„Gekommen, um zu erfüllen“
„Nächstenliebe ist mein Beruf“, sagt mein Freund. Er ist Altenpfleger, und macht das sehr gern. Er hat sozusagen sein Hobby zum Beruf gemacht.
Das Gesetz fordert Nächstenliebe. Wir stimmen zu: Das ist eine gute Forderung. Aber wie kann die Forderung des Gesetzes in uns erfüllt werden? (vgl Röm 8,4). Das geschieht durch den Herrn Jesus, denn er ist „nicht gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzulösen, sondern zu erfüllen“ (Mt 5,17).
Der Herr hat sich vorgenommen, so in seinen Jüngern zu wirken, dass die Menschen ihren Charakter und ihre guten Werke sehen. Den Beobachtern wird dabei klar, dass Gott etwas damit zu tun haben muss. Einige dieser Menschen werden dadurch so neugierig, dass sie sich später bekehren und unseren Vater im Himmel verherrlichen (Mt 5,16). Ist das nicht wunderbar? Wahrscheinlich hat dieses Prinzip auch bei deiner Bekehrung eine Rolle gespielt. Stimmt´s?
Um das Gesetz in diesem Sinn zu erfüllen, lehrte der Herr Jesus die Gebote (Mt 5,19). Das haben die Schriftgelehrten auch getan, aber trotzdem werden weder sie noch ihre Zuhörer in das Reich der Himmel eingehen (Mt 5,20). Deswegen hat der Herr die Nächstenliebe nicht nur gelehrt, sondern auch vorgelebt. Jesus steht einfach für Nächstenliebe. Aber er sollte da nicht allein stehen. Wer so lebt wie der Herr Jesus erfüllt auch das Gesetz der Nächstenliebe.
Der Herr Jesus ist gestorben und hat seinen Geist gesandt, damit die Forderungen des Gesetzes in unserem Leben erfüllt werden (Röm 8,4). Das geschieht, wenn wir uns dem Herrn ganz ausliefern und von seinem Geist geleitet werden. Dann beginnt ein Prozess der Umwandlung, von innen heraus. Wir werden verwandelt durch die Erneuerung unseres Sinnes (Röm 12,1.2). Gott hat uns zuvor bestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichförmig zu sein. Dazu können auch verschiedene Schwierigkeiten beitragen. Auch Hudson Taylor hat das erlebt und schreibt davon (siehe Seite …). Giorgio de Angelis berichtete auf der Konferenz in St. Johann vom Erdbeben in L´Aquila und von Gottes Wirken danach.
Gott will, dass wir dem Bild seines Sohnes gleichförmig werden. Das ist für mich wie ein Versprechen von Gott. Warum ich so eine Verheißung brauche? Ich stecke zwar erst mitten in diesem Umformungsprozess, aber er wird gelingen! Gott wird zum Ziel gelangen, denn sein Sohn ist gekommen, um zu erfüllen, was geschrieben steht. Deswegen sollen wir uns fest entschließen: Ich werde auch auf dieses Ziel hinarbeiten. Sein Ziel soll mein Ziel sein. Es soll das Wichtigste in meinem Leben sein, mein Leben dem Herrn für dieses Ziel zu übergeben, Tag für Tag.
Andreas Lindner