Weltmission (Teil 1-4)
1.Weltmission – eine Idee aus dem Herzen Gottes – Teil 1
Ist Dir bei Deinem Bibelstudium jemals der Begriff „Weltmission“ aufgefallen? Oder ist das nur ein Wort unserer großspurigen Zeit, ein allzu großer Anspruch für kleine Leute in kleinen Gemeinden? Versteckt sich dahinter etwa die anmaßende Erwartung, Christen könnten die ganze Welt missionieren, alle Menschen zu ihrem Glauben bekehren, ja sogar eine christliche Welt schaffen?
Nein, den Begriff „Weltmission“ werden wir in der Bibel nicht finden. Dafür aber andere Worte wie: „geht hin in die ganze Welt,“ „folgt mir nach,“ oder „nehmt auf euch mein Joch.“ Der Herr Jesus hat in dem Apostel Paulus keinen „Missionar“ berufen, keinen „Bekehrer der Nationen“, sondern ein „auserwähltes Gefäß,“ das seinen Namen vor Nationen, Könige und die Söhne Israels tragen sollte (Apg 9,15).
Wir brauchen nicht so zu tun, als ob Weltmission die große Entdeckung unserer neuen Zeit wäre, ein besonderer Verdienst von besonders treuen Gemeinden. Das wäre, wie wenn die Schweizer Uhrmacher behaupten würden, sie hätten die Zeit erfunden. Weltmission, wenn wir sie schon so nennen wollen, hat ihre Wurzeln auch keineswegs nur im Neuen Testament, sondern entspringt von Anfang an dem Herzen Gottes. Niemals war Gottes auserwähltes Volk Israel dazu bestimmt, der einzige Empfänger des Heils zu sein. Durch Israel sollten die Nationen die Segnungen Gottes empfangen.
Hatte nicht Abraham, unser Vater im Glauben, den Segen empfangen, der allen Nationen galt (1.Mo 22,18)? Dieser Segen Abrahams ist nun in Jesus Christus zu den Nationen gekommen (Gal 3,14). Gott hat nie etwas anderes vorgehabt, als alle Nationen zu erlösen. Wenn auch das Volk des Bundes besondere Verheißungen empfangen hatte, hat doch Gott von Anfang an eine Tür für den „Fremdling“ geöffnet. So war das Passahfest der Juden eine beständige Einladung für den Fremdling, doch herzuzutreten, sich beschneiden zu lassen, und Teilhaber der selben Verheißungen zu werden, die Israel hatte. Es galt „ein Gesetz für den Eingeborenen und für den Fremdling“ (2.Mo 12,48f).
Wenn der Fremdling meinte, nicht würdig zu sein zu diesem großen Schöpfergott zu gehören, so sollte er die Worte Jesajas hören und „nicht sprechen und sagen: Der HERR wird mich sicherlich von seinem Volk ausschließen…“, denn Gott sagt: „Ihnen (den bekehrten Fremdlingen) will ich in meinem Hause und in meinen Mauern einen Platz geben, und einen Namen, besser als Söhne und Töchter, einen ewigen Namen … der nicht ausgerottet werden soll. Ich werde sie erfreuen in meinem Bethause … denn mein Haus wird ein Bethaus genannt werden für alle Völker!“ (Jes 56,1-7).
Gottes Absicht, aus allen Völkern ein Volk für seinen Namen zu erwählen, ist älter als die Erde, auf der wir leben. Vor Grundlegung der Welt hat er uns in seinem geliebten Sohn erwählt, weil er „den Fremdling liebt“ (5.Mo 10,18). Weltmission ist die Idee Gottes, die er schon vor der Erschaffung der Welt hatte. Sie ist Ausdruck der unvergänglichen Retterliebe eines Gottes, der nicht davor zurückschreckte, für ihre Verwirklichung den allerhöchsten Preis zu bezahlen. Dieser Preis war sein geliebter Sohn, der König, den er auf Zion gesalbt hat (Ps 2, 6.7). Für ihn gilt die Verheißung: „Fordere von mir, und ich will Dir die Nationen zum Erbteil geben und zu deinem Besitz die Enden der Erde!“ (Ps 2,8). In diese Verheißung hat er jetzt uns als Gesandte an Christi statt treten lassen (2.Kor 5,20). Christus hat durch sein Leiden Frucht erworben (Jes 53,10). Wir wirken in der Aufgabe mit, Ihm diese Frucht aus jedem Stamm, jeder Sprache, jedem Volk und jeder Nation zu Füßen zu legen (Offb 5,8.9).
Die Verkündigung des Evangeliums auf der ganzen Erde ist zweifellos das gewaltigste Unternehmen der Menschheitsgeschichte. Es darf nicht das Anliegen einer Minderheit oder die romantische Träumerei weniger Idealisten bleiben. Alle Gläubigen müssen daran teilnehmen, in welcher Form auch immer. Einige Missionsgesellschaften sind in die Lücke getreten, die entstanden ist und größer wird, weil so viele Gemeinden nur auf ihren eigenen Bereich sehen. Für diese Mühe sollen wir ihnen dankbar sein. Aber Weltmission ist das Privileg der Gemeinde, nicht die Aufgabe von Gesellschaften, an die wir diesen Dienst delegieren. Wir wollen nicht nur an unser Jerusalem denken (Apg 1,8). Unser Auftrag reicht weiter, bis an die Enden der Erde!
2. Weltmission – eine Idee aus dem Herzen Gottes – Teil 2
„…Er wird sein Volk erretten von seinen Sünden!“ Wer ist das? Immanuel, „Gott mit uns“. Mit Jesus Christus betritt Gott diese Welt, um „mit uns“ zu sein, um Sein Volk von seinen Sünden zu erretten. Sein Volk? Ist er nur gekommen, um die Juden zu erretten, sein auserwähltes Volk, seinen Augapfel? Hätte der Herr vorgehabt, nur Israel zu erretten, so hätte das Wort in Jes.8,10 wohl nicht von „Immanu-el“, sondern von „Immanu-Jahwe“ prophezeit. Wo liegt der Unterschied? „Jahwe“ war der Bundesname des allerhöchsten Gottes für Israel. „El“ war der allgemeine Ausdruck für Gott, der auch von den Nachbarvölkern Israels verwendet wurde. Wer hier den verfluchten Erdboden betritt, ist der fleischgewordene „El-Schaddai“, der allerhöchste Gott aller Menschen, nicht nur der Bundesgott Israels. Was Er von jeher in Seinem Herzen gehabt hat, nimmt nun Gestalt an. Gott wollte „den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Begnadigung kundtun“, (Röm.9,23), und „Nicht-mein-Volk mein Volk nennen und die Nicht-Geliebte Geliebte“ (Röm.9,25).
Gerade Matthäus, der seinen Evangeliumsbericht für das Empfinden eines jüdischen Lesers geschrieben hat, beginnt mit diesem Hinweis auf die Errettung Seines Volkes und endet mit dem stärksten Aufruf zur Evangelisation der Nationen, den wir im NT haben. Auf dem Weg dorthin läßt er Jesus als die Erfüllung alttestamentlicher Prophetie erscheinen. Er zeigt Seinem Volk mit den Worten der Propheten die Absicht Gottes, sich der Nationen zu erbarmen. Dieser Jesus ist der Knecht, der Geliebte, von dem Jesaja weissagt, das Licht der Nationen und der, auf dessen Namen die Nationen hoffen werden (Mt.12,18-21; Jes 42,1-9).
Jesus hat selbst diesen Blick für die Welt nie aus den Augen verloren, auch wenn Er sagt, „ich bin gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel“. Er war zuerst der Messias Israels, aber Er hat Sein Leben als guter Hirte auch für die Schafe aus dem anderen Hof gelassen (Joh.10,16). Er hat schon am Anfang Seines Wirkens von den wahren Anbetern gesprochen, die in Geist und Wahrheit anbeten, und nicht an einem bestimmten Ort. Aber noch mehr! Der Vater sucht solche Anbeter, Sein Herz ist darauf gerichtet, aus allen Nationen Menschen zu gewinnen, die in wahrhaftiger Anbetung, d.h. aus der Kraft des Heiligen Geistes, vor Ihm stehen. Das Blut des Lammes ist geflossen, weil der Vater aus jedem Stamm und jeder Sprache, aus jedem Volk und jeder Nation die wahren Anbeter vor dem Thron des Lammes sehen wollte (Offb.5,9). Die Anbetung der Heiligen hat den hohen Preis, mit dem der Herr Jesus aus allen Nationen für Seinen Vater ein Königtum von Priestern erkauft hat. Er ist wahrhaft würdig, unsere ganze Ehre und Anbetung dafür zu empfangen!
Aber wie können wir Ihm aufrichtig danken und Ihn mit Lobpreis erheben, der sein Blut für das Blut der Völker gegeben hat, wenn wir uns nicht danach sehen, Ihnen allen einmal vor Seinem Thron zu begegnen. Jesu letzte Worte im Matthäusevangelium waren nicht als wärmender Zuspruch für ein beschauliches Christendasein gedacht, sondern als begleitende Verheißung für den davorstehenden Auftrag. „Geht hin und macht alle Nationen zu Jüngern… und ich werde bei euch sein alle Tage…“ (Mt.28.19.20).
Auf Verheißungen berufen sollten wir uns nur, wenn wir uns in Situationen begeben oder befinden, die dem Inhalt der Verheißung angemessen sind. Die Sorge Gottes um diese Welt hat Ihn dazu bewegt Immanuel zu werden. Unsere Antwort darauf ist, mit Ihm zu sein, d.h teilzunehmen an Seiner Sorge, Seiner Barmherzigkeit, Seinem Verlangen zu erretten.
3. Weltmission – ein dynamische Prozeß
Gedanken zur Apostelgeschichte
Viele Gedanken und Überlegungen haben die Jünger in den letzten Tagen bewegt, in denen der Herr Jesus auf dieser Erde war. Wird er Israel das Reich wieder herstellen? Wird er seine königliche Macht allen sichtbar machen und die Herrschaft ergreifen? War es nicht naheliegend, in dieser Erwartung den Herrn zu fragen, ob jetzt die Zeit dafür gekommen sei? Aber Jesus hat ihnen einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. „Jetzt ist nicht die Zeit, über meine Herrschaft in diese Welt zu reden, sondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein!“ Die Jünger haben noch nicht verstanden, daß es nicht um das „Reich von dieser Welt“ geht. Ihre Gedanken kreisten um Israel, und sie haben die Worte Jesu wieder einmal nicht erfaßt: „…sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erde.“ (Apg.1,8).
Pfingsten war der Startschuß Gottes für eine weltweite Evangelisation. Menschen aus aller Herren Länder waren anwesend und hörten die Frohe Botschaft in ihrer eigenen Sprache. So wollte es Gott von Anfang an. Pfingsten ist das Ende der babylonischen Sprachverwirrung. Die durch ihre Gottlosigkeit zerstreuten Menschen, werden in Christus wieder vereint. Die Fernen sind durch das Blut des Christus nahe geworden, er hat Frieden stiftend die Getrennten in sich eins gemacht (Eph.2,13ff). Dort hat ein Prozeß begonnen, der unaufhaltsam diese Welt erobert hat, nicht als ird. Reich, sondern als lebendige, wachsende Gemeinde Gottes. Die Jünger haben die verheißene Kraft an diesem Pfingsttag empfangen und vom ersten Tag an war klar: „In der Kraft dieses Geistes wird alles möglich sein, was sich Gott vorgenommen hat durch uns zu tun.“ In dieser Kraft sind sie hingegangen und haben gepredigt, geheilt, Verfolgung ertragen und begonnen als Gemeinde Jesu ein Leben zu führen, das die Welt bis dahin nicht gekannt hat. Keiner hat von sich aus Mut gehabt, keiner war von Natur ein Held, alle hatten nötig um Freimütigkeit zu bitten und um die ausgestreckte Hand Gottes, zu Zeichen und Wundern seiner Vollmacht und Bestätigung des Evangeliums Jesu (Apg.4,29.30; Hebr.2,4).
In dieser Kraft haben die ersten Märtyrer ihren Tod mit erhobenem Blick ertragen, hat die Gemeinde ihre Zerstreuung nicht nur hingenommen, sondern zum mutigen Zeugnis in dieser Welt gemacht. So hat Gott seinen Weg zur Evangelisierung der ganzen Erde begonnen: Jerusalem, Judäa, Samaria und dann schrittweise auch in die Heidenwelt hinaus. Immer wieder hat der Geist Gottes eingreifen müssen, um den Jüngern das Verständnis für seinen Plan ein Stückchen weiter zu öffnen. Starre Vorstellungen von dem, wo und wie Gott wirkt, mußten erst zerbrochen werden, ehe z.B. ein Hauptmann Kornelius die Frohe Botschaft hören durfte. Gerne hätten gesetzestreue Juden das Evangelium in ein Kleid gezwängt, daß ihren Vorstellugen angenehm gewesen wäre. Aber Gottes Souveränität erlaubt keine irdische Kleinkrämerei, er allein bestimmt, was zu welcher Zeit an welchem Ort auf welche Weise zu geschehen hat.
Auf diesem Weg einer unbedingten Anerkennung der souveränen Führung durch den Heiligen Geist war es möglich, daß innerhalb einer Generation der Auftrag Jesu von Apg.1,8 in seinen Grundzügen erfüllt wurde. Diese Geschichte beginnt in Jerusalem und endet in Rom. Dazwischen liegt die Evangelisation des Nahen Ostens und Griechenlands. In so kurzer Zeit wurden die Grenzen eines Kontinents überwunden und das „asiatische Christentum“ kam in ein heidnisches Europa. Diese gewaltige Dynamik ist Ausdruck eines unverrückbaren Retterwillens unseres Gottes. Er will erretten. Er will, daß das Blut seines Sohnes nicht umsonst diesen Erdboden benetzt hat. Deshalb ließ er seine Gesandten auch nicht in ihrer eigenen Kraft hinziehen, überließ sie nicht ihrer Fehlbarkeit sondern gab seine Kraft dazu, um Ziele zu erreichen, die jenseits von „Vorstellbar“ liegen.
Das ist die Herausforderung, die heute gilt: Glauben wir, daß die Dynamik, die Gott durch seinen Heiligen Geist seinem Werk aufgeprägt hat, auch heute weit über unsere Grenzen hinaus wirksam ist? Können wir persönlich und als Gemeinden Wagnisse eingehen, die nur dann nicht zum Schiffbruch führen, wenn Gottes Verheißungen Wahrheit sind? Wie schön, daß wir einen Teil dieser göttlichen Dynamik auch hier beobachten dürfen, aber reicht sie nicht weiter? Was immer im Detail unsere persönliche Aufgabe in diesem Werk sein mag, allgemein gilt: „Herausgenommen und gesandt, um ihre Augen aufzutun, damit sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott, damit sie Vergebung empfangen und ein Erbe unter denen, die durch den Glauben an mich geheiligt sind“ (Apg.26,17.18).
4. Weltmission – die persönliche Herausforderung
„So wie der Vater mich gesandt hat, so sende ich auch euch.“ – Joh.20,21. „Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung!“ – Mk.16,15. Wem galten diese letzten Worte Jesu? Hatte er einzelne aus seinen Jüngern erwählt und zu Anführeren der Weltevangelisation gemacht? War der Auftrag von Mt.28,19.20 und Apg.1,8 für die Elite der Evangelisten bestimmt? Niemand würde das ernsthaft annehmen und doch lebt ein großer Teil der Christen weltweit so. Wir brauchen keine speziellen Aufforderung für die Evangelisation der ganzen Erde, weder an einzelne Gemeinden oder noch an einzelne Gläubige. Leider wird Mission vielerorts als etwas Fremdes betrachtet, vielleicht gut für einen Missionsvortrag, aber nicht für Gemeinderealität, geschweige Gemeindepriorität.
Es lohnt sich, darüber nachzudenken, was denn eigentlich Priorität in unseren Gemeinden hat und im persönlichen Leben des geschätzten Lesers. Die oben zitierten Verse waren die Priorität des Herrn Jesus, die er seinen Jüngern übertragen hat. Seine Priorität war die Welt. Schließlich kam er ja als Licht „in die Welt“, um „jeden Menschen zu erleuchten“, Joh.1,9. Aus seinem Mund hören wird die Worte: „Auf das ich die Welt errette.“ Joh.12,46. Er ist nicht nur die Sühnung für unsere Sünden sondern, wie uns Johannes weiter schreibt, auch „für die ganze Welt“ – 1.Joh.2,2. Sein Herz hat für diese Welt geschlagen, wofür schlägt das unsere?
Wenn wir uns der Herausforderung in der richtigen Weise stellen wollen, dann müssen wir den ganzen Plan sehen (vgl. die Ausführungen über Apg. i.d. letzten Ausgb.). Wir können nicht das „Ende der Erde“ erreichen, ohne vorher „Judäa und Samaria“ durchzogen zu haben; vgl. Apg.1,8. Weltmission geht von dort aus wo wir stehen, aber sie endet nicht dort. Woher sollen die Missionare für diese Welt kommen, wenn nicht Menschen hier und heute für dieses Werk Gottes zuerst einmal errettet werden. Wollen wir Menschen für unsere Gemeinden bekehren, damit wir in unseren Versammlung stolz die Früchte unseres Wirkens bestaunen können? Es braucht nicht viele Mechaniker, damit das Auto fährt. Wenn alle in der Werkstatt bleiben und nur reparieren wollen, wir das Fahrzeug bald zu Tode repariert sein, ehe es richtig zum Fahren kommt. Das Ziel ist, daß das Auto bis ans Ende der Welt fährt, und wir müssen klug sein, die dafür notwendigen Maßnahmen zu setzen.
Darin liegt die persönliche Herausforderung für jeden: Zu erkennen, daß die Prorität des Herrn auch meine eigene werden muß und zu fragen: „Wo ist in diesem Stück mein Part?“ Es gibt keinen Bereich der Gemeindearbeit, der nicht in diesem Zusammenhang zu sehen ist. Kinder- und Jugendarbeit, beispielsweise, ist der ideale Boden für gezielte Vorbereitung und Hinführen zu dieser Aufgabe. Sollte es nicht unser brennendes Gebet sein, daß der Herr Jesus aus unseren Kindern Leute macht, die hingehen in diese Welt, in den Fußstapfen derer, die schon vor ihnen gegangen sind? Vielleicht sogar in unseren eigenen? Wo einer seine Spur zieht, hängt von der persönlichen Berufung und Begabung ab, aber die Richtung bestimmt der Herr. In seinen Fußstapfen wandeln wir, 1.Pt.2,21, und diese gingen mitten hinein in diese Welt.
Die Tränen, die wir im Ringen um die Evangelisation dieser Welt vergießen, in dem unstillbarem Verlangen, einmal gemeinsam mit Stämmen, Völkern und Sprachen vor dem Thron des Lammes zu stehen und anzubeten, wird der Herr nicht verachten. Er will, daß wir uns und ihm keine Ruhe lassen, Jes.62,6.7, ihn an seine Verheißungen zu „erinnern“.
Dr. Herwig Kunze ist 37 Jahre alt und lebt mit seiner Familie (2 Kinder mit 4 und 6 Jahren) seit dem Frühjahr 95 in Bad Aussee. Mit seiner Frau Margit war er an der Gemeindegründung in Bad Goisern beteiligt, wo sie auch jetzt noch ihre geistliche Heimat haben. Die Ansiedlung im nordwestlichen Eck der Steiermark hat mit neuen geistlichen und beruflichen Perspektiven zu tun. Seit Oktober arbeitet Herwig als Lungenfacharzt in seiner Ordination in Liezen. Für das Thema Weltmission hat der Herr ihm ein besonderes Herzensanliegen geschenkt, das er in seiner Gemeinde und darüber hinaus vertreten möchte.