Gemeinde & Mission
Vorwort

Vorwort 112: „Das Wichtigste im Leben „

von Lindner Andreas

„Mir doch egal, wer hier gerade reanimiert wird!“

Aus Wut über seinen blockierten Wagen hat ein Autofahrer bei einem Notarzteinsatz in Berlin den Rettungswagen demoliert und einen Sanitäter bedroht.
Der Notarzt kämpfte um das Leben eines einjährigen Kindes, das ohnmächtig geworden war. Während des Einsatzes stand der Rettungswagen in der zweiten Reihe vor dem geparkten Auto des Angreifers. Dieser wollte wegfahren. Als einer der Retter den Notfallkoffer mit der Beatmungsmaske für Kinder aus dem Wagen holen wollte, stellte sich ihm der tobende Autofahrer in den Weg und brüllte: „Verpisst euch, ich muss zur Arbeit!“

Alle, die das im November in der Zeitung lasen, waren aufgebracht. Warum? Das Leben ist wertvoll, es ist wichtig, Leben zu schützen und Leben zu retten. Das gilt auch für das Leben eines kleinen Kindes, das noch nichts leisten kann und noch keinen Beitrag zur Gesellschaft liefert. Auch wenn jemand zur Arbeit will, hat die Rettung des Lebens Priorität, das ist jedem klar, der davon hört. Arbeit ist wichtig, aber sie soll nicht unser Leben beherrschen, es gibt Wichtigeres.

Das Leben ist heilig. Es ist etwas ganz Besonderes, Gott hat es erschaffen, er hat es uns geschenkt. Wir können Leben schützen, wir können Leben retten, wir können unser Leben verwenden oder verschwenden.

Das Leben ist wichtiger als die Arbeit. Es ist wichtiger als Kleidung und Essen. Alles dies gehört zum Leben dazu. Der Herr schenkt es uns das alles, wenn wir ihn und sein Reich an die erste Stelle setzen (Mt 6,32f).

Wir verwenden unser Leben am besten, wenn wir dem Herrn von ganzem Herzen dienen und in Gemeinschaft mit ihm leben. Der Herr sucht Menschen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist (2. Chr 16,9). An ihnen will er sich mächtig erweisen.

Wenn wir mit dem Herrn leben und Gemeinschaft mit ihm haben, werden wir tiefe Freude erleben.
„Und zwar ist unsere Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohne Jesus Christus. Und dies schreiben wir euch, auf dass eure Freude völlig sei.“ (1. Joh 1,3.4).
Wir sollten uns durch nichts vom Herrn ablenken lassen, weder von der Arbeit noch von der Freizeit. Beides hat seinen Platz im Leben, aber keines soll den Platz einnehmen, den wir dem Herrn geben sollten, den ersten Platz.