Vorwort 120: „Was zwei erreichen können“
Mehr! Sie können mehr erreichen als einer. Einer kann sich nicht selbst wärmen. Er kann sich nicht aufhelfen, wenn er gefallen ist (Pred 4,9-12). Für Liebe und Freundschaft braucht man mindestens zwei. Es hat viele Vorteile, wenn man im Team arbeitet, nicht allein.
Zwei können viel mehr erreichen als nur einer. Hier ist ein Beispiel für dieses Prinzip: „Wie könnte einer Tausend jagen und zwei zehntausend in die Flucht schlagen …“ (5. Mose 32,30). Zwei erreichen nicht nur doppelt so viel, sondern zehnmal so viel. Das ist ja erstaunlich!
Heute nehmen die Individualsportarten zu, ihre Beliebtheit wächst. Man zieht sich ins Web zurück, in eine Scheinwelt oder hat Gemeinschaft mit „Freunden“, die man nur am Bildschirm sieht. Das ist keine große Herausforderung für unseren Charakter. „Die Liebe wird in vielen erkalten“ (Mt 24,12), fürchte ich.
Doch gerade in Freundschaft und Liebe liegt unsere Stärke als Christen. In liebender Gemeinschaft können wir wachsen. Unsere Schneide wird geschärft, unsere besten Eigenschaften werden geformt (Spr 27,17). Achtung, Treue und Liebe wachsen und werden für andere sichtbar. Die merken dann, dass ihnen etwas fehlt und wollen das auch erleben. Das drückt schon Schiller in seinen Zeilen aus:
„Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn
–
So nehmet auch mich zum Genossen an:
Ich sei, gewährt mir die Bitte,
In eurem Bunde der dritte!“
Betet füreinander und miteinander! Liebt einander! Nehmt einander an! Dient einander und dient miteinander! Und vergesst nicht: Zwei können mehr erreichen als einer.