Gemeinde & Mission
Vorwort

Vorwort 67: Überzeugt!

von Lindner Andreas

„…wovon du völlig überzeugt bist …“ (2. Tim 3,14).

Wovon ist man heute noch überzeugt? Sogar unter Christen ist es unpopulär, feste Überzeugungen zu haben. „Man darf nicht so dogmatisch sein“, auch wenn die Bibel etwas Eindeutiges sagt.

Wer heute noch den Mut hat, für seinen Glauben einzustehen, wird als Fundamentalist angesehen. Man soll den Mund halten, damit man mit allen Namenschristen eine Einheit bildet.

Natürlich gibt es Bereiche, wo Toleranz gefragt ist. Es gibt Bereiche, die nicht so wichtig sind, und wo man verschiedene Ansichten nicht vermeiden kann. Aber das sind eben zweitrangige Dinge. Ich rede von den Grundlagen des Glaubens, für die wir unseren letzten Tropfen Blut geben sollten.

„Ihr habt der Sünde noch nicht bis aufs Blut wiederstanden“ (Hebr 12,4). Andere taten das schon: Die Geschwister, die vor uns in Bayern und Österreich lebten, blieben dem Herrn im Angesicht der Verfolgung treu. Sie wendeten sich nicht vom Glauben ab, sie kehrten nicht zu falschen Lehren zurück. Manche verloren deswegen ihre Heimat, ihr Hab und Gut, ihre Freiheit, ihr Leben.

Wir hören mit Entsetzen, wie Christen in Indien verfolgt werden. Sie könnten einfach zum Hinduismus zurückkehren, um der Verfolgung und der Gewalt zu entgehen.

Die Welt hat auf uns abgefärbt, wir haben dieselbe Temperatur angenommen und sind lau geworden. Das ist gefährlich. Im Gegensatz dazu griff der Herr die religiösen Heuchler mutig an. Paulus stellte die falschen Lehrer bloß. Johannes sagte dem König klar, was Gott zu seiner Sünde dachte.

Wir brauchen solch tiefe Überzeugungen und denselben Mut. Es mag sein, dass Mut sich in deiner Situation anders zeigt als bei Paulus. Die biblischen Überzeugungen wirken sich bei dir vielleicht anders aus als bei Johannes. Aber du brauchst Mut, um zur Sünde „Nein“ zu sagen. Du brauchst Überzeugungen, um anderen in Liebe zu begegnen. Du brauchst Rückgrat um anderen zu dienen und sie für den Herrn zu gewinnen. Wir müssen uns angewöhnen, nicht gegen unser Gewissen, sondern im Einklang mit der Bibel zu handeln.

Wo sind die Männer und Frauen, die mit Martin Luther sagen: „[Da] … mein Gewissen in den Worten Gottes gefangen ist, will und kann ich nichts widerrufen, weil es gefährlich und unmöglich ist, etwas gegen das Gewissen zu tun. Gott helfe mir. Amen.“

Wo sind die Jim Elliots, die uns mit einem Blitz von Gottes Thron aufwecken und rufen: „Das Urteil über diese Menschen steht in ihren Sparbüchern geschrieben, und in dem Staub auf ihren Bibeln.“

Wir brauchen Überzeugungen, für die es sich lohnt zu leben. Wir brauchen dringend eine Bluttransfusion mit dem Blut der Helden und Märtyrer. Ganz besonders brauchen wir junge Leute, die sich auf Gottes Wort stellen und die wirklich glauben, was sie glauben.

Herr, gib uns Männer und Frauen mit Überzeugungen!

Andreas Lindner