Gemeinde & Mission
Vorwort

Wenn wir nicht wissen, was wir bitten sollen, wie sich’s gebührt (Vorwort 63)

von Colvin Fred

Gemeinde und Mission ist unter anderem dazu da, Mitarbeitern im In- und Ausland ein Forum zu geben, damit sie uns informieren, wie wir für sie beten sollen. Konkrete, aktuelle Anliegen werden einer breiten Leserschaft mitgeteilt. Ich werde die Freude der alten Gebetskämpferin Gertrud Göschl nie vergessen: „Oh, preist den Herrn! G&M ist wieder da. Ich habe neuen Stoff für mein Gebet!“Viele Gebetsanliegen sind ohnehin selbstverständlich. Die Kinder der Missionare sind besonderen Herausforderungen ausgesetzt. Sie lernen alle Fächer in einer Fremdsprache. Aufgrund des Glaubens ihrer Eltern und ihrer Herkunft sind sie Außenseiter. Oft sind ihre Eltern sehr beschäftigt und der Papa ist viel auf Reisen. Das ist Gebetsstoff!

Auf manchen Missionsfeldern ist die Gesundheit der Missionare besonders gefährdet. Viele Mitarbeiter haben lebenslänglich mit Malaria zu kämpfen. Vergessen wir nicht, den Herrn um Bewahrung, Heilung und Genesung anzuflehen.

Missionare sind selten geistliche Riesen. Sie sind mit denselben Problemen wie wir behaftet. Ihre Ehe und ihr geistliches Leben sind uns auch ein Anliegen. Meine eigene Erfahrung im geistlichen Bereich treibt mich für andere auf die Knie: „Herr, öffne dem Uwe dein Wort! Offenbare dich selbst. Erfülle ihn mit deinem Heiligen Geist. Er hat deine Kraft für seinen Dienst bitter nötig!“

Und dann die Finanzen: Selbstverständlich wird dieses Anliegen in G&M nicht erwähnt. Über die Jahre durfte ich viele Mitarbeiter im Ausland und hierzulande besuchen. Bisher erlebte ich nie, dass ein Missionar über zu viel finanzielle Unterstützung klagte. Hätten sie aber einmal zu viel, so würden sie das Geld in die Ewigkeit investieren. Oft hatten sie gerade noch das, was sie zum Leben brauchten, manchmal zu wenig, um wirksam zu arbeiten. Fast jeder war „seines Lohnes wert.“ Es war nicht selten zu hören, dass die Ältesten der Sendungsgemeinde nicht ausreichend über ihre Verhältnisse im Bild waren; sie erkundigten sich nicht.

Das Glaubensprinzip wird unter unseren Mitarbeitern groß geschrieben. Bei uns allen soll es genauso sein. Wir sollen mit dem Herrn über die Verhältnisse der Mitarbeiter sprechen und auch über unsere Verwaltung der Mittel, die er uns zur Verfügung stellt. Eines sollten wir zur Kenntnis nehmen: Wenn der Benzinpreis bei uns steigt, dann ist es auch in Bulgarien so. Wenn wir monatliche Verbindlichkeiten haben, dann auch die Mitarbeiter in Kroatien.

Was können wir aber tun, „wenn wir nicht wissen, was wir bitten sollen, wie sich’s gebührt?“ Ich habe gelernt, mich an Paulus‘ Gebeten und Gebetsanliegen zu orientieren. Hast du das probiert? Der Apostel war oft eine Monatsreise vom Empfänger entfernt und hatte wenig Information, aber er wusste, was er beten sollte.

Versuche es mal! Lies zuerst Kolosser 4,3.4. Nimm diese Anliegen mit in dein Gebet. „Oh Herr, öffne du dem Sdravko eine Tür für das Evangelium. Schenke ihm von Gott geführte Gelegenheiten und hilf ihm, den richtigen Zugang zu den Herzen zu finden. Führe du ihn in der Vorbereitung, und hilf ihm, die Botschaft aus dem Himmel zu bringen!“ (vgl. Eph. 6,18-20; 2. Thes. 3,1).

Super! Kolosser 1,9-12 ist für eine junge Gemeinde geschrieben. Aber die dort ausgesprochenen Anliegen sind ebenso relevant für mein Leben! Wenn du nicht weißt, was du für Peggy und mich beten kannst, würdest du mit dem folgenden Gebet ins Schwarze treffen: „Herr, erfülle Fred und Peggy mit der Erkenntnis deines Willens. Oh Herr, ich flehe, dass sie in der Überzeugung reif werden, damit ihr Leben und ihre Werke dir Ehre bringen. Speise sie mit geistlicher Energie, befähige sie zu guten Werken und zu Langmut und schenke ihnen Freude an dir und an deinen Segnungen.“ (vgl. Eph. 1,16-23; 3,14-21; Phil. 1,9-11; 2. Thes.1,11; etc.).

So können wir beten, wenn wir nicht wissen, was wir bitten sollen.

Fred Colvin