Der Prinz und der Bettelbub
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Jetzt ist Advent. Advent heißt „kommen“. Wir erinnern uns daran, dass der Herr der Herrlichkeit gekommen ist, in Armut, in die Familie von einfachen Handwerkern. In vielen Weihnachtsliedern singen wir auch davon, dass der König wieder kommen wird. Das können wir erwarten. Und er möchte heute zu uns kommen, um uns seinen Frieden zu geben – das können wir erleben.Mark Twain erzählt die Geschichte vom Prinz und vom Bettelbuben. Beide sind 12 Jahre alt und sehen fast gleich aus. Der Prinz tauscht seine Kleider mit dem Bettelbuben. Als er sich so im Park umsieht, wird er von den Soldaten gepackt und hinausgeworfen. Er protestiert, aber sie erkennen ihn nicht. Der Prinz kann nicht mehr in den Palast zurück. In den nächsten Monaten zieht der kleine Prinz unter Bettlern und Räubern durchs Land. Er hungert und friert. Er wird von Richtern und Reichen ungerecht behandelt. Er leidet unter ungerechten Gesetzen, teilt die Not der Ärmsten. Und dabei ist er der zukünftige König!
In dieser Zeit stirbt sein Vater, und er kann nicht mal bei ihm sein. Furchtbar. Er beginnt, die Not des Volkes zu verstehen. Nach einigen Monaten kommt der Prinz zurück, und wird zum König gekrönt. Er ist ein sehr milder König, er versteht das Volk und hat Mitleid. Dieser Junge wird der beste König von England, und der beliebteste. Oft beschweren sich die Fürsten, dass er zu gütig ist. Dann sagt der junge König: „Mein Volk und ich, wir wissen wie Armut aussieht, aber ihr Fürsten habt keine Ahnung davon.“
Wirklich, das wäre ein idealer König: der seine Macht nicht missbraucht, sondern sie für das Volk benutzt; der sein Volk versteht, weil er jede Not selbst erlebt hat.
Im Advent erinnern wir uns daran, dass der Herr der Herrlichkeit gekommen ist, in Armut, in die Familie von einfachen Handwerkern. In vielen Weihnachtsliedern singen wir auch davon, dass der Friedefürst wieder kommen wird. Er wird Frieden bringen. Das brauchen wir auch. Er ist ein idealer König, weil er die Not kennt, die Armut und Unruhe. Er hat es selbst erlebt und versteht uns ganz. Frieden in der Welt wird es erst geben, wenn der König zurückkommt, wenn der ideale König herrscht.
Und bis dahin? „Meinen Frieden gebe ich euch, nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz werde nicht bestürzt, seid auch nicht furchtsam“ (Joh. 14,27). Der Herr wurde ungerecht behandelt. Er hat die schlimmsten Dinge erlebt, die man sich vorstellen kann. Sein Friede blieb. Sein Friede ist nicht von der Situation abhängig. Der Friede des Herrn ist tiefer. Diesen Frieden gibt es bei Ihm, im Leben mit Ihm. Er kostet nichts, es ist ein Geschenk. Die Folge davon ist, dass wir in jeder Situation Trost und Halt bei Ihm finden. Das Herz wird gestärkt, wenn ich sehe, was der König für mich auf Sich nahm.
Advent heißt also „kommen“. Wir erinnern uns daran, dass der Herr der Herrlichkeit kommt. Er ist nach Bethlehem gekommen. Er wird als Friedefürst wiederkommen. Und er möchte heute zu uns kommen, und uns seinen Frieden geben. Ist er heute schon zu dir gekommen?