat.
Was passiert, wenn ein Mensch Gottes Liebe ablehnt? Das hat mal ein Mann gemacht, der hieß Judas. Christus hat ihm alles gegeben, was Gott einem Menschen geben kann, seine Liebe und seine Freundschaft. Trotzdem hat Judas sich entschlossen, das abzulehnen. Sogar noch in letzter Minute hat Christus ihm seine Freundschaft angeboten, indem er ihm als Zeichen dafür den Bissen Brot reichte. Der Mann nahm den Bissen, lehnte aber die Freundschaft ab und mit zerbrochenem Herzen sagte Christus über ihn: „Es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nicht geboren wäre.“ Die Liebe Gottes ist nicht so billig, dass du sie ablehnen kannst, ohne dass es einen Unterschied ausmacht.
Ich frage mich, was für ein Gott dein Gott ist. Ist er ein Gott der Liebe, der seinen Sohn gesandt hat, damit er für dich persönlich stirbt? Hast du seine Stimme gehört, mit der er dir im Herzen seine Vergebung und seinen Frieden zusichert? Weißt du dich selbst jetzt in Sicherheit und auf ewig in seiner Liebe? Ich frage mich, was für ein Gott dein Gott ist. Ist er ein Gott, der so sehr liebt, dessen Liebe von so unendlich großer Bedeutung ist, dass es ewiges Verderben bedeutet, wenn ein Mensch sie ablehnt? Würde dein Gott irgendjemand in die Hölle schicken?