Gemeinde & Mission
Vorwort

Vorwort 108: „Veränderungen benutzen“

von Lindner Andreas

Von Moab heißt es in Jeremia 48,11, dass das Volk über viele Jahre sorglos war, nie in Gefangenschaft geführt wurde und sich nicht verändert hat. Sie wurden nie durch Nöte und Veränderungen herausgefordert. Andere Völker erlebten viel Schlimmes, Hungersnöte, Kriege und Entführungen. Ein Krieg mit der daraus folgenden Verschleppung des ganzen Volkes ist ja nichts Positives. Wie viel Leid ist damit verbunden! Aber es kann sich positiv auswirken. Wenn Einzelne in der schwierigen Situation nahe beim Herrn leben, kann das auf ein ganzes Volk einen guten Einfluss haben. Denkt der Herr an so etwas, wenn er von „Strömen lebendigen Wassers“ redet, die aus unserem Leib hervorbrechen sollen (Joh 7,38)? Vielleicht soll es auch in unserem Leben so sein, dass wir ein Segen für andere sind, auch wenn wir durch Veränderungen und Schwierigkeiten gehen.

Als unsere Kinder Teenager waren las ich das Buch „Age of Opportunity“ (übersetzt: „Das Alter der guten Gelegenheit“). Der Autor vertrat folgende These: Im Leben der Teenager verändert sich sehr viel sehr schnell. Alle Eltern sind deswegen ganz außer sich. Aber diese Veränderungen müssen nicht negativ sein. Der Autor zeigt in seinem Buch, wie man den Jugendlichen beistehen kann, dass die Veränderungen in diesem Lebensalter positiv werden. Das hat uns natürlich damals in der Erziehung unserer Kinder angeregt.

Aber ich dachte mir, dass nicht nur Teenager eine große Veränderung erleben. Mir ist aufgefallen, wie viele Veränderungen im Leben von alten Menschen daherkommen. Sie sehen schlecht, hören schlecht, ihre Freunde und Verwandten sterben, der Ausstieg aus dem Beruf kommt etc. So vieles wird sehr schnell anders. Vielleicht will der Herr das benutzen, dass wir auch in dieser Zeit von Ihm lernen – und er will uns verändern.

Im letzten Jahr hat sich in unserem Leben sehr viel verändert. Ein Mann erzählte mir, dass sein Bruder vor vielen Jahren beim Klettern tödlich abgestürzt ist. Der Mann sagte: „Mein Bruder stürzte ab und danach war nichts mehr so wie vorher, es hat sich alles in unserem Leben verändert.“

Ich dachte mir: „Ja, aber diese Veränderung muss ja nicht nur negativ sein. Wir wollen die neue Situation nutzen, damit sich unser Leben zum Guten verändert.“ Zumindest habe ich den Eindruck, dass der Herr sich das so gedacht hat: „Denen, die Gott lieben, müssen alle Dinge zum Guten mitwirken“ (Röm 8,28). Wir können Veränderungen benutzen, indem wir den Herrn in der neuen Situation über alle Dinge lieben und Ihm vertrauen. Das kann eine Herausforderung sein. Nimm sie doch an!