Vorwort 106: „Die wertvollste Einschätzung: vor Gott bewährt (2. Tim 2,15)“
„Was denken die anderen von mir, wie schätzen sie mich ein?“ Dieser Gedanke kann hilfreich sein um ein klares Bild von sich selbst zu bekommen. Wir können uns nämlich selbst als zu gut oder zu schlecht einschätzen. Aber wichtiger als die Frage wie andere uns beurteilen, ist wie der Herr uns sieht. Wir sollten uns bemühen so zu leben, dass der Herr uns lobt. Dann werden wir bald hören: „Gut getan, du guter und treuer Knecht …“ (Mt 25,23).
Manche genießen es so sehr, dass andere sie bewundern und loben, dass sie fast süchtig danach werden. Im Ruhm zu baden ist gefährlich, man kann darin ertrinken.
Der Wunsch nach Bewunderung und Lob kann uns in die falsche Richtung führen. „Ein Mann, der seinem Nächsten schmeichelt, breitet ein Netz aus für seine Tritte.“ (Spr 29,5).
Wenn wir erkennen wie schnell sich die Meinung der Leute ändert, wird sie uns weniger wichtig. Paulus wurde in Lystra von denselben Leuten zuerst bejubelt und dann gesteinigt (Apg 14). Beim Einzug in Jerusalem wurde der Herr Jesus von der Volksmenge begrüßt und bejubelt (Joh 11) und ein paar Tage später rief sie: „Hinweg mit ihm! Kreuzige ihn!“ (Joh 19).
Der Jubel und das Lob der Menschen sind oft nicht von Dauer und nicht so ernst gemeint. Aber Gottes Einschätzung ist ernst gemeint und von Dauer. Sie ist auch wertvoller. Deswegen sollten wir uns vornehmen vor allem Ihm zu gefallen. Fasse den Entschluss: Ich will so leben, dass es Gott gefällt. Darum will ich mich bemühen. „Strebe danach, dich Gott bewährt darzustellen …“ (2. Tim 2,15).
Andreas Lindner