Gemeinde & Mission
Vorwort

Vorwort 110: „Der Zugang (Eph 3,12)“

von Lindner Andreas

Der Zugang zum König war verwehrt. Bei Todesstrafe war es verboten in die Gegenwart des persischen Königs einzutreten, wenn er nicht gerufen hatte (Esther 4,11). Selbst die Königin Esther hatte Angst ungerufen vor den König zu treten.

Königin Esther und ihr Volk waren in großer Not und Gefahr, deswegen hätte sie dringende Bitten vor den Ohren des Königs ausbreiten wollen. Aber das war sehr gefährlich. Sie schreckte davor zurück.

Wir haben einen größeren König, den König der Herrlichkeit. Durch sein Blut haben wir Zugang und brauchen keine Angst haben vor ihn zu treten. Er hat uns gerufen. Wir können jederzeit mit Freimut vor ihn hintreten (Hebr 10,19ff). „Durch ihn haben wir Freimütigkeit und den Zugang in Zuversicht durch den Glauben an ihn“ (Eph 3,12). Wir wissen, dass wir willkommen sind, wir wissen, dass wir angenommen und geliebt sind.

Wir können jede Bitte vor unserem König aussprechen, egal welche Not oder Gefahr uns oder unseren Bekannten droht. „Lasst uns mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen zur rechtzeitigen Hilfe.“ (Hebr 4,16).

Der persische König hat seine Herrlichkeit gezeigt. Er hat rauschende Feste gefeiert. Die wunderschönen Gärten wurden geschmückt und verziert. Die Gäste wurden mit auserlesenen Speisen verköstigt. Die goldenen Becher, in denen der Wein gereicht wurde, waren alle voneinander verschieden! (Esther 1,6.7). Die Künstler hatten keine Massenware produziert, sondern jeder Becher hatte eine andere Form, war anders verziert. Und wie viele Becher es dort auf dem Fest gab!

Dadurch zeigten die Künstler die Herrlichkeit des Königs – so viele verschiedene Kunstwerke, so schön und jedes ganz anders. Wie herrlich doch der persische König war, dass er so eine Schönheit präsentieren konnte!

Und unser König, der König der Herrlichkeit? Jede Schneeflocke ist ein Kunstwerk, von allen anderen verschieden. Wie viele es davon wohl gibt? Mit verschwenderischer Schönheit ausgestattet, schmelzen sie schon bald dahin. Jede Blume, jedes Blatt ist unterschiedlich, gekleidet in größere Herrlichkeit als die reichsten Könige. Und doch verwelken sie schon bald. In solchen Details zeigt unser König seinen Sinn für Schönheit, seine Kunstfertigkeit, seinen Reichtum an Ideen. Wie viel großartiger aber ist er selbst, viel schöner als alle Dinge, die er geschaffen hat!

Wenn wir vor unseren Herrn treten, sehen wir seine Schönheit und bewundern ihn. Wir können ihn anbeten und unsere Bewunderung zum Ausdruck bringen. Wir können auch unsere Bitten und Nöte vor ihn tragen.

Wie wunderbar ist es, dass wir Zugang zum Herrn der Herrlichkeit haben! Tretet herzu!