Gemeinde & Mission
Vorwort

Vorwort 68: „Nicht mehr ertragen!“

von Lindner Andreas

So wurde im Januar über den bayerischen Milliardär Merckle gesprochen, nachdem er Selbstmord begangen hatte: „Er hat es einfach nicht mehr ertragen.“ Damit war gemeint, dass sein Finanzimperium zusammengebrochen war. Es muss furchtbar für den armen (!) Mann gewesen sein. Er tut mir leid. Hätte er doch auf den bleibenden Reichtum geschaut! Man kann sehr reich sein, und dabei furchtbar arm. Dabei hatte Herr Merckle einen guten Ruf in seiner Heimatstadt, eine gute Familie. Er war als großzügig und freundlich bekannt, und seine Frau engagierte sich karitativ und verschenkte sogar Kinderbibeln.

Leider konnte Herr Merckle die Schwierigkeiten nicht mehr ertragen. Da ist es schon besser, wenn man nicht tragen muss, sondern wenn man getragen wird. Das will ich mir einprägen: „Und bis in euer Greisenalter bin ich derselbe, und bis zu eurem grauen Haare werde ich euch tragen; ich habe es getan, und ich werde heben, und ich werde tragen und erretten.“ (Jes 46,4) Auf solche Versprechen können wir bauen.

Auf der anderen Seite sehen wir auch deutlich, worauf wir nicht bauen können. Täglich finden sich unzählige neue Illustrationen, dass Schätze auf der Erde nicht von Dauer sind (Mt 6,19). Aber der wahre Reichtum kann nicht von uns genommen werden. Das allein ist schon sehr beruhigend. Die Wirtschaftskrise lässt die Aufforderungen des Herrn Jesus wieder in den Mittelpunkt rücken: „So seid nicht besorgt …“ (Mt 6,34). Warum nur wiederholt der Herr das in diesem Kapitel so oft?

Ist der wirtschaftliche Niedergang nicht eine Möglichkeit für uns, dass wir uns „Geldbeutel zulegen, die nicht veralten und einen unvergänglichen Schatz im Himmel ansparen“ (Lk 12,33; Mt 6,20)? Das können wir tun, wenn wir unseren Besitz und unser ganzes Leben für den Herrn und für die Verbreitung des Evangeliums einsetzen (Mt 6,33)!

Andreas Lindner