Gemeinde & Mission
Vorwort

Vorwort 105: „Tränen und Quellen (Psalm 84,7)“

von Lindner Andreas

Durch die Gnade des Herrn und durch die Gebete der Geschwister erleben wir: „Durchs Tränental gehend machen sie es zu einem Quellenort.“

Ja, es gibt Grund zum Weinen. Viele Tränen werden noch vergossen. Das ist die Realität. Wir werden vom Herrn bewahrt, wie er versprochen hat. Aber in dieser Bewahrung geht es auch manchmal durch ein Tränental. Der Herr hat nie versprochen uns von allem Schmerz und Leid fernzuhalten.
Aber der Herr macht es möglich, dass wir trotz all dem Leid nicht abgestumpft sind und weinen können. Er selbst hat am Grab seines Freundes Lazarus geweint (Joh 11,35). Aber dort hat der Herr auch eine Quelle des Segens und der Freude geöffnet: Er hat gezeigt, dass er die Auferstehung und das Leben ist, indem er Lazarus auferweckte.
Vielen von uns ist das erlebte Leid eine Quelle ewigen Heils geworden: Jemand hat sich das Bein gebrochen und das hat zu seiner Bekehrung beigetragen. Ein Freund hatte Gehirntumor und fand zum Herrn.
Das Leid, das wir erleben, kann auch ein Segen für andere werden. Das war beim Herrn ebenso: Er litt furchtbar und wir wurden dadurch gesegnet.
Der Herr führt auch uns manchmal durch ein Tal der Tränen. Aber der Herr wirkt in uns und durch uns, sodass in diesem Tal, vielleicht wenn wir ganz unten sind, Quellen aufbrechen, die anderen zum Segen werden. Sie können dann aus diesen Quellen trinken.
Mein Freund besuchte mich am Todestag meines Sohnes und weinte mit mir. Unter Schluchzen sagte er: „Ich habe vier Söhne und du hast keinen mehr.“ Dann beteten wir mit Tränen für geistliche Söhne. Wir hoffen, dass der Herr viele durch uns segnen wird. Das ist möglich, durch jeden von uns, auch durch dich. Denn der Herr hat verheißen: „Durchs Tränental gehend machen sie es zu einem Quellenort.“

Andreas Lindner