Gemeinde & Mission
Vorwort

Vorwort 107: „In nichts zu Schanden werden Phil 1.20“

von Lindner Andreas

Paulus ist sicher, dass er nicht versagen wird. Er ist noch nicht am Ziel und weiß, dass noch einige Hürden vor ihm liegen, aber er weiß genau, dass er nichts tun wird, wofür er sich irgendwann schämen muss. Das bedeutet nicht, dass er nie mehr sündigen wird, sondern dass er die vor ihm liegenden Prüfungen bestehen wird. Woher weiß er das? Und wie kann ich ebenso bestehen?

Er schreibt: „… durch euer Gebet und Darreichung des Geistes Jesu Christi, nach meiner sehnlichen Erwartung und Hoffnung, dass ich in nichts werde zu Schanden werden, sondern mit aller Freimütigkeit, wie allezeit, so auch jetzt Christus hoch erhoben werden wird an meinem Leib, sei es durch Leben oder durch Tod.“ (Phil 1,19.20).

Paulus ist in Gefangenschaft, seine Zukunft ist ungewiss. Er sieht einige Prüfungen und schwierige Situationen vor sich, andere ahnt er nur. Was kann noch vor ihm liegen? Verhöre, Versuchungen, Folter, Hinrichtung oder Freilassung und viele Reisen. Er sehnt sich mit ganzem Herzen danach, dass er den Herrn nicht verunehren wird, sondern dass Christus durch ihn, durch sein Verhalten, geehrt wird. Hier drückt er die Hoffnung aus, dass das gelingen wird. Das Bestehen in diesen Prüfungen liegt also noch in der Zukunft, aber es ist schon sicher, dass er bestehen wird. Er weiß es (Vers 19).

Was braucht er um zu bestehen, um so zu leben, dass er sich nicht schämen muss und dass der Herr geehrt wird? Er bittet die Geschwister um Gebet. Der begabte und erfahrene Apostel ist auf die Gebetsunterstützung von den Gläubigen angewiesen. Ohne ihre Gebete sieht er keine Möglichkeit, die vor ihm liegenden Aufgaben zu bewältigen und Prüfungen zu bestehen.

Außerdem braucht er den Beistand des Heiligen Geistes. Der Geist wird ihm die richtigen Worte geben, auf Gefahren aufmerksam machen und Kraft geben zur Sünde „Nein“ zu sagen. Der Heilige Geist ist der Tröster und Beistand an unserer Seite. Deswegen sollten wir nichts machen, was zwischen uns und ihm stehen würde, sondern auf ihn hören, wenn er durch Gottes Wort zu uns redet.

Was muss Paulus selbst tun? Paulus sieht es als seine eigene Verantwortung, wie er Möglichkeiten nutzt und wie er in bestimmten Situationen reagiert. Er packt die Möglichkeiten zum Dienen beim Schopf. Er dankt und betet für die Philipper (v. 3, v. 9), er schreibt ihnen und unterweist sie, er evangelisiert die Soldaten, mit denen er zu tun hat (v. 13). Er sieht seine Gefangenschaft aus der Perspektive des Herrn Jesus, er sieht sich als Gefangener des Herrn und sieht, wie der Herr die unangenehmen Umstände verwendet hat (v. 12.13).

Vor uns liegen ganz andere Situationen, andere Prüfungen und Versuchungen, andere Aufgaben. Manches sind herausragende Klippen, das meiste ist grauer Alltag. Aber wir brauchen keine Angst haben zu versagen. Mit Hilfe von Gebet und mit der Hilfe des Heiligen Geistes wird es gelingen, dass wir nicht versagen, sondern dass Christus an unserem Leib hoch erhoben wird.

 

Andreas Lindner