Beurteiler des Herzens
Wer kann schon sein Herz beurteilen? Und doch fordert der Herr uns auf: „Verhärtet eure Herzen nicht!“ (Hebr 3,8). Die Hebräer hörten Gottes Wort, aber sie wendeten sich davon ab. Sie hörten Seine Stimme, aber sie verschlossen ihr Herz davor. Manchmal beten wir: „Herr, rede zu uns!“ Aber wie werden wir reagieren, wenn wir Seine Stimme hören?
Die schlimmsten Probleme und Katastrophen, die damals über die Gläubigen hereingebrochen sind, begannen wohl in ihrem eigenen Herzen. „Allezeit gehen sie in die Irre mit dem Herzen.“ (Hebr 3,10). Der Vers erschreckt mich und ich frage: „Wie kann man das bloß vermeiden?“
So viel geht in unserem Herzen vor sich, die innersten Gedanken laufen dort ab, Dinge, die niemand wissen kann und soll. Wem wollen wir Zutritt geben zu unserem Herzen, und wer kann überhaupt beurteilen, was darin vor sich geht? Mir ist klar, dass der Herr mich zu einem Menschen mit Gefühlen, Ideen, Wünschen und Intuitionen gemacht hat. Aber bedeutet das, dass somit alle meine Gefühle richtig sind? Mein Verstand ist von Gott, und ich soll ihn benutzen, aber sind alle meine Überlegungen und Folgerungen gut in Seinen Augen? Jetzt möchte ich euch ermutigen, denn zur Beurteilung unseres Herzens gibt es Hilfe.
„Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, … ein Beurteiler der Gedanken und Gesinnungen des Herzens“ (Hebr 4,12). Gottes Wort hilft mir – ich kann meine Ideen damit vergleichen, ich kann meine Emotionen beurteilen. Ich möchte nicht alles aus dem Bauch heraus entscheiden ohne die Entscheidung mit Gottes Wort zu beurteilen. Wie gut, dass wir so ein wertvolles Instrument haben!
Wenn wir uns dem Wort auseinandersetzen, merken wir, dass es nicht einfach ein chirurgischer Eingriff ist, mit kaltem Stahl. Wenn wir mit Gottes Wort in Berührung kommen, begegnen wir dem Herrn Jesus, der uns liebt. Wir haben es direkt mit Ihm zu tun! Er hat Mitleid mit unserer Schwachheit, Er kann Sünde und falsche Regungen im Herzen zeigen und sorgt so dafür, dass wir nicht mit unserem Herzen in die Irre gehen. Vor Seinen Augen ist alles „bloß und aufgedeckt“. (Hebr 4,13). Er ist es ja, der uns zuruft: „Heute, wenn ihr meine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht!“ (Hebr 3,15).
Was ist das Gegenteil eines harten Herzens? Ein weiches! Mein Entschluss steht fest: Wie der König Josia will ich mein Herz weich machen, wenn der Herr zu mir spricht (2. Kö 22,19). Ich brauche das Wort Gottes als Beurteiler des Herzens. Und du? Nimm dir fest vor: „Ich will auf den Herrn hören, wenn er zu mir spricht – mit einem weichem Herzen.“
Andreas Lindner