Liebe ist… (Vorwort 45)
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Liebe ist …
„Liebe ist nicht, wenn man sich gegenseitig anblickt“ – ineinander versunken – „sondern wenn man gemeinsam in eine Richtung blickt“ (Antoine de St. Exupéry). Dann sind Herzen und Hände vereint und das Verlangen der Gläubigen trachtet in eine Richtung. Das ist etwas ganz besonderes, wie wir auch in Ps 133 lesen: „Siehe, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen!“ Es fällt sofort auf, wenn Menschen gut miteinander auskommen, sich gegenseitig ermutigen und helfen.
Das ist bemerkenswert, und wir sollten uns von solchen Familien oder Gemeinden etwas abschauen. Wie ist es zu dieser Eintracht gekommen? Wie wird sie erhalten? Es ist wohltuend, so etwas zu erleben oder zu so einer Gemeinschaft zu gehören. Ein Band der Freundschaft vereint diese Gruppe. Was mag die Grundlage sein? „Das stärkste Band zwischen zwei menschlichen Herzen ist eine tiefe Liebe zum Herrn Jesus“ (Darby).
Das Gegenteil von dieser wertvollen Einheit finden wir unter den Dingen, die der Herr hasst: „… wer Zwietracht ausstreut zwischen Brüdern“ (Spr 6,16-19). Die Einheit muss sich also bewähren, denn sie wird angegriffen und kann zerstört werden. Familien können entzweit werden, Freundschaften können zerbrechen, Gemeinden können gespalten werden. Eintracht und Liebe sind das Gegenmittel.
Womit soll man diese Eintracht unter Geschwistern vergleichen? Sie ist zuerst „wie das köstliche Öl auf dem Haupt … Aarons“ (Ps 133,2). Das Öl, mit dem der Hohepriester Aaron gesalbt wurde, war sehr kostbar. Es bestand aus wohlriechenden Kräutern und war etwas ganz besonderes. In der selben Weise ist die Einmütigkeit etwas sehr kostbares, ein Schatz, den wir suchen und bewahren sollen. So wie sich der Duft des Salböls verbreitet hat, so ist auch die Liebe angenehm wie ein Duft, der sich verbreitet und andere ermutigt.
Der zweite Vergleich erinnert uns daran, wie sehr ein trockenes Land auf Tau angewiesen ist. Das einträchtige Zusammenwohnen ist „wie der Tau des Hermon, der herabfällt auf die Berge Zions“ (Ps 133,3). Aus den Wolken, die sich am Hermon, dem höchsten Berg Israels, sammeln, fällt der tägliche Tau. So wie der Tau sich verbreitet, verbreitet sich auch der Segen der Einheit. So notwendig wie der Tau für dieses trockene Land ist, so notwendig ist Eintracht – ohne Liebe gibt es eine geistliche Dürre. Der Tau ist erfrischend für das Land, und Freundschaft erfrischt die Seelen.
Wie wird sich diese Gemeinschaft auswirken? Wo die Geschwister so leben, „hat der Herr den Segen verordnet, Leben bis in Ewigkeit“ (Ps 133,3). Die Gläubigen, die so zusammenhalten, werden wachsen und das ewige Leben tiefer genießen. Außerdem wird diese Einheit und Liebe auffallen, und die Menschen in der Finsternis werden das Licht sehen. Liebe untereinander ist ein Zeugnis, und viele werden das ewige Leben finden.